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Hersteller zeigen auf der fensterbau/frontale neue Produkte

Fenster: U-Wert-Hatz geht unvermindert weiter

14.02.2010, 07:43

Bild von der fensterbau/frontale 2008.
Im März öffnet die fensterbau/frontale in Nürnberg ihre Tore. Bild: Messe Nürnberg

Tübingen. Das Top Thema der Fenster- und Türenbranche ist nach wie vor die Verbesserung der energetischen Eigenschaften ihrer Produkte. "Der Run auf den U-Wert hält an", berichten übereinstimmend Jürgen Benitz-Wildenburg vom Institut für Fenstertechnik ift Rosenheim und Ulrich Tschorn, Geschäftsführer des Verbandes der Fenster- und Fassadenhersteller VFF. Beide erwarten, dass der U-Wert auch die Fachmesse fensterbau/frontale, die vom 24. bis 27. März 2010 auf dem Nürnberger Messegelände stattfindet, dominieren wird. Glücklich sind sie darüber nicht.

Die fensterbau/frontale ist die größte Fachmesse rund um Fenster, Tür und Fassade. Sie findet alle zwei Jahre statt. 2010 rechnet die Messe Nürnberg mit über 700 Ausstellern und mehr als 100.000 Besuchern. "Es wird viele technische Neuentwicklungen zu sehen geben", berichtet Jürgen Benitz-Wildenburg. Er ist gut informiert, denn viele der Neuentwicklungen werden vom ift zertifiziert, bevor sie der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Vor allem im Bereich der Rahmenmaterialien tue sich derzeit einiges, so Benitz-Wildenburg. "Im Kunststoffbereich entwickeln die Hersteller Profile, die ohne Stahlarmierungen auskommen. Relativ neu auf dem Markt sind auch Profile, die mit hochdämmenden Materialien ausgeschäumt werden." Doch nicht nur bei den Kunststofffenstern gibt es Verbesserungen. Hersteller von Aluminiumfassaden und Holz-Aluminiumfenstern haben Produkte mit speziellen Beschichtungen entwickelt, die die langwellige Infrarot-Strahlung des Sonnenlichts reflektieren. Das ist die Wärmestrahlung.

"Beim Glas tut sich nicht mehr viel. Hier sind wir mit einem U-Wert zwischen 0,5 und 0,7 derzeit am Ende der Fahnenstange angelangt", bestätigt Verbands-Mann Tschorn die Konzentration auf die energetische Verbesserung der Rahmen. Er ist genau wie Benitz-Wildenburg ein wenig traurig darüber, dass die Fensterbauer sich nach wie vor so stark auf den U-Wert konzentrieren. "Dadurch wird die Betrachtung der Fenster und Türen auf den Einsatz im Winter reduziert. Man muss aber den gesamten Wärmeschutz betrachten. Dazu gehören nicht nur die Dämmeigenschaften im Winter, sondern auch der sommerliche Wärmeschutz." Zudem kämen durch die U-Wert-Hatz weitere für die Zukunft wichtige Entwicklungen wie die Mechanisierung und Elektrifizierung der Fenster und ihre intelligente Vernetzung mit der Gebäudetechnik zu kurz.

Ursache für die einseitige Betrachtung nur des winterlichen Wärmeschutzes sind laut Tschorn und Benitz-Wildenburg die bestehenden Energie-Label. Auch die in der EnEV 2009 enthaltenen Referenzwerte zielen im Wesentlichen auf den U-Wert ab. "Um hier ein wenig gegenzusteuern, entwickelt das ift Rosenheim derzeit ein Europäisches Energie-Label für Fenster, das alle energetischen Aspekte einbezieht", berichtet Benitz-Wildenburg.

Auf der fensterbau/frontale wird dieses allerdings noch kein Thema sein. "Wir nehmen uns in Nürnberg noch einmal des Themas CE-Kennzeichnung an", so der ift-Sprecher weiter. Seit dem 1. Februar 2010 ist die CE-Kennzeichnung für Fenster und Außentüren europaweit verpflichtend. Allerdings wird die CE-Kennzeichnung nicht vergeben, sondern eigenverantwortlich vom Hersteller der Fenster und Türen angebracht. "Daher sollten Planer und Energieberater genau schauen, wie die in der CE-Kennzeichnung angegebenen Werte zustande kommen", rät Benitz-Wildenburg. Da gebe es einen großen Wildwuchs und eine entsprechende Verunsicherung. "Beispielsweise gibt es drei verschiedene Wege, einen U-Wert zu berechnen, mit durchaus voneinander abweichenden Ergebnissen." Planer sollten das berücksichtigen. Daher will das ift an seinem Stand auf der fensterbau/frontale Planer und Energieberater für das Thema CE-Kennzeichnung sensibilisieren.

Gespannt ist Benitz-Wildenburg darauf, was es in Nürnberg in Sachen Lüftung zu sehen geben wird. Die EnEV 2009 macht die nutzerunabhängige Lüftung für Neubauten zur Pflicht. "Wir werden sehen, ob das auf der Messe bereits Thema ist", sagt er. Das ift selbst nimmt sich auf der Messe eines weiteren Zukunftsthemas an: Zusammen mit Schüco stellt es ein Fenster mit integrierten Dünnschicht-Modulen für die Erzeugung von Solarstrom aus. "Fenster mit fotovoltaischem Glas sind eine Zukunftstechnologie, die den Fassadenmarkt komplett verändern wird", ist sich Benitz-Wildenburg sicher. sth

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