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Netzwerke und Contracting sind wichtige Hebel zur Energieeffizienz

Gebäudewirtschaft kann 20 Prozent Energie sparen

31.10.2012, 08:08

Visualisierung des geplanten "Energy Efficiency Center"
Energy Efficiency Center verwendet innovativen Materialmix. © Lang Hugger Rampp

Auf der International Conference on Building Performance icbp 2012 in Berlin wurden Technologien und Methoden zur Energieeffizienz und Energieeinsparung im Bereich der Gebäudewirtschaft erörtert, die einen Teil der Energiewende ausmachen. Netzwerke zur Energieeinsparung und Contracting-Modelle stellen sich dabei als erfolgreiche Methoden heraus.

Bis vor wenigen Jahren wurde eine steigende Wirtschaftsleistung mit einem steigenden Energieverbrauch verbunden, berichtete Harald Bradke, Leiter des Competence Centers Energietechnologien und Energiesysteme am Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe. Doch Länder wie die Schweiz und Dänemark hätten es bereits vorgemacht und trotz wachsender Wirtschaft ihren Primärenergieverbrauch gesenkt.

In der Schweiz werden Energieeffizienz-Modelle in Industriebetrieben schon praktiziert und gelten als interessanter Ansatz für die Gebäudewirtschaft. Während etwa der VDI (Verein Deutscher Ingenieure) die Energie-Einsparmöglichkeiten häufig schon als ausgereizt betrachtet, hält das Fraunhofer ISI eine Einsparung von im Durchschnitt 20 Prozent im Bereich der Gebäudewirtschaft für möglich.

Schuld an falschen Annahmen wäre häufig mangelndes Wissen oder auch Interesse von Seiten der Unternehmen oder Energieberater, so Bradke. Daher sei ein Wissensaustausch der Verantwortlichen besonders relevant.

Ein solches Netzwerk hat das Fraunhofer ISI lanciert; dort treffen sich Unternehmer und Energieexperten zum fachlichen Austausch. Bislang haben sich in Deutschland 30 Netzwerke verschiedener Unternehmen mit 362 Teilnehmern gebildet; Klimaschutz- und Energieeffizienz-Netzwerke mit 10 bis 15 Unternehmen böten ein optimales Preis-Leistungsverhältnis, um die vorhandenen Potenziale zu heben, so Bradke.

Ziel sei es, weitere Netzwerke zu initiieren. Diese Art der Netzwerkarbeit solle auch auf Kommunen und die Wohnungswirtschaft übertragen und ausgedehnt werden. Neu entstehende Netzwerke werden teilweise vom Bundeswirtschaftsministerium oder auch den Ländern bezuschusst und die Arbeit laufend wissenschaftlich begleitet. Moderatoren und energietechnische Berater werden in Hinblick auf die Netzwerkarbeit weitergebildet.

Zu den wichtigen Energieeinspar- und Effizienzmaßnahmen um die Energieeinsparziele bis 2020 zu erreichen zählen auch Energie-Contracting-Modelle, berichteten Jan Bleyl von Energetic Solutions in Graz und Friedrich Seefeldt, Marktfeldleiter der Prognos AG in Berlin. Dabei teile sich der deutsche Markt in etwa 10 Prozent Einspar- und 90 Prozent Liefer-Contracting auf, was für den Markt nicht einträglich sei, denn es seien auch Misch-Modelle möglich und sogar sinnvoll.

Prognos führt im Auftrag der Bundesstelle für Energieeffizienz (BfEE) eine Studie zur Analyse und Beobachtung des Energiedienstleistungsmarktes in Deutschland durch. Dadurch soll der Energiedienstleistungsmarkt analysiert werden, um Hemmnisse und fördernde Faktoren zu identifizieren und entsprechende Vorschläge zur Weiterentwicklung zu unterbreiten.

Eine weitere Strategie, um die Energiewende voranzubringen, stellte Hans Peter Ebert, Abteilungsleiter des Bayerischen Zentrums für Angewandte Energieforschung (ZAE Bayern), mit dem Neubau des Forschungsinstituts in Würzburg vor. Mit diesem Bau werden innovative Materialien, Systeme und Technologien experimentell getestet und deren Einsatzmöglichkeiten für Neubauten und den Gebäudebestand wissenschaftlich evaluiert.

Dazu werden neuartige, prototypische Baumaterialien, Bausysteme und Technologien eingesetzt, die sich allesamt für eine energieeffiziente und ressourcenschonende Bauweise nutzen lassen. Hier ist alles dabei: von PCM, über VIPs und intelligente Kühlsysteme bis zu Membran-Konstruktionen aus ETFE-Folien. Nur auf PV-beschichtete Folien wurde verzichtet, da es den Kostenrahmen sonst gesprengt hätte, so Ebert.

Mit einer gründlichen Vorplanung wird bei diesem Projekt zudem gezeigt, wie Gesamtenergie-Kreisläufe bereits im Planungsprozess positiv gesteuert und optimiert werden können. von Nicole Allé

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