Qualifizierung von Installateuren läuft in Deutschland an

Wärmepumpen legen europaweit kräftig zu

Zuspruch zu Wärmepumpen hält an. © Altherma

Derzeit sind in Europa 11,8 Millionen Wärmepumpen installiert. Bis Ende des Jahres könnten es 13 Millionen sein, wenn der positive Trend anhält. Zahlen legte der europäische Branchenverband European Heatpump Association (EHPA) vor.

Aufbruchstimmung herrsche derzeit im Bereich der Heißwasser-Wärmepumpen, konstatierte Thomas Nowak, Generalsekretär des Verbandes bei der Vorstellung der aktuellen Marktzahlen. Eine Million Einheiten waren Ende 2018 installiert, 1,3 Millionen könnten es Ende 2019 sein.

Der wichtigste Markt für Wärmepumpen zur Heißwassererzeugung ist Frankreich, aber auch Deutschland, Österreich und Polen sind wichtige Absatzmärkte. "Es ist eine Einstiegstechnologie für viele Benutzer, die zunächst ihre alten Öl- und Gaskessel weiter benutzen wollen", erklärte Nowak.

Kräftiges Plus für Wärmepumpen

Das am schnellsten wachsende Segment des Wärmepumpen-Marktes sind die Luft-Wasser-Wärmepumpen. Eigentlich sei der Begriff Wärmepumpe mittlerweile auch irreführend, erklärte Nowak. Schließlich könnten die Systeme auch Kühlen und Lüften.

2018 hat sich die Marktsituation für die Wärmepumpen-Branche in vielen europäischen Ländern weiter verbessert. Die meisten Märkte wachsen, nicht mehr nur einzelne. Einen Rückgang gab es lediglich in Ungarn. Der Rückgang in Ungarn könne aber auch darauf zurückzuführen sein, dass die Daten nicht vorlägen, konstatierte Nowak. Um das Marktpotential abzuschätzen, hat der Verband aufgeschlüsselt, wie viel Wärmepumpen pro 1000 Haushalte installiert sind. Die meisten europäischen Länder blieben dabei bei unter 9,5 Anlagen pro 1000 Haushalte. "Wir haben also in den meisten Ländern noch ein enormes Potential", erläuterte Nowak.

Selbst in Frankreich, wo die installierte Basis bereits hoch ist, gebe es weiter Wachstum. In Frankreich wird traditionell viel mit Strom geheizt. Für Split-Wärmepumpen liegt das Plus im laufenden Jahr bei 16 Prozent, bei Monoblock-Anlagen sind es 10 Prozent mehr. Als wichtigste Erfolgsfaktoren bezeichnete Valerie Laplagne vom französischen Branchenverband AFPAC die Zertifizierung der Anlagen seit dem Jahr 2008 sowie eine Zertifizierung der installierenden Handwerker. 8000 speziell geschulte Installateure für Wärmepumpen gibt es in Frankreich. Der Verband stellt ihnen eine Toolbox zur Verfügung, die Installation und Einbindung der Systeme erleichtert.

Qualifizierung läuft in Deutschalnd an

Auch in Deutschland gibt es seit gut einem Jahr die VDI-Richtlinie 4645 zur Qualifizierung von Planern und Installteuren von Wärmepumpen. 73 Teilnehmer haben bislang die Prüfung bestanden, fast 240 an Schulungen teilgenommen. 400 Teilnehmer werden es wohl bis Ende 2019 sein. Bereits sechs Hersteller bieten die Schulungen an.In Frankreich ist die Installation durch einen geschulten Installateur vorgeschrieben, in Deutschland nicht.

"Wenn bei neuen Förderrichtlinien wie in Frankreich die Qualifizierung Vorschrift ist, wird die Zahl der geschulten und geprüften Wärmepumpen-Installateure sicher schnell steigen", sagt Tony Krönert, der beim Bundesverband Wärmepumpe für Schulungen verantwortlich ist. "Aufgrund der Freiwilligkeit sind wir zufrieden mit den Zahlen und der positiven Entwicklung", betont er.

Insgesamt ist in Europa die Verbreitung von Wärmepumpen bei den Heizsystemen deutlich größer als bei der Heißwasserbereitung. Der Anteil der Wärmepumpen an den installierten Wärmeerzeugern liegt hier mittlerweile bei 19,6 Prozent. Bei den Heißwassersystemen sind es derzeit erst 2 Prozent. Das erklärt die derzeit hohen Wachstumsraten in diesem Segment.

Klimaziele stärken Wärmepumpen

Nowak hofft auch auf weiteren Rückenwind aus Brüssel. Das Ziel, einen Anteil von mehr als 30 Prozent Erneuerbarer bis zum Jahr 2030 zu erreichen, lasse sich nur einem deutlichen Plus an Wärmepumpen erreichen. Vor allem in Deutschland ist eine wichtige Voraussetzung, dass der Strompreis sinkt. Im Vergleich zu Belgien müsse in Deutschland eine Wärmepumpe um ein Vielfaches effizienter sein, um bei den Wärmekosten mit fossilen Energiesystemen konkurrieren zu können. Eine vielfach geforderte Bepreisung für CO2 wäre ein Plus für Wärmepumpen. Nowak zitierte dazu Joachim Wenning vom Rückversicherer München Re. Der habe einen CO2-Preis von 115 Euro pro Tonne Co2 für angemessen gehalten, wenn man die Klimakosten einberechne. Die Diskussionen um einen sozial abgefederten CO2-Preis sind in Deutschland aber erst am Anfang. von Pia Grund-Ludwig

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Kommentare (1)

  1. Markus G.
    at 27.06.2019
    In meinem Elternhaus wurde noch mit Öl geheizt. Als wir vor wenigen Jahren selbst gebaut haben, war das für uns aber keine Option. Wir haben uns dann, wie viele andere Häuslebauer auch, für eine Wärmepumpe von Vaillant entschieden. Vorwiegend wegen der Energieeffizienz und der Umweltfreundlichkeit, aber ich muss schon sagen, bei Temperaturen von gut über 30 Grad hat die Kühlfunktion schon auch was für sich. Wir haben die Wärmepumpe mit einer Photopholtaik Anlage kombiniert, wenn das möglich ist, halte ich da auch immer für eine gute Option zwecks ressourcenschonendem Umgang.

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