Formelles Verfahren beginnt demnächst

EU prüft Ökodesign für Solarpanele

Auch für Photovoltaik könnte es in zwei bis drei Jahren ein Ökolabel geben. © Ehlerding

Für Solarpanele und Wechselrichter prüft die EU jetzt eine Aufnahme in die Ökodesign-Richtlinie. Das Verfahren steht aber noch ganz am Anfang und kann auch mit der Entscheidung enden, diese Produktgruppe nicht zu regulieren.

"Die Untersuchungen werden sehr bald beginnen und etwa 18 bis 24 Monate dauern", sagte Robert Nuij, Teamleiter für Ökodesign bei der Generaldirektion Energie der Europäischen Kommission. Dass diese Produktgruppe untersucht wird, ist Teil des Arbeitsplans der EU für die Ökodesign-Richtlinie. Am Ende könne die Entscheidung stehen, dass die Aufnahme von Solarpanelen und Wechselrichtern in die Richtlinie keinen Sinn macht, sagt Nuij. Etwa weil die mögliche Energieersparnis zu gering ist.

Fällt die Entscheidung positiv aus, würden Konsultationen mit den Interessengruppen aus der Solarindustrie folgen, bei denen die Anforderungen an die Geräte entworfen werden, beschreibt Nuij das Prozedere. Danach stünden Konsultationen mit der Welthandelsorganisation an, denn die Ökodesign-Richtlinie gilt auch für alle Produkte, die in die EU importiert werden.

Danach können die Hersteller auch noch freiwillige Vereinbarungen treffen. Oder die EU beschließt formal die Anwendung der Ökodesign-Richtlinie.

Erst kürzlich hatte die EU die Neuordnung des Energieeffizienzlabels beschlossen. Grund war, dass die derzeitige Kennzeichnung mit der besten Energieeffizienzklasse A+++ an ihre Grenzen stieß. Künftig sollen die besten Produkte ihrer Klasse bei B beginnen. Bei Produktgruppen, in denen mit einem schnellen technischen Fortschritt zu rechnen ist, soll es sogar die Klasse C sein.

Mit der Neuetikettierung ist aber erst 2019 und nur für Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspüler, Waschmaschinen, Fernseher sowie Leuchtmittel zu rechnen, schätzt Nuij. So lange wird der Abschluss des gesetzgeberischen Verfahrens in der EU noch dauern. Nach Inkrafttreten haben die Händler dann aber nur zwei Wochen Zeit, die neuen Label aufzukleben. Für Heizungen gilt die Neuregelung erst 2026.

Seit Einführung der Richtlinie hat sie Energieeinsparungen in der Höhe des Jahresverbrauchs von Italien bewirkt, hat das Beratungsunternehmen Ecofys für die europäische Verbraucherorganisation BEUC berechnet. Ein durchschnittlicher Haushalt spart dadurch rund 450 Euro Energiekosten im Jahr. sue

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