Solarverband hofft auf eine Novellierung des Energieeffizienzlabels

Verbundanlagenlabel kommt nicht an

Verbundanlagenlabel sind zu komplex. © Europäische Kommission

Die europäischen Energieeffizienzlabel für Heizungsverbundanlagen werden von Handwerkern und Endkunden kaum nachgefragt, berichtet ein Konsortium unter der Leitung der European Solar Thermal Industry Federation, das mit dem Projekt "LabelPack A+" die Einführung der Label unterstützen sollte. Das Projekt wurde jetzt abgeschlossen.

Seit dem 15. September 2015 müssen neue Einzelgeräte und Verbundanlagen zum Heizen und zur Warmwassererzeugung mit einem Energieeffizienzlabel versehen werden. Doch das Verbundanlagenlabel komme nur langsam im Markt an, so das Konsortium mit Mitgliedern aus sechs europäischen Ländern. "Als Label, das erstmalig auch Verbundanlagen in ihrer Energieeffizienz bewertet, ist das EU-Label deutlich komplexer als die vorherigen, bekannten Effizienzlabels aus anderen Segmenten", sagt Pedro Dias, Generalsekretär des europäischen Verbands Solar Heat Europe/ESTIF. "Die Komplexität spiegelt sich leider auch bei der Akzeptanz des Labels beim Handwerker und Endkunden wider. Es wird bisher noch nicht in dem Maße nachgefragt, wie wir ursprünglich erwartet hatten."

Der Gebäudetechnikverband VdZ, der 2015 eine Plattform zur Labelerstellung online gestellt hat, bestätigt die Beobachtung. Es würden zwar regelmäßig Datenbankabrufe erfolgen, aber viel zu wenig angesichts der unzähligen Verbundanlagen im Markt. Tatsächlich dürfte die Mehrzahl der jährlich installierten Heizungsanlagen das Verbundanlagenlabel brauchen, da schon das Hinzufügen von Regelungstechnik aus einer Wärmepumpe oder einem Heizkessel eine Verbundanlage macht.

Wegen der zurückhaltenden Akzeptanz lag ein Schwerpunkt des Projekts "LabelPack A+" auf der Erarbeitung von Verbesserungsvorschlägen für das Label und seinen Einsatz. Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband Solarwirtschaft, zum Projektabschluss: "Es ist sicher so, dass ein neues Label Zeit benötigt, sich am Markt zu etablieren. Bisher überwiegt für Industrie und Handwerk aber eindeutig der Aufwand, während Endkunden sich mit den vielen verschiedenen Informationen der Labels schwertun."

Der BSW hofft nun auf eine Novellierung des Labels, das die Defizite ausräumt. "Wir haben dazu beigetragen, dass die Erfahrungen von Herstellern sowie Vertretern der Handwerkerschaft, öffentlichen Institutionen in Deutschland und Verbraucherschützern an die EU-Kommission zurückgespiegelt wurden und hoffen auf eine Berücksichtigung dieser Vorschläge bei künftigen Novellierungen", so Körnig. Bis es soweit ist, arbeiteten viele Firmen der Solarwärmebranche an einem eigenen Label, da ihre Interessen bisher nicht ausreichend berücksichtigt wurden.

Im Projekt wurden zahlreiche Informationsveranstaltungen und Handwerkerschulungen organisiert, Onlinetools erarbeitet und Materialien für das Fachpublikum erstellt. In den letzten Projektmonaten wurde – neben einer umfassenden Evaluierung des Labels und der Erarbeitung von Verbesserungsvorschlägen – nochmals umfassend per Social Media über das Label informiert, um Endkunden und Handwerker zu erreichen. Ebenfalls wurde das in fünf Sprachen verfügbare Label-Berechnungstool aktualisiert und dessen Anwendung verbessert. Es wird weiterhin zur Verfügung stehen und in Kooperation mit dem Solar-Keymark-Network weitergepflegt. Quelle: BSW / sth

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