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Architekten und Bauunternehmen sind optimistisch wie nie

Bauwirtschaft erzielt 2016 Umsatzplus von 4 Prozent

16.10.2016, 09:00

Erich Gluch
Die Bauwirtschaft sei "euphorisch", beschrieb Erich Gluch die Stimmung zum Ende des Jahres 2016. © S. Thole

Die Bauwirtschaft sei "euphorisch", beschrieb Erich Gluch, Experte für die Baubranche beim Ifo-Institut, die Stimmung zum Ende des Jahres 2016. Die Deutsche Branche sei "im 7. Himmel", das Geschäftsklima besser als bei der Wiedervereinigung. Auch bei den Architekten, einer tendenziell eher zurückhaltenden Berufsgruppe, gebe es positive Werte "wie wir sie noch nie hatten", ergänzt er. Trotz dieses Optimismus sei man aber noch weit weg der notwendigen Tätigkeit, um den Bedarf nach neuen Wohnungen zu decken. Der liegt nach Meinung zahlreicher Fachleute bei zirka 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr, gebaut werden 2016 aber nur 260.000.

Die Baunachfrage wird von Flüchtlingen geprägt. Das führt 2016 zu einem Plus von 3 Prozent, 2017 plus 2 Prozent, 0,2 Prozent für 2018. Einflussfaktoren sind die durch Einwanderung geprägte positive demografische Entwicklung, gute Konjunktur und weiter gute Rahmenbedingungen. Seit 2011 gibt es Einwanderungsgewinne. Die gute Konjunktur spiegelt sich in einem Plus des Bruttoinlandsprodukts von 2 Prozent in diesem Jahr wieder, nächstes Jahr werden es 1,5 Prozent sein. Angesichts des bereits hohen Niveaus seien diese Zahlen beachtlich, sagte Gluch bei der Vorstellung der Bauzahlen auf der Vorkonferenz zur Fachmesse Bau in München. Eine zunehmende Anzahl privater Haushalte könne aufgrund der guten finanziellen Rahmenbedingungen eine eigene Immobilie erwerben.

Dämpfend machten sich Immobilienpreise bemerkbar, ebenso wie die schlechte Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie.

Im Wohnungsbau führt das zu einem Umsatzplus von plus 4 Prozent für 2016, das entspricht 260.000 Wohnungen. 2017 gibt es erneut ein Plus von 2,5 Prozent, die Zahl der neu gebauten Wohnungen steigt bis 2018 auf 285.000 Wohnungen. Warnungen gab es vor dem anhaltenden Exportüberschuss, darin liege eine Sollbruchstelle. In den nächsten Jahren komme es zu einem passablen Wachstum. Kommunen können den Investitionsstau im Gebäudebereich etwas verringern.

Auch in anderen Ländern geht es bergauf. Die Länder, deren Baubranche besonders heftig eingebrochen war stehen jetzt an der Spitze beim Wachstum wie Irland, Ungarn, Spanien oder Portugal, aber auf niedrigem Niveau und bei immer noch geringen Fertigstellungsraten.

In Deutschland sind die Architekten guter Stimmung. Sie haben ein hohes Auftragspolster. "Sie werden im nächsten Jahr eine Fachmesse Bau 2017 in einer Stimmung erleben, die so ausgezeichnet sein wird wie schon lange nicht mehr", prognostiziert Gluch.

Bremsen seien behördliche Genehmigungen für Bauprojekte, die Genehmigungen dauerten immer noch zu lange. Die Handwerker seien so gut beschäftigt, dass man keine Termine mehr bekommt. Das verzögere aus Sicht der Industrie die Fertigstellung. Das trübe die Zuversicht bei Materialherstellern und Zulieferern, die die Euphorie nicht nachvollziehen können.

Der Optimismus der Branche führt derzeit bei der Fachmesse BAU zu einer Warteliste. 2019, zur nächsten BAU, seien zwei neue Hallen fertig, versprach Reinhard Pfeiffer von der Geschäftsführung der Messe. Das soll unter anderem der steigenden Relevanz des Themas Smart Building Rechnung tragen. von Pia Grund-Ludwig

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