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Dämmung mit Schilf, Stroh und Gras

Strohballen
Mit Stroh wird noch wenig gebaut. © Pixelio/Alexander Dreher

Schilf, Stroh und Gras sind ausgesprochene Exoten in der Wärmedämmung. Teilweise wird Stroh benutzt, um bei Häusern, die in Holzständerbauweise gebaut worden sind, die Gefache auszufüllen. Gebaute Beispiele mit Stroh sind bislang kaum bekannt. Etwa 150 Gebäude in Strohballen-Bauweise soll es in Deutschland geben. Ende der neunziger Jahre entstand das erste Haus dieser Art in Bayern. Strohballen wurden erst 2006 offiziell von der Bauaufsicht als Baustoff zugelassen. Hessens erstes Wohnhaus aus Strohballen wurde im Herbst 2009 fertig gestellt. Das Zweifamilienhaus erstreckt sich über drei Geschosse und verbraucht durch Dämmung mit Stroh und ein integriertes Gebäudetechnikkonzept nur 32 KWh/m²a.


Stroh mit gutem Dämmwert

Stroh ist ein interessanter Dämmstoff und hat im Vergleich zu herkömmlicher Dämmung Vorteile: Der Energieverbrauch bei der Herstellung ist deutlich geringer als etwa von Polystyrol oder Mineralwolle. Der Dämmwert des diffusionsoffenen, also wasserdampfdurchlässigen Stoffs ist mit 0,13 W/m²K ausgesprochen günstig. Das Material ist einfach wieder abbaubar, sollte es einmal zum Abbruch kommen – auch das ist wichtig für die Gesamtenergiebilanz. Der natürliche Baustoff landet dann einfach auf dem Kompost und nicht auf einer Sondermülldeponie.

Preisgünstig und ökologisch Bauen

Zudem ist Stroh ein Abfallprodukt und daher auch noch sehr preisgünstig. Ein Euro wird oft pro Strohballen bezahlt. Bei der Auswahl der Strohballen sollte jedoch ein Fachmann über die Qualität des Ökobaustoffs entscheiden. Denn nicht jeder Ballen ist für den Hausbau geeignet. Die gepressten Halme dürfen nicht zu kurz und nicht zu feucht sein, das gefährdet sonst die Stabilität der Konstruktion.

Gerade gegen Feuchtigkeit ist Stroh sowieso etwas anfälliger als andere Baustoffe, ebenso hat es zunächst Nachteile beim Thema Brandschutz. Der Fachverband Strohballenbau hat in den letzten Jahren viel Zeit in die Forschung gesteckt, um den Baustoff zu testen und die bauaufsichtliche Zulassung deutlich zu verbessern. Für den Werkstoff Stroh gibt es zwar mittlerweile eine Community, die sich auch für allgemeine bauaufsichtliche Zulassung der Materialien einsetzt.

 

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