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Attrappen anderer Vögel können abschrecken

Spechte ruinieren Fassaden durch Hackversuche

15.07.2009, 14:58

Familie E. war eigentlich komplett, als sie vor zweieinhalb Jahren in ihr grundsaniertes, mit einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) energetisch optimiertes Haus eingezogen ist. Auf das gefiederte Familienmitglied, das sich bald darauf an und in der Fassade breit machte, hätten sie gerne verzichtet: Ein Specht macht ihr mit seinem Gehämmer, aber vor allem mit den Löchern in der frisch renovierten Fassade das Leben schwer.

Damit ist die Familie nicht alleine. Zunehmend suchen sich die Hackschnäbler in neuen menschennahen Revieren eine Unterkunft, seit die traditionellen Bleiben in Form morscher Bäume rar werden. Dabei sorgen sie zunächst mit kleinen Hack-Attacken dafür, dass Nischen entstehen, in denen kleine Krabbeltiere in kühlen Nächten eine warme Unterkunft finden. Kommt der Specht wieder, findet er den Tisch gut gedeckt und fühlt sich wie zu Hause. Es beginnt die eigentliche Zerstörung: mit bis zu 20 Hieben pro Sekunde hämmern die Tiere auf die Fassaden ein.

Der Fachverband Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) betont, dass es nicht am Material liege, auch andere Fassaden seien betroffen. Die porige Struktur der Verbundsysteme gefalle den Spechten aber wohl besonders gut, meint der österreichische Gutachter Michael Hladik, der sich mit den Schäden durch Spechte befasst hat. Die Tiere halten die Deckschicht für Borke und freuen sich über den "morschen Sound" der darunterliegenden Stryrodur-Schicht. Bis zu 90 Löcher auf einer Fläche von fünf Quadratmetern hat Hladik in einem extremen Fall gezählt.

Er hat auch eine Reihe von Empfehlungen entwickelt, um die Hackschnäbler wieder loszuwerden. Eine der Maßnahmen, die er vorschlägt, ist das zeitweise Verhängen der Fassade mit Netzen. Die müssen allerdings so weit von der Fassade entfernt sein, dass der Specht darin keinen Halt findet. Als weitere Maßnahme rät der Fachverband WDVS dazu, Greifvogelattrappen an der Fassade anzubringen. Auch Bilder von größeren Vögeln wie Störche oder Eule sollen ihn in die Flucht schlagen. 

Manche Vogelschutzverbände fordern eine Änderung der Stoffzusammensetzung der Fassadensysteme. Spechtsichere Wärmedämmsysteme müssten aber extrem armiert sein und würden dann sehr teuer, warnt Hladik. pgl

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