Mögliche Knappheit von Kobalt sorgt für Preisdruck

Preise für Lithium-Batterien könnten 2018 steigen

E-Autos treiben Batterie-Nachfrage. ©Grund-Ludwig

Zwischen 5 und 15 Prozent sollen im dritten Quartal des laufenden Jahres die Preise für Lithium-Ionen-Batterien steigen. Davon geht das Marktforschungsunternehmen Trendforce aus. Grund sind stark steigende Kobaltpreise.

Die Preise für Kobalt haben aufgrund der erwarteten Nachfrage für E-Autos in China im ersten Quartal einen Rekordwert erreicht, das wirkt sich auch auf Lithium-Ionen-Batterien aus, die als Speicher für Sonnenstrom eingesetzt werden.

Trendforce geht ebenfalls davon aus, dass sich der Trend im Herbst fortsetzt. Bereits für das zweite Quartal hatte EUPD Research einen Preisanstieg vorhergesagt. Konkrete Zahlen für das dritte Quartal gibt es dort noch nicht. "Aufgrund der hohen Nachfrage aus der Elektromobilität und aus Großspeicherprojekten dürfte sich die Lage noch nicht entspannt haben, so dass auch ich zumindest stagnierende wenn nicht sogar leicht steigende Preise im dritten Quartal sehe", schätzt Martin Ammon, Leiter Energiewirtschaft beim EUPD. Danach werde es aber nach derzeit vorliegenden Informationen zu keinen weiteren Steigerungen kommen, sagt Trendforce.

Duff Lu, Forscher bei EnergyTrend, erklärte, dass das Preisplus im Jahr 2018 bislang moderater als erwartet ausgefallen sei, da sich die großen Hersteller vorab mit dem Rohstoff eingedeckt hätten. Für das dritte Quartal geht er aber definitiv von Preiserhöhungen aus.

Es gebe einen deutlichen Preisanstieg bei den Batteriezellen, teilweise auch Produktionsengpässe, da vermehrt auch für die Automobilbranche produziert werde. Auch der Umstieg auf alternative Materialien wie eine Erhöhung des Anteils von Nickel sei keine Lösung, sondern bringe neue Probleme bei der Stabilität des Materials und in den Produktionsprozessen, so Trendforce.

Noch lässt sich die mögliche Preissteigerung in den nächsten Monaten aber durch Herstellerangaben nicht belegen. Die Preise für Kobalt seien 6,6 Prozent gestiegen, die für Lithium aber eher gefallen, so Petra Richter vom Batterieproduzenten E3/DC. Preiserhöhungen seien es bis Ende 2018 nicht geplant. Der Hersteller Sonnen hat auf die Lithium-Eisenphosphat-Technologie gesetzt und damit auf die Verwendung von Schwermetallen wie Kobalt verzichtet. "Die steigenden Rohstoffpreise von Kobalt und dessen Knappheit haben somit keine Auswirkungen", so der Hersteller auf Anfrage von EnBauSa.de.

In den vergangenen fünf Jahren sind die Preise für Batterien stetig gefallen, laut aktuellem Bericht Speichermonitoriing der Bundesregierung seit 2013 um 50 Prozent. Ende 2017 lagen sie durchschnittlich bei 1300 Euro pro kWh inklusive Leistungselektronik und Mehrwertsteuer, bei 800 Euro für größere Anlagen.  Die Kaufpreise für Speicher lag seit 2013 in Deuttschland bei konstant 10.000 Euro. Die Verbraucher haben die sinkenden Preise genutzt, um mehr Kapazität zu installieren. Mittlerweile liegt die nutzbare Kapazität der Systeme bei 8 kWh.

Parallel zu den den tendenziell höheren Preisen läuft Ende des Jahres die Förderung für Batteriespeicher durch die KfW aus. Sie war degressiv, nun soll sie ganz wegfallen. Der Verband Wohnungseigentum hält das für einen Fehler. Die Unterstützung bei der Anschaffung der Speicher müsse weitergeführt und verstetigt werden. Die Förderung habe für Deutschland aber keine entscheidende Rolle gespielt, so Ammon. Für 2017 nimmt der Bericht des EUPD aber an, dass nur jedes fünfte Speichersystem durch die KfW-Bank gefördert wurde. Einer der Hinderungsgründe könnte die mit der Installation eines geförderten Speichers verbundene Reduzierung der Einspeiseleistung auf 50 Prozent der installierten PV-Nennleistung sein. pgl

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