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IVD wirft SPD kalte Enteignung vor

Entwicklung der Mietpreise ist strittig

05.02.2013, 08:00

Der IVD, ein Interessenverband der Immobilienwirtschaft, hat Zahlen zur Mietentwicklung seit 1992 vorgelegt und spricht von einer Mietpreissteigerung unterhalb der Inflationsrate. Die realen Mieten seien 2012 niedriger als 1992. Die Wohnungsmieten seien in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren nur um 9,4 Prozent von 5,04 Euro pro Quadratmeter auf 5,51 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Inflationsbereinigt bezahlten die Deutschen heute weniger für das Wohnen als 1992, so der IVD.

Andere Zahlen nennt dagegen der Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts. In dessen Index wird das Jahr 2005 mit 100 gesetzt. Für das Jahr 1995 gibt die Statistik für die Mieten den Wert 84,8, für das Jahr 2012 den Wert 108,7. Das wäre also ein deutliches Plus. Eine Erklärung für die Diskrepanz konnte der IVD auf Anfrage nicht liefern.

Der Wohnkostenanteil gemessen am Nettohaushaltseinkommen sei in den vergangenen Jahren sowohl bundesweit als auch in den Großstädten konstant bei rund 16 Prozent geblieben. "In der Diskussion um eine scheinbare Mietenexplosion und Wohnungsnot wollen wir mit der Analyse zur Versachlichung beitragen", erklärt IVD-Präsident Jens Ulrich Kießling.

Der Mieterbund sieht das anders: "Die 20-Jahres-Übersicht des IVD halte ich für ein relativ simples Ablenkungsmanöver", sagt dessen Pressesprecher Ulrich Ropertz. Letztlich gehe es um die aktuelle Wohnungsmarktsituation. Derzeit fehlten in den Ballungszentren, Großstädten und Universitätsstädten 250.000 Wohnungen, die Mietpreise stiegen überdurchschnittlich hoch, die Neuvertragsmiete läge zwischen 20 und 40 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete.

Für 2013 und die folgenden Jahre erwartet der IVD nur moderat anziehende Mieten. Das Mietwachstum werde sich im Jahresverlauf 2013 allmählich verlangsamen. "Derart starke Preis- und Mietsteigerungen, wie wir sie 2011 und 2012 in den besonders begehrten Wohnlagen vieler Großstädte und Ballungsräume erlebt haben, werden 2013 höchstwahrscheinlich nicht mehr auftreten", prognostiziert Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des IVD.

Das ist mehr als eine Zahlenspielerei. Der IVD positioniert sich damit explizit gegen ein Mietensenkungsgesetz der SPD, ähnliche Vorschläge kamen auch von den anderen Oppositionsparteien. Das Gesetz schade jenen, die die Partei zu schützen glaube - den Mietern und Wohnungssuchenden, so  Kießling.

Das Papier der SPD sieht unter anderem vor, dass bei Neuvermietungen die Miete um nicht mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. Bei Bestandsmieten sollen Mieterhöhungen auf maximal 15 Prozent in vier Jahren begrenzt werden.

Das Rechenbeispiel des IVD: Ein Projektentwickler baut ein Mehrfamilienhaus, dessen Wohnungen er zu zehn Euro pro Quadratmeter vermietet. Die ortsübliche Vergleichsmiete liegt jedoch nur bei sechs Euro. Nach Abschluss der Vermietung verkauft er das Objekt auf Basis der 10 Euro an einen Investor. Jede frei werdende Wohnung, die bisher für zehn Euro vermietet ist, darf der neue Eigentümer nur noch für 6,60 Euro, also für zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete, vermieten. Immobilieneigentümer würden ihres Eigentums beraubt, kritisiert Schick und spricht von "kalter Enteignung". pgl

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