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Velux zeigt Lüftung mit Wärmerückgewinnung für Dachfenster

Dämmung großes Thema auf der Dach + Holz 2014

20.02.2014, 09:58

Dezentrale Lüftung für Dachfenster
Die Lüftungseinheit mit Wärmerückgewinnung für Velux-Dachfenster ist nur von Außen zu sehen. © Silke Thole

Dank des milden Winters 2013/2014 freuen sich die Aussteller der Dach und Holz über einen guten Start ins neue Geschäftsjahr. Anders als in typischen Jahren gibt es keine wetterbedingten Ausfälle. "2013 wird uns ein verrücktes Jahr bescheren", prognostizierte denn auch Karl-Heinz Schneider, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks am ersten Tag der Messe für die Dachdecker- und Zimmererbranche. "Ein zentrales Thema für unsere Gewerke wird 2014 Wohnraum schaffen, Gebäude aufstocken sein", ergänzte Ullrich Huth, Vorsitzender Holzbau Deutschland. Neben Holz als Konstruktionsbaustoff für Dächer und ganze Häuser nehmen auf der Messe in Köln vor allem die Bereiche Dämmen und Dichten breiten Raum ein. Zahlreiche Anbieter von Holzfaserdämmstoffen präsentieren Neuheiten.

Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen werden zunehmend nachgefragt, berichtete Thomas Ruhrmann, Obermeister der Dachdecker- und Zimmerer-Innung Köln, beim Messerundgang. Allerdings seien die Wärmedämmwerte dieser Dämmstoffe noch nicht so gut, wie die der Dämmstoffe aus Polyurethan oder Mineralfasern. Die geringeren Dämmwerte machen Dämmstoffe aus Holzfasern oder Hanf jedoch durch andere Vorteile mehr als wett, so die Hersteller, die in diesem Zusammenhang die Diffusionsoffenheit ihrer Produkte ebenso anführen wie den besseren sommerlichen Wärmeschutz dank einer höheren Wärmespeicherkapazität und den besseren Schallschutz dank einer höheren Rohdichte.

Für den Mehrgeschoss-Wohnungsbau waren Wärmedämmverbundsysteme aus Holzfasern bislang kein Thema, da aus Brandschutzgründen baurechtlich nicht zugelassen. Das möchte der Hersteller Homatherm mit seiner WDVS-Holzfaserplatte mit geprüftem Flammschutz ändern. Die Putzträgerplatte ist in die Europäische Brandschutzklasse C-S1-d0 "schwer entflammbar" klassifiziert und soll den Einsatz bei Neubau und Sanierung von Fassaden bis zu 13 Metern Traufhöhe ermöglichen. Dazu muss Homatherm in Deutschland allerdings noch die Hürde der bauaufsichtlichen Zulassung nehmen, denn trotz der europäischen Klassifizierung als schwer entflammbar wird die Platte hierzulande nach der geltenden DIN-Norm als normal entflammbar eingestuft. Der Grund: Sobald sie keinen Flammen mehr ausgesetzt ist, verlischt zwar das offene Feuer, aber die Platte glimmt weiter. "Im Unterschied zu den WDVS aus Polystyrol, die schmelzen und dichten schwarzen Rauch verursachen, zeichnen sich flammgeschützte Holzfaserplatten durch ein langsames, berechenbares Durchbrennen aus", berichtete Homatherm-Forschungsleiter Michael Müller auf der Dach und Holz. Daraus ergebe sich ein enormer Zeitgewinn. Zudem biete die neue Platte EnergiePlus FR einen zusätzlichen Sicherheitsaspekt, da bei Öffnung der Fassade durch die Feuerwehr keine offenen Flammen wie bei normal entflammbaren Dämmplatten zu verzeichnen seien.

Den Flammschutz erzielt Homatherm durch den Einsatz von flammhemmenden Zusätzen, "natureplus-konformen" Salzen, die gesundheitlich unbedenklich seien. Die Klassifizierung gemäß EN 13501-1 als schwer entflammbar in Euroklasse C-S1-d0 sei ein erster Schritt, um künftig Eingang in die länderspezifischen Bauordnungen zu finden. "Hier ist noch eine Menge Überzeugungsarbeit zu leisten", so Anwendungstechniker Harald Schüssler.

Das Unternehmen Steico, das als Systemanbieter für ökologischen Hausbau auf den Ein- und Zweifamilienhausmarkt zielt, präsentiert auf der Dach und Holz seine Dämmplatten universal und protect H, die neuerdings auch zur Aussteifung von Holzkonstruktionen mit eingesetzt werden können. Möglich macht das die neue allgemeine bauaufsichtliche Zulassung abZ Z-91.1-826. Für den Holzbaubetrieb ließen sich die Vorteile dieser Zulassung mit drei Wörtern auf den Punkt bringen, so Steico: schneller, wirtschaftlicher und sicherer. So können in der Vorfertigung Wandelemente mit STEICOuniversal oder STEICOprotect H auf der Außenseite beplankt werden und sind in nur einem Arbeitsgang stabilisiert und vor Witterung geschützt. Das vorgefertigte Element kann so auf die Baustelle transportiert und montiert werden. Der raumseitige Zugang bleibt auch nach Errichtung der Gebäudehülle erhalten. Die Gefachdämmung, Leitungen und sonstige Gebäudetechnik lassen sich vor Ort platzsparend und witterungsgeschützt im Wandquerschnitt verlegen.

Interessante Neuigkeiten gibt es auch auf dem Stand des Dachfenster-Spezialisten Velux. Das Unternehmen hat sich der Norm zur Sicherstellung des nutzerunabhängigen Mindestluftwechsels DIN 1946-6 angenommen und präsentiert gleich drei Lüftungstechnologien für seine Dachfenster. Die spannendste davon ist sicherlich der Lüfter mit Wärmerückgewinnung, der sich für alle Velux-Dachfenster der neuesten Generation nachrüsten lässt, die seit rund einem Jahr auf dem Markt ist. Das Gerät funktioniert nach dem Gegenstrom-Prinzip, laut Hersteller lässt sich bis zu 85 Prozent der Wärmeenergie aus der Raumluft zurückgewinnen. Für den Handwerker entsteht bei der Montage kein größerer Aufwand als bei einem Üblichen, elektrisch betriebenen Velux-Fenster. Der Lüfter wird oberhalb des Fensters eingebaut und ist lediglich von außen sichtbar. Lufteinlass und -auslass docken an die Öffnungen der bekannten Lüftungsklappe der Dachfenster an. Das System soll 2014 zunächst erprobt werden. "Wir wollen zunächst herausfinden, wie die Dachhandwerker mit dem Produkt zurecht kommen", so Produktmanager Till Reine.

Bereits erhältlich sind die anderen beiden neuen Lüftungslösungen: Velux Balanced Ventilation ermöglicht als selbstregulierendes Lüftungselement eine permanente reduzierte Dauerlüftung. "Dank der besonderen Aerodynamik der Luftdurchlässe wird ein konstanter Luftvolumenstrom gehalten", so Reine. Das Lüftungselement optimiert die seit bereits über vier Jahrzehnten eingesetzte Technik der traditionellen Lüftungsklappe bei allen Velux Dachfenstern. Künftig strömt bei geringerem – für den Luftaustausch verantwortlichen – Differenzdruck zwischen innen und außen mehr Luft durch das Fenster als bei der Standard-Lüftungsklappe. So ist auch in windarmen Regionen und bei jeder Witterung ein ausreichender Luftwechsel garantiert. Bei starker Windlast hingegen drosselt Balanced Ventilation mittels einer mechanisch gelagerten, selbstregulierenden Membran den Luftvolumenstrom.

Handwerker oder Planer können mit "VELUX Balanced Ventilation" den nutzerunabhängigen Mindestluftwechsel nach DIN 1946-6 mit einem Lüftungselement pro Raum bis 20 m² Grundfläche sicherstellen, wenn freie Querlüftung möglich ist – also mindestens ein zweites Element auf einer anderen Fassadenseite vorhanden ist, zu dem die Luft ungehindert strömen kann. Bei getrennten Räumen kann die freie Querlüftung durch einen Spalt in oder unter den Zimmertüren – den sogenannten Überstromspalt – sichergestellt werden. Die Montage erfolgt einfach durch den Austausch des Standard-Markisenkastens des Dachfensters und kann auch nachträglich bei schon installierten Modellen der neuen Generation erfolgen.

Die dritte Lüftungslösung ist ein feuchtegesteuertes Zuluftelement der Velux-Partnerfirmen Aereco oder Aldes, das sich in einer modifizierten Griffleiste der Velux-Fenster montieren lässt. Damit kann in Gebäuden mit zentralen Abluftanlagen die Zuluft in Dachräumen feuchtigkeitsgesteuert über die normale Lüftungsklappenfunktion des Dachfensters erfolgen. Mit 60 bis 70 Euro je Dachfenster ist dies die günstigste Lüftungslösung im Velux-Portfolio. Die mechanische Lösung "Velux Balanced Ventilation" schlägt dem Hersteller zufolge mit rund 160 Euro zu Buche. von Silke Thole

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