Endverbraucher denken bei Energiewende zuerst an Strom

ZVSHK: Hausbesitzer unzufrieden mit der Energiewende

Die Sanitär- und Gebäudetechnikmesse ISH 2019 öffnet am 11. März ihre Pforten. © EnBauSa.de

Es mehren sich die Umfragen, bei denen Hausbesitzer ihre Unzufriedenheit mit der Energiewende bekunden. Hatte vor wenigen Tagen Stiebel Eltron im Energie-Trendmonitor 2019 berichtet, dass die Bereitschaft der Verbraucher steigt, selbst etwas zu tun, meldet nun auch der ZVSHK, dass Eigenheimbesitzer die Energiewende mehrheitlich unterstützen. Dennoch ist in deutschen Heizungskellern keine Trendwende in Sicht. Die Endverbraucher denken beim Begriff Energiewende in erster Linie an Strom.

Der politisch gewählte Weg zur praktischen Umsetzung der Energiewende werde von der überwiegenden Mehrheit der Immobilienbesitzer negativ bewertet, berichtet der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK). In seinem Auftrag hat Kantar Emnid im Februar eine repräsentative Umfrage unter 1.000 Immobilienbesitzern durchgeführt. Die Ergebnisse werden auf der Messe ISH, die morgen in Frankfurt eröffnet wird der Öffentlichkeit präsentiert.

Während 65 Prozent die von der Politik beschlossene Energiewende grundsätzlich befürworten, stufen 68 Prozent der Immobilienbesitzer die politische Umsetzung als eher nicht gut bis gar nicht gut ein. Nur knapp jeder Dritte zeigt sich damit zufrieden. "Die Ergebnisse unserer Umfrage bestärken uns in der Kritik, dass die Politik im Rahmen der Energiewende insgesamt zu zögerlich agiert und zu geringe Impulse für den Wärmemarkt setzt", urteilt Helmut Bramann, Hauptgeschäftsführer des ZVSHK. Schließlich werde gut ein Drittel der in Deutschland verbrauchten Endenergie für Heizung und Warmwasserbereitung aufgewandt.

Einen Trend zu einer Wärmewende lassen die Umfrageergebnisse nicht erkennen. Zwar geben etwas mehr als ein Viertel der befragten Immobilienbesitzer (27 Prozent) an, in den nächsten fünf Jahren das Bad oder die Heizung renovieren zu wollen, doch ein starker Trend zur Heizungsmodernisierung lässt sich daraus nicht ablesen. Für die Heizung entscheiden sich nur 16 Prozent, für das Bad 15 Prozent. "In Anbetracht des nach wie vor großen Anteils an technisch veralteten Heizungen im Markt ist diese Quote sehr gering", sagt Bramann.

Werden die Immobilienbesitzer nach den beiden wichtigsten Beweggründen für eine Heizungsmodernisierung gefragt, dann stehen Kosteneinsparungen mit 49 Prozent an erster Stelle, gefolgt von CO2-Reduktion und Umweltschutz (45 Prozent), Einbindung erneuerbarer Energien (42 Prozent) und Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern (29 Prozent). Das Ziel einer Verbesserung des Bedienkomforts durch digitale Steuerung wird dagegen von nur 9 Prozent genannt.

Befragt man nur die Immobilienbesitzer, die eine Heizungsmodernisierung mittelfristig (nächste 5 Jahre) in Betracht ziehen (16 Prozent) nach den beiden wichtigsten Gründen, dann nimmt die Wichtigkeit nachfolgender Aspekte spürbar zu. Das Ziel Kosteneinsparungen steigt auf 58 Prozent, die Einbindung erneuerbarer Energien gelangt auf Platz 2 (48 Prozent), gefolgt von CO2-Reduktion und Umweltschutz (39 Prozent), sowie Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern (35 Prozent). Die Verbesserung des Bedienkomforts durch digitale Steuerung erreicht zehn Prozent Zuspruch.

Der ZVSHK fordert von der Politik ein Umdenken bei der Steuerung der Energiewende und neue Impulse für den Klimaschutz im Wärmemarkt. Einen einen solchen Impuls sieht der Verband wie auch Hersteller Stiebel Eltron in der steuerlichen Abschreibung auf energetische Sanierungsmaßnahmen. "Die bisherigen staatlichen Fördermittel als Modernisierungsanreize im Wärmemarkt, bringen nicht die notwendigen Anreize, sie werden von den Verbrauchern nicht wirklich signifikant genutzt. Alles in allem lässt sich bisher kein Befreiungsschlag für eine Wärmewende erkennen", betont Bramann.

Zudem überdeckt aus Sicht des ZVSHK eine viel zu einseitig geführte politische Diskussion rund um die Stromproblematik die Wahrnehmung anderer wichtiger Felder für die Steigerung von Klimaschutz und Energieeffizienz. So ergab die Kantar Emnid Umfrage, dass bei Hausbesitzern vor allem der Strom den Blick auf die Energiewende beherrscht. Die Hälfte der Befragten (50Prozent) denkt beim Wort Energiewende zunächst an Elektrizität. Jeweils nur ein Viertel gibt als Thema entweder Verkehr (25 Prozent) oder Wärme/Heizung (23 Prozent) an. Quelle: ZVSHK / sth

Eine Verwendung dieses Textes ist kostenpflichtig. Eine Lizenzierung ist möglich.
Bitte nehmen Sie bei Fragen Kontakt auf.

Kommentare (0)

Bisher keine Kommentare!

Neuen Kommentar schreiben

(wird nicht veröffentlicht)

Bitte tragen Sie hier die im Bild dargestellte Zeichenfolge ("Captcha") ein.
Dies dient der Vermeidung von Spam.

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.