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Ergebnisse sollen in 18 Monaten vorliegen

Projekt zu Recycling von WDVS startet

06.12.2012, 07:15

Unterschiedliche Dämmstärken im Vergleich
Noch wird Dämmung eher aufgedoppelt als entsorgt. © DBU

Wärmedämmverbundsysteme aus Polystyrol sind derzeit das mit großem Abstand am häufigsten verwendete Dämm-Material im Neubau und der Sanierung von Häusern. Verfahren zum Recycling gibt es dafür bislang nicht.

Das soll ein Forschungsprojekt ändern, das der Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme, der Industrieverband Hartschaum und Clemens Hecht, Sprecher der Qualitätsgruppe WDVS (Österreich) gestartet haben. Ziel des Forschungsprojekts ist es herauszufinden, wie und ob Teile von WDVS-Systemen weiterverwertet oder zur Not thermisch entsorgt werden können.

Zurzeit sind die Mengen, die zur Wiederverwertung anfallen, gering. "Ich rechne nicht damit, dass in den nächsten fünf Jahren ausreichende Mengen zum Recycling zur Verfügung stehen", schätzt Wolfgang Setzler, Geschäftsführer des Fachverbands Wärmedämm-Verbundsysteme. Entsprechend klein ist auch das Interesse etwa von Unternehmen aus dem Maschinenbau, in die Entwicklung von Anlagen zu investieren.

Der Grund für die geringen Mengen: Im Moment werden kaum WDVS von Fassaden entfernt. Bestehende Systeme mit geringeren Dämmstärken werden eher aufgedoppelt, um die Dämmstärke zu erhöhen. Verschnitt wird in der Regel auf den Baustellen sortenrein gesammelt.

Durchgeführt wird das Recycling-Projekt von den Fraunhofer-Instituten für Bauphysik (IBP) und Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) sowie dem Münchner Forschungsinstitut für Wärmeschutz (FWI).

Die Branche muss handeln. Die in der EU-Abfallrahmenrichtlinie 2008/98/EG geforderte Novellierung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes sieht vor, dass bis 2020 insgesamt 70 Prozent aller Bau- und Abbruchabfälle stofflich verwertet werden müssen.

Bislang sind dabei bei Polystyrol-basierten WDVS zwei Lösungen angedacht. Die erste sieht vor, dass die Schichten abgefräst und dabei durch die Fliehkraft nach Gewicht sortenrein getrennt werden. In einem weiteren Produktionsschritt könnte dann das EPS mit Hilfe einer Lösung bereits an der Baustelle zu Styrol werden. Die Volumenreduktion hierbei beläuft sich auf ca. 1:50. Eine zweite Möglichkeit ist es, das Polystyrol direkt aus den Dämmplatten mit einem Verdünnungsmittel auszuwaschen und Styrol wiederzugewinnen. Auch damit ließe sich das Volumen vor Ort reduzieren. Beide Verfahren sind derzeit noch nicht serienreif, betont Setzler.

Welches Verfahren für welchen WDVS-Aufbau einsetzbar und ökonomisch ist, soll das Forschungsprojekt nun zeigen. Es soll zügig Ergebnisse bringen und ist auf 18 Monate angelegt. Die Kosten liegen bei 210.000 Euro. Die Hälfte kommt aus Mitteln des Programms "Zukunft Bau". Die zweite Hälfte der Kosten verteilt sich auf die drei Initiatoren.

Die Institute sollen im Projekt zunächst eine Übersicht abgeschlossener oder derzeit laufender Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Verwertung und Nachnutzung von Bauprodukten erstellen. Dann sollen sie herausfinden, mit welchen Mengen rückzubauender WDVS zu rechnen ist und wie Fragen wie Sammellogistik derzeit gehandhabt werden. Nicht zuletzt geht es darum, wirtschaftlich sinnvolle Möglichkeiten zur sortenreinen Trennung und Wiederverwertung von WDVS-Bestandteilen zu finden und die Kosten zu ermitteln. von Pia Grund-Ludwig

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