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Russlandkrise: „Historisches Energiesparpaket“ ist fällig

Um von Russlands Energieimporten unabhängig zu werden, muss Deutschland jetzt handeln. Foto: Ingo Bartussek/stock.adobe.com

Um zügig unabhängig von russischen Energieimporten zu werden, fordert die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) ein „Energiesparpaket von historischer Dimension“. Heute veröffentlichte sie dazu ein Diskussionspapier.

Energieeinsparung werde jetzt zum Gebot der nationalen und europäischen Sicherheit, heißt es in dem heute veröffentlichten Diskussionspapier: „Die friedlichste Kilowattstunde ist die, die gar nicht erst verbraucht wird.“ Allein durch den beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien lasse sich die „strategische Gaslücke“ nicht schließen.

Deutschland muss jetzt reagieren

Jeder und jede könne etwas tun, um den Energieverbrauch zu senken – durch Verhaltensänderungen, durch die Bevorzugung energiesparender Geräte, durch die Optimierung des Heizungsbetriebs und durch die energetische Ertüchtigung von Gebäuden. Auch Unternehmen hätten zahlreiche Handlungsmöglichkeiten. Allerdings dürfe der Staat Haushalte, Handwerker*innen, Gewerbetreibende und Industriebetriebe nicht allein lassen. Vielmehr müsse die Bundesregierung in historischem Ausmaß aktiv werden, so wie sie es gerade auch an anderen Stellen demonstriere. Dafür müssten jetzt die Weichen gestellt werden, genau wie bei den bereits angekündigten Investitionen in die Infrastruktur zur Diversifizierung der Energieversorgung.

Konkret fordert die DENEFF eine medienwirksame Energiespar-Kampagne des Bundes, die alle Bevölkerungsschichten und Entscheidungsträger*innen anspricht und die mit konkreten „Energiespartipps zum Selbermachen“ motiviert; diese Kampagne sollte mit Spots im Fernsehen als auch in Internetportalen verschiedene Zielgruppen ansprechen. In diesem Rahmen sollten auch kostenlose Heizkosten- und Stromsparchecks angeboten werden.

Unbürokratische und schnell umsetzbare Maßnahmen

Schnell umsetzbare Maßnahmen sollten durch Energiespargutscheine unbürokratisch gefördert werden. Besonders im Gebäudesektor, der für die Hälfte des deutschen Erdgasverbrauchs verantwortlich ist, gebe es vielfach noch kostengünstige Möglichkeiten zum Energiesparen. Um Verbraucher*innen vor unnötig hohen Verbräuchen zu schützen, sollten Effizienznachweise in der Heizkostenabrechnung, digitales Energiemanagement für größere Gebäude, Effizienzanzeigen für alle neu installierten Heizungen Pflicht werden.

Um von Energieimporten unabhängig zu werden und um Planungssicherheit zu schaffen, müsse die Bundesregierung darüber hinaus jetzt eine milliardenschwere „Sanierungswelle“ starten. Dabei sollten zuerst große Gebäude der schlechtesten Effizienzklassen verpflichtend saniert werden und anspruchsvolle Sanierungen besonders belohnt werden. Haushaltsmittel in Höhe von jährlich 20 Milliarden Euro seien dafür ebenso erforderlich wie die Entbürokratisierung der Förderung. Für Personen, die aufgrund ihrer Lebens- oder Finanzlage von den bereits bestehenden Förderangeboten nicht erreicht werden, müssten passgenaue Unterstützungslösungen entwickelt werden.

Energiemanagement verpflichtend ab 5 Gigawattstunden im Jahr

Um das Energiesparen in der Wirtschaft zu beschleunigen, sollten kleine und mittlere Betriebe bei ihren Bemühungen durch Energiespargutscheine unterstützt werden. Darüber hinaus wird eine Sofortabschreibung für klimafreundliche Investitionen vorgeschlagen. Sehr wirtschaftliche Maßnahmen, die durch Energieaudits bekannt sind, sollten umgesetzt werden müssen, Wirtschaftlichkeitsrisiken abgesichert werden. Für alle Unternehmen mit größerem Energieverbrauch (mehr als 5 Gigawattstunden im Jahr) sollte außerdem ein Energiemanagement vorgeschrieben werden und Industrieausnahmen an Energieeffizienz-Gegenleistungen geknüpft werden.

Energiesparen ist nun Frage nationaler Sicherheit

 „Energieeffizienz muss als strategische Ressource endlich verbindliches Politikziel werden“, heißt es in dem Aufruf der DENEFF. Eine niedrigere Energierechnung bedeute reduzierte Zahlungen an Putin und leiste Vorsorge, um die schlimmsten Auswirkungen einer drohenden Versorgungskrise zur nächsten Heizperiode im Herbst zu verhindern. Die DENEFF macht deshalb auch Vorschläge, um das Energiesystem und Wärmenetze sparsamer und krisenfester machen und Abwärme zu nutzen. Das vollständige Papier finden Sie hier zum Download.

Quelle: DENEFF / Delia Roscher

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