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Besitzer sehen Einsparpotenzial von 17 Prozent

Dena-Kongress nimmt Nichtwohngebäude in den Fokus

27.11.2013, 12:30

Rathaussanierung
Nichtwohngebäude wie das Tübinger Rathaus sollen stärker in den Fokus bei der Sanierung. © B. Baumann

Bei Nichtwohngebäuden gibt es höhere Potenziale in der Energieeffizienz als bislang angenommen. Das belegt eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger, die auf dem Effizienzkongress der Dena in Berlin vorgestellt worden ist.

Mit drei Millionen Nichtwohngebäuden sei der Bestand höher als bislang angenommen, so Torsten Henzelmann, Partner der Roland Berger Strategy Consultants. Betrachtet wurde der Bereich Gewerbe, Dienstleistungen und Handel ohne die Bereiche Schulen, Schwimmbäder und Krankenhäuser.

Eine Erkenntnis: der Bestand ist deutlich jünger als im Wohnbereich. Bei Wohnungen sind 70 Prozent vor 1976 gebaut worden, im untersuchten Bereich der Gewerbeimmobilien sind drei Viertel der Flächen nach der ersten Wärmeschutzverordnung 1977 gebaut. "Abriss spielt bei Nichtwohngebäuden eine größere Rolle", begründet dies Henzelmann.

Eine weitere Erkenntnis aus der Studie: Das Mieter-Nutzer-Dilemma spielt eine deutlich geringere Rolle als im Wohnungsbereich. Die Eigentümerquote liegt bei 70 Prozent, Immobilienfonds haben nur 10 Prozent der Flächen im Eigentum. Nutzer und Entscheider über energetische Optimierung sind also in den meisten Fällen identisch. Der Primärenergieverbrauch in diesem Immobiliensegment liegt bei 221 Twh/a.

Spannend ist die Erkenntnis, dass auch im Bereich der gewerblichen Immobilien nicht der Stromverbrauch, sondern wie bei Wohnungen das Heizen die größte Rolle spielt. Sechs bis zehn Prozent der Ausgaben der Unternehmen entfallen auf gebäudebezogene Energiekosten. Im Gegensatz zum Wohnungsbau gebe es noch enormen "Nachholbedarf beim Messen und Zählen", hat Henzelmann beobachtet.

Drei entscheidende Faktoren hat Henzelmann gefunden, die den Energieverbrauch bestimmen: Die Fläche, der spezifische Energieverbrauch der einzelnen Segmente und die Altersstruktur.

Laut einer Selbsteinschätzung in der Studie sehen die Unternehmen selbst ein Einsparpotenzial von 17 Prozent. Da läge es eigentlich auf der Hand, dass die Unternehmen versuchen, diese Potenziale zu heben. Doch hier herrscht Zurückhaltung. Der wichtigste Grund: Während der Sanierung sei die Nutzung der Flächen eingeschränkt, so die Unternehmen. Sie können ihr Kerngeschäft nicht betreiben. Außerdem sei die Rentabilität zu gering. Zudem fehlten die finanziellen Mittel für die Sanierung.

Die Dena will sich dieses Segments verstärkt annehmen, so Christian Stolte, Bereichsleiter Energieeffiziente Gebäude bei der Dena. Vor allem die Relevanz von Bürogebäuden und Hotels sei hoch. In der nächsten Projektphase soll vor allem für Hotels geklärt werden, was erste Schritte sein können. "Hotels können nicht am Stück sanieren, sonst ist das Geschäft tot", sagte Stolte. Beim Einzelhandel müsse man noch genauer diskutieren was erfolgversprechend ist. von Pia Grund-Ludwig

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