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Vor allem kleinere Objekte können profitieren

Strom für Warmwasser soll Mieterstrom rentabel machen

Mieterstrom kann auch Wärmebedarf decken. © S. Ehlerding

Für eine Nutzung von Strom auch zur Wärmeerzeugung in Mieterstromprojekten wirbt das das Münchner Unternehmen Polarstern. Die Doppelnutzung sorge für hohe Grundlast.

Die Sektorkopplung mache Mieterstrom für kleinere Wohngebäude mit weniger als 20 Wohneinheiten attraktiv. Um einen möglichst hohen Direktverbrauch zu erzielen, sei die Nutzung des erzeugten Stroms nicht nur in der Strom-, sondern auch in der Wärmeversorgung von Vorteil, argumentiert der Anbieter. Die Rentabilität von Mieterstrom sei damit nicht mehr allein vom Stromverbrauchsprofil der Bewohner und der Anpassung an die Stromerzeugung sowie der Teilnahmequote abhängig. Vielmehr sorgt die integrierte Wärmeversorgung für eine gewisse Grundlast und damit den nötigen Direktverbrauch, den es im jeweiligen Mieterstromprojekt braucht. Gerade in Gebäuden mit Zentralheizung ist die Wärmeversorgung der Mieter Sache der Immobilienbesitzer und Vermieter. Sie können den in PV-Anlagen oder BHKWs erzeugten Strom direkt einsetzen. Das sei ein wichtiges Argument für die Finanzierung solcher Mieterstromprojekte.

Am Rande der Schwäbischen Alb entsteht derzeit ein Mehrfamilienhaus mit sieben Wohnungen, die mit Mieterstrom versorgt werden. Der erzeugte Strom wird zur Stromversorgung der Bewohner und zum Betrieb von zwei Wärmepumpen für die Erzeugung von Brauchwasser (10 Kilowatt) und zum Heizen (22 Kilowatt) genutzt. Damit erzielt die PV-Anlage mit einer Leistung von 30 Kilowatt Peak einen Direktverbrauch in Höhe von rund 49 Prozent. Gleichzeitig sinken die Strom- und die Wärmekosten der Mieter. Die Stromkosten liegen voraussichtlich rund 13 Prozent unter dem lokalen Grundversorgertarif. Ein zusätzlicher Speicher erhöht den Direktverbrauch um 11 Prozent auf dann 60 Prozent und hebt die Autarkie auf 49 Prozent.

Die Umsetzung eines Mieterstromprojekts mit kombinierter Anlagentechnik erfordert stets ein gesondertes Messkonzept. Dieses ist mit dem jeweiligen Verteilnetzbetreiber individuell abzustimmen. Auch müssen bei der Abrechnung die verschiedenen Vergütungsformen berücksichtigt werden, was vergleichsweise komplex ist.

Bei der Mieterstromversorgung arbeitet der Immobilienbesitzer deshalb im genannten Projekt mit Polarstern als Mieterstromdienstleister zusammen. "Wir realisieren das Mieterstromprojekt im Rahmen unseres Enabling-Modells. Das bedeutet, der Immobilienbesitzer ist Anlagenbesitzer und -betreiber, während wir ihm seitens Polarstern den Strom zur Mieterstromversorgung abkaufen und als Energieversorger an die Mieter weiterreichen. Der Immobilienbesitzer vermeidet so, gewerbesteuerpflichtig zu werden und erzielt eine Rendite, die über der EEG-Einspeisevergütung liegt. Für PV-Anlagen sind dies aktuell rund 15 Prozent inklusive der Förderung nach dem Mieterstromgesetz, bei BHKWs sind es mindestens 20 Prozent", bilanziert Florian Henle. Quelle: Polarstern / pgl

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