Wettbewerbsgebäude vom Solar Decathlon wird Unilabor

Dachsolarhaus erhält neues Leben am Boden

Visualisierung der Wohneinheit als Dachgeschoss eines Berliner Altbaus. © Team Rooftop Berlin

Ein Plusenergiehaus, das Studierende der Universität der Künste und der Technischen Universität Berlin für den Wettbewerb Solar Decathlon Europe entwarfen, wird jetzt wieder aufgebaut. Es soll künftig als Seminarraum und Labor dienen.

Das Plusenergiehaus war 2014 einen Monat lang auf dem Wettbewerbsgelände des Solar Decathlons in Versaille der Öffentlichkeit präsentiert worden. Der Berliner Wettbewerbsbeitrag erreichte von 20 internationalen studentischen Teams den vierten Platz in der Gesamtwertung und den dritten Platz in der Einzelwertung "Architektonischer Entwurf". Für die Nachnutzung aber gab es bisher keine Möglichkeiten.

Ursprünglich war das Gebäude mit dem Namen Rooftop als Dachaufbau geplant worden. Jetzt ist eine langfristige Nutzung gesichert: Finanziert von den beiden Universitäten, wird es als Pavillon auf dem gemeinsamen Hochschulcampus Berlin-Charlottenburg wieder aufgebaut. Nach kleineren Umbauten und mit ergänzter Messtechnik können die Studenten dann am konkreten Objekt lernen, wie Energie-Monitoring funktioniert.

Das ursprüngliche Wohnzimmer soll als Seminarraum dienen, das Schlafzimmer wird zum Mess- und Forschungslabor. Christoph Nytsch-Geusen, der als Professor für Versorgungstechnik an der Universität der Künste das Projekt leitet, erläutert: "Es sind einige Umbauten notwendig, weil Rooftop ja als Aufstockung eines Altbaus entworfen wurde und nicht als eigenständiges Gebäude. Die Brandwände an den Stirnseiten ersetzen wir durch Holzrahmenkonstruktionen, in denen dann gleich auch austauschbare Testfassaden inklusive Messtechnik für ein Monitoring untergebracht sind."

Im März war der erste Spatenstich, inzwischen ist der Rohbau wetterfest. Jetzt beginnt der aufwendige Teil der Arbeit: die Installation der Gebäude- und Messtechnik. Nytsch-Geusen ergänzt: "Wir haben das Glück, dass ein Teilnehmer aus dem Wettbewerbsteam noch am Fachgebiet arbeitet und den Aufbau betreuen kann. Die anderen Teammitglieder verfolgen das Projekt aber mit großem Interesse und können auch bei Detailfragen weiterhelfen."

Die offizielle Eröffnung ist für Herbst geplant. Danach startet ein energetisches Langzeitmonitoring zum Raumklima, zur Gebäudetechnik und zur Energiebilanz. So kann das Gebäude nicht nur räumlich, sondern auch inhaltlich ein Teil von Forschung und Lehre der beiden Universitäten werden.

Hinter Rooftop steckt die Idee, ungenutzten Raum auf Berliner Gründerzeitbauten zu energieeffizienten und modernen Wohneinheiten umzugestalten. Diese profitieren von der erhöhten Lage und der vorhandenen Gebäudeinfrastruktur. Mit Solarstrom-Modulen produzieren die neuen Dachwohnungen einen Energieüberschuss, der neben dem Rooftop-Dachaufsatz auch das darunter liegende Gebäude mit versorgen kann.

Nach oben klappbare Fassadenelemente können das in den Raum gelangende Tageslicht dosieren. Sie richten sich über ein Nachführsystem automatisch zur Sonne aus oder werden per Smartphone-App den persönlichen Bedürfnissen angepasst. Zugeklappt schließen die Fassadenelemente außerhalb der Isolierverglasung eine Luftschicht ein, welche den Wärmeschutz erhöht. Quelle: BINE Informationsdienst / sue

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