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Dämmvlies besteht zu 85 bis 90 Prozent aus Jutefasern

Neuer Dämmstoff besteht aus alten Jute-Säcken

31.08.2015, 07:35

Dämmung aus Jutefasern
Jute statt Plastik: Neuer Dämmstoff aus ausgedienten Jute-Säcken. © Benz24

Der Online-Baustoffhändler Benz24 bringt in Deutschland einen Dämmstoff auf den Markt, der zu 85 bis 90 Prozent aus Jutefasern besteht. Bisher gab es nur Dämmstoffe mit geringerem Jutefaser-Anteil, die auch einen gewissen Hanf-Anteil enthielten. Der neue Jute-Dämmstoff, dessen Grundmaterial aus ausgedienten Jutesäcken besteht, läuft als Eigenmarke des Shops unter der Bezeichnung BENZ24 THERMO JUTE FLEX.

Laut Vermarkter spricht für den Jutedämmstoff vor allem der Preis. Bei einer Dämmstärke von 180 Millimetern kostet das Dämmmaterial 14,99 Euro pro Quadratmeter. Damit sei es um circa 18 Prozent günstiger als die bewährte ökologische Hanfdämmung mit gleicher Dämmstoffdicke. Mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,038 W/mK (Watt pro Meter und Grad Kelvin) kann der Jutedämmstoff gut mit gängigen Dämmmaterialien mithalten. Hanf etwa schneidet mit 0,04 W/mK etwas schlechter ab.

Das Besondere an dem BENZ24 THERMO JUTE FLEX ist, dass sein Grundmaterial auf ausgedienten Jutesäcken basiert. Diese Jutesäcke transportierten einst Kakao- und Kaffeebohnen aus aller Welt zu deutschen Schokoladenherstellern und Kaffeeröstern. Die gebrauchten Kakao- und Kaffeebohnentransportsäcke werden maschinell auseinandergerissen, sodass am Ende wieder hochwertige Jutefasern entstehen. Die Reinigung der Fasern erfolgt gleichzeitig mit der Brandschutz-Ausrüstung des Dämmmaterials. Hierzu werden die Jutefasern mit dem Mineral Soda, auch Natriumcarbonat genannt, zusammengeführt. Soda fungiert als eine Art Seife und auch als Brandschutz.

Als Bindemittel dient eine textile Stützfaser namens PET-Bikofaser. Das PET (Polyethylenterephthalat), aus welchem die Stützfaser hergestellt wird, wird auch bei der Produktion von Mehrweg-Kunststoffflaschen eingesetzt. In einem mechanischen Vorgang wird aus der Masse ein Vlies hergestellt, welches zum Schluss im Thermobonding-Verfahren auf 170 Grad Celsius erhitzt wird. Auf diese Weise schmelzen die PET-Bikofasern mit den Jutefasern zusammen und das Vlies verfestigt sich.

Während der Herstellung gebe der BENZ24 THERMO JUTE FLEX keine schädlichen Stoffe an Mensch und Umwelt ab, betont der Baustoffhändler. Gesundheitlich unbedenklich sei er auch für Haut und Atemwege. Außerdem gelte die Jutefaser als ein besonders schnell nachwachsender Rohstoff. Jute ist eine pflanzliche Faser der tropischen Corchorus-Pflanzen. Die Hauptanbaugebiete der Faserpflanze befinden sich in Bangladesch und Indien. Insgesamt brauche man sich über Rohstoffverfügbarkeit und Produktionskapazitäten keine Sorgen zu machen, so Benz24. Die Weltproduktion an Jutefasern betrage pro Jahr zwischen zwei und drei Millionen Tonnen, pro Jahr könnten mehrere 100.000 Kubikmeter des Dämmstoffes hergestellt werden. Quelle: Benz24 / sth

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