Leistungsfähigkeit optimieren

Intelligente Steuerung soll Stromspeicher besser machen

Ein Projekt soll die langfristige Leistungsfähigkeit von Batteriespeichern erforschen. © Pixabay

Stromspeicher sind eine noch immer relativ neue Technologie, ältere Speicher gibt es kaum. Ein Projekt erforscht die Entwicklung der Leistungsfähigkeit.

Speicher sind für die Energieversorgung unerlässlich. Wie leistungsfähig sie aber langfristig sind, dazu gibt es bisher praktisch keine belegbaren Aussagen, sondern eher gut begründete Prognosen.

Professor Wolfgang Bessler und sein Team untersuchen dort im Enerlab 4.0 an der Hochschule Offenburg unter anderem die Alterung von Zellen in Stromspeichern. Viele Fragen stellen sich. Wie altern die Zellen in Stromspeichern und wie müssen sie gesteuert werden, damit ihre Leistungsfähigkeit über möglichst viele Vollladezyklen hinweg erhalten bleibt?

Nachdem sich der Speicherhersteller ASD bereits am Vorläuferprojekt "Stabil" der Hochschule beteiligt hatte, bringt es sich auch bei Enerlab ein: ASD stellt unter anderem seine mit der Pacadu-Technologie gesteuerten Stromspeicher für Langzeit-Tests zur Verfügung, um herauszufinden, wie sie sich über Jahre hinweg verhalten und wie die Speichersteuerung zu einer langfristig hohen Kapazität beitragen kann.  „Vielleicht lässt sich ja auf Basis der neuen Erkenntnisse ein Algorithmus entwickeln, der Stromspeicher fit hält und deren Lebensdauer verlängert", so ASD-Geschäftsführer Matthias Ruh über die Projektbeteiligung.

Analyse der Zellalterung von außen und innen

Das vom Bund geförderte Enerlab 4.0 testet Lithium-Ionen-Energiespeicher nicht nur live im Labor, sondern auch mithilfe einer Computersimulation. Die Offenburger Forscher interessieren sich für die elektrochemischen und die materialwissenschaftlichen Prozesse, die innerhalb der Zellen beim Altern ablaufen. Deshalb werden die Speicher während des laufenden Betriebs von außen und danach mit Licht- und Rasterelektronenmikroskopen zusätzlich von innen untersucht. Die Erkenntnisse, die sich auf der strukturellen und chemischen Ebene über Alterungsprozesse gewinnen lassen, werden auf einen digitalen Zwilling übertragen, den sie dann beschleunigt virtuell altern lassen. Ein halbes Jahr Dauerbetrieb im Labor liefert die notwendigen Daten, auf deren Grundlage drei bis fünf Jahre simuliert werden können.

Pacadu-Technologie funktioniert mit ungleichen Zellen

Das Vorgängerprojekt Stabil hatte bereits wichtige Erkenntnisse zur Alterung von Speichersystemen gebracht. Das Besondere dabei: Innerhalb von Stabil wurden neue Zellen geprüft, in Stromspeichern verbaut und im Zeitverlauf immer wieder unter Laborbedingungen untersucht. Da die Pacadu-Technologie dafür steht, auch mit Zellen unterschiedlicher Eigenschaften gut zu funktionieren, wurde der Pacadu-gesteuerte Speicher mit Zellen bestückt, die eine große Streuung der Kapazitäten aufwiesen. Demgegenüber wurde der herkömmliche, seriell-geschaltete Speicher mit möglichst ähnlichen Zellen ausgestattet. Beide Speichersysteme, die zwei Jahre lang identisch be- und entladen wurden, verloren etwa in gleichem Maße an Kapazität, alterten in ähnlicher Weise. Dazu Professor Wolfgang Bessler: „Dadurch, dass das parallel-geschaltete Speichersystem deutlich schlechtere Voraussetzungen hatte und trotzdem nur geringfügig stärker alterte, lässt sich die Aussage bestätigen, dass die Pacadu-Technologie mit Zellen unterschiedlicher Kapazität umgehen kann.“ Die Versuche sollen nun fortgesetzt werden, um auch über einen längeren Zeitraum Aussagen treffen zu können. Quelle: ASD Automatic Storage Device GmbH/wh

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