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Forschungsverbund soll Markthemmnisse beseitigen

Dämmung mit Nachwachsenden braucht mehr Brandschutz

05.03.2015, 08:45

WDVS aus nachwachsenden Rohstoffen mit verbessertem Brandschutz
Manche Hersteller bieten schon optimierten Brandschutz. © Homatherm

Mit einem Forschungsverbund von Herstellern und Wissenschaftlern will die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) den Einsatz von natürlichen Dämmstoffen am Bau unterstützen. Projektvorschläge können noch bis zum 30. April eingereicht werden

"Ziel ist, die Vorteile und den Zusatznutzen von Dämmstoffen mit Zahlen und Daten zu belegen", sagt Birgit Herrmann, Referentin für Bauen und Wohnen der FNR. Sie erwartet, dass der Forschungsverbund auch Konzepte entwickelt, um den Brandschutz zu gewährleisten. Das Glimmen, das nach dem Löschen eines Brandes zur Wiederentzündung führen kann, ist ein Problem nachwachsender Dämmstoffe. Eine Lösung könnten beispielsweise Anweisungen für die Feuerwehr sein, die Dämmung um einen Brandherd in einem bestimmten Abstand auszufachen, sagt Hermann. Mit einer Entscheidung, welcher Forschungsverbund von der FNR unterstützt wird, rechnet sie für Ende des Jahres.

Einsatz in Mehrgeschossern ist nur eingeschränkt möglich

Beim Einsatz in Mehrgeschossern stoßen nachwachsende Dämmstoffe bisher an bauordnungsrechtliche Grenzen, weil sie in der Regel in die Brandschutzklasse B2 - normalentflammbar - eingeordnet werden. Allerdings kommt hier gerade Bewegung in die Sache. "Seit 1. März hat Baden-Württemberg seine Bauordnung so verändert, dass brennbare Materialien auch in Mehrgeschossern nicht von vornherein ausgeschlossen sind, sondern die Konstruktion den Brandschutz gewährleisten muss", berichtet Andreas Brückner von der FNR. Dämmstoffe könnten etwa im Wandaufbau mit Holz verkapselt werden. Damit gäbe es mehr Möglichkeiten für ihren Einsatz. Bei einzelnen Herstellern gibt es schon schwer entflammbare WDVS-Produkte auf Holzbasis.

Zur Vereinheitlichung der unterschiedlichen Rechtsgrundlagen in den Bundesländern will ein Runder Tisch beitragen, den das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unter Federführung der FNR in Berlin veranstaltet. "Das erste Thema am 19. März wird der Brandschutz sei", sagte eine Sprecherin des Ministeriums.

Verbunden mit dem Brandschutz ist das Problem der Flammschutzmittel: "Bei den meisten Dämmstoffen aus Nawaro sind mehr oder weniger problematische Brandschutzmittel enthalten", schreibt Arnold Drewer, Geschäftsführer des Instituts für preisoptimierte energetische Gebäudemodernisierung, in einer Diskussion in der Facebookgruppe "Dämmstoffe Pro & Contra". Meist wird Borsalz eingesetzt. Zu den Ausnahmen gehören Kork und Seegras, die von Natur aus die Brandstoffklasse 2 erreichen. Borsalz ist als Gefahrstoff klassifiziert, hat aber keinen Dampfdruck. "Einmal verbaut, dünstet er nicht aus. Eine Belastung der Raumluft erfolgt nicht", sagt der Holzschutzexperte André Peylo. Trotzdem dürfe Borsalz seit 2009 nur noch in einer Konzentration von weniger als 5,5 Prozent in Dämmstoffen enthalten sein. Als Ersatz werde nun häufig Aluminiumsulfat (Alaun) eingesetzt, das unter dem akuten Verdacht stehe, Alzheimer hervorzurufen, kritisiert Peylo.

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