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IWU und Bremer Energieinstitut legen umfangreiches Zahlenwerk vor

Studie erfasst Modernisierung des Gebäudebestands

14.01.2011, 16:11

Baugerüst bei Modernisierung
IWU legt Zahlen zur Sanierung vor. Bild: ProKlima

Darmstadt. Das Institut Wohnen und Umwelt und das Bremer Energieinstitut haben eine Studie fertiggestellt, die bisher erfolgte Maßnahmen zur Energieeinsparung und zu Modernisierungstrends für das gesamte Bundesgebiet erhebt. Man könne nun in weiteren Untersuchungen der Frage nachgehen, ob die Dynamik der bisherigen Sanierung des Gebäudebestands ausreicht, um die Klimaziele zu erreichen, sagt Nikolaus Diefenbach, der für das IWU die Studie verantwortet im Gespräch mit dem Online-Magazin EnBauSa.de. "Ein Referenzszenario könnte der nächste Schritt sein", so der Forscher.

Wirkliche Überraschungen hat die Fleißarbeit der Darmstädter nicht zu Tage gefördert, aber das war auch nicht die Aufgabe der Erhebung. Eher ging es darum, für die weitere Strategieentwicklung bei der Sanierung eine wirklich gesicherte Datenbasis zu haben. Durch diese Erhebung gibt es eine Datenbasis mit mehr als 7.500 Gebäudedatensätzen. Diefenbachs Fazit: "Grob gesprochen liegt der Modernisierungsfortschritt beim Wärmeschutz im Altbau zwischen 25 und 30 Prozent. "

Das bedeutet, dass zwischen 70 und 75 Prozent der Bauteile in den Altbauten bislang noch nicht angefasst worden sind. Da man davon ausgeht, dass Bauteile nur in großen Zeiträumen ein zweites Mal verändert werden gibt das eine Richtschnur zu den potentiellen Ansatzpunkten der Sanierung. Auch liefere die Erhebung erste Ansatzpunkte, wo mögliche Restriktionen liegen, etwa bei erhaltenswerten oder gar denkmalgeschützten Fassaden.

Für die Analyse haben die Forscher den Bestand in drei Gruppen aufgeteilt: Altbauten vor 1978, die Baujahre 1979 bis 2004 und Neubau ab 2005. Danach sind bei 42 Prozent aller Wohngebäude die Fassade, bei 76 Prozent das Dach oder oberste Geschossdecke und bei 37 Prozent Fußboden oder Kellerdecke gedämmt. Besonders bei älteren Gebäuden sei die Datenerhebung teilweise schwierig gewesen, da nach einem Wechsel des Besitzers teilweise keine Unterlagen über Dämm-Maßnahmen vorlägen.

Diefenbach warnt aber davor, aufgrund der nun vorliegenden Daten bereits in eine Analyse von Ursache und Wirkung einzusteigen. So liegt der Anteil der bereits gedämmten Gebäude bei den Ein- und Zweifamilienhäusern in allen drei Altersgruppen höher als bei den Mehrfamilienhäusern. Mehrfamilienhäuser werden aber sehr viel häufiger nachträglich gedämmt als Gebäude im Ein- und Zweifamiliensegment. Daraus zu schließen, dass größere Gebäude zunächst in einem schlechteren Standard errichtet und dann nachgerüstet würde sei aber nicht zulässig, sagt Diefenbach. Für solche Aussagen variieren die Angaben zu stark, Ursache-Wirkung-Analysen seien mit der Datenbasis nur schwer möglich.

Deutliche Unterschiede bei der Sanierungswilligkeit haben die Forscher aber bei den unterschiedlichen Besitzergruppen im Mehrfamilienbereich ausgemacht: "Den größten Modernisierungsfortschritt bei der Außenwand- und Kellerdämmung haben die Wohnungsunternehmen erreicht, gefolgt von privaten Einzeleigentümern und Eigentümergemeinschaften." Doch auch hier sei eine sichere Rangfolge aufgrund statistischer Unsicherheiten schwierig.

Bei den Dämmstoffdicken war erwartungsgemäß eine Zunahme der Dämmstärke bei Neubauten zu verzeichnen. Über 5 Prozent der Gebäude seit 2005 liegen über 26 Zentimeter Dämmstoffdicke, knapp 50 Prozent über 14 Zentimeter. Bei den Altbauten muss sich mehr als die Hälfte mit 9 Zentimetern oder weniger begnügen. Das sagt allerdings noch nichts über die Effizienz der Dämmung aus, da gerade Altbauten teilweise aus relativ gut dämmenden Mauersteinen bestehen.

Die Forscher haben sich angeschaut, ob mögliche Sanierungsanlässe wie der Ausbau des Dachgeschosses oder die Dacherneuerung genutzt werden, um zu dämmen. Im Durchschnitt aller Gebäude wird bei über 30 Prozent das Dach ausgebaut, ohne zu dämmen. Auch eine Dacherneuerung ohne Dämmung ist mit über 27,5 Prozent immer noch keine Ausnahme. Dabei sei allerdings zu bedenken, dass bei einem unbeheizten Dachboden die Obergeschossdecke die zu dämmende Gebäudehülle darstellt, warnen die Forscher erneut vor voreiligen Schlüssen.

von unserer Redakteurin Pia Grund-Ludwig

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