Anwendung ist für die gesamte Bundesrepublik nutzbar

Wärmeatlas zeigt erstmals hochaufgelöst Bedarfsdaten

Wärmeatlas erschließt Bedarfsdaten. © Geomer

Für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland stellt ein neuer Wärmeatlas hochaufgelöste Wärmebedarfsdaten für 19,4 Millionen Wohn- und 3,1 Millionen Nichtwohngebäude zur Verfügung. Basis der Untersuchungen ist ein innovatives Verfahren, welches bei der Berechnung des Wärmebedarfs amtliche 3D-Gebäudegeometrien verwendet.

Erstmalig stehen für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland hochaufgelöste Wärmebedarfsdaten für 19,4 Millionen Wohn- und 3,1 Millionen Nichtwohngebäude auf Basis eines innovativen Verfahrens zur Verfügung, das bei der Berechnung des Wärmebedarfs amtliche 3D-Gebäudegeometrien, die Gebäudesimulation GEMOD des ifeu-Instituts Heidelberg und optimierte Eingangsdaten verwendet. Jedes erfasste Gebäude wird als eindeutig identifizierbarer und georeferenzierter Datenpunkt abgebildet, der die Parameter energetischer Gebäudetyp, Gebäudegrundfläche, Energiebezugsfläche sowie Nutzenergiebedarf Raumwärme und Brauchwarmwasser enthält. Auch die eindeutige Kennung der INSPIRE-Grid-Zelle ist dem Datenpunkt zugeordnet. Der Wärmeatlas Deutschland 2.0 wurde von der Geomer GmbH, dem ifeu-Institut und der GEF Ingenieur AG entwickelt und kann für individuelle räumliche Selektionsausschnitte über geomer lizenziert werden. Denn Energieversorger, Netzbetreiber, Kommunen, Energieagenturen und Planungsbüros stehen vor der Aufgabe, die Wärmewende und Klimaziele umzusetzen. Zu wissen, wo welcher Wärmeenergiebedarf für Brauchwasser und Heizung besteht, ist für diese Vorhaben eine Grundvoraussetzung. Der Wärmeatlas Deutschland 2.0 ist ein planerisches Instrument, das bei Wärmeplanungen, energetischen Quartierskonzepten und Szenarioanalysen als zuverlässige Datengrundlage herangezogen werden kann.

Innovatives Berechnungsverfahren und qualitätsgesicherte Eingangsdaten

Eine innovative Kombination aus einer Bottom-Up Berechnung und einer Top-Down Kalibrierung ermöglicht aussagekräftige und belastbare Aussagen über den Wärmebedarf von 19,4 Millionen Wohn- und 3,1 Mio. Nichtwohngebäuden. Auf Ebene einzelner Gebäude erfolgt die Berechnung über eine Übertragung spezifischer Energiekennzahlen für Raumwärme und Warmwasser (kWh/m²a) aus dem ifeu-Gebäudemodellsimulationsmodell GEMOD, die nach Gebäudetypen, Baualtersklassen und Klimazonen differenziert werden. Für die Zuordnung zu einem energetischen Gebäudetyp wurden die 3D-Gebäudemodelle um weitere Attribute zur Gebäudenutzung aus Sekundärdatenquellen angereichert und nach ihrer Geometrie sowie lagebasierten Kriterien klassifiziert. Die Wärmebedarfsberechnung erfolgt über eine Zuordnung der Nutzungsschlüssel einzelner Gebäude zu energetischen Typgebäuden in der Systematik des GEMOD. Die Gebäudedaten sind bezüglich Anzahl und energetischer Nutzfläche in Anlehnung an die GEMOD-Werte auf Bundesebene für den Zweck einer energetischen Modellierung kalibriert. Durch die Optimierung der Eingangsdaten mit Sekundärinformationen konnten die Eingangsdaten aller Bundesländer auf ein hohes Qualitätsniveau angeglichen werden. Die aufbereiteten Daten entsprechen überdies datenschutzrechtlichen Anforderungen.

Kleinräumige Analysen des Wärmebedarfs

Der Wärmeatlas Deutschland 2.0 kann als Datengrundlage für kleinräumige Analysen des Wärmebedarfs im Gebäudebestand auf Ebene einzelner Städte, Kommunen, Stadtteile oder auch Quartiere genutzt werden. Für die einzelnen Gebäude stehen der anhand mittlerer Sanierungsstände nach Gebäudetyp und Baujahr im GEMOD berechnete Nutzenergiebedarf für Raumwärme und Warmwasser im Basisjahr 2016 zur Verfügung. Dieser kann als erste Näherung des Status quo des Wärmebedarfs in zusammenhängenden Gebäudebeständen verwendet werden und beispielsweise Aufschluss über Wärmenetzpotenziale bieten. Über die Attribute Gebäudetyp und energetische Nutzfläche können Szenarien der Wärmebedarfsentwicklung unter anderem zur Bewertung von Wärmeversorgungskonzepten abgebildet sowie lokal kalibrierte spezifische Energiekennzahlen bzw. empirisch erhobene Verbrauchsdaten eingepflegt werden.

Attraktive Alternative zu kostspieligen und zeitintensiven Erhebungen

Durch das wissenschaftlich fundierte Berechnungsverfahren und die Qualitätssteigerung der Eingangsdaten stellen die Informationen aus dem Wärmeatlas Deutschland 2.0 eine wirtschaftliche attraktive und realitätsnahe Alternative zu kostspieligen sowie zeitintensiven Verfahren zur Abschätzung des Wärmebedarfs dar. Der Wärmeatlas Deutschland 2.0 kann über die Geomer GmbH für räumliche Ausschnitte lizenziert werden.

Quelle: Geomer/wh

Eine Verwendung dieses Textes ist kostenpflichtig. Eine Lizenzierung ist möglich.
Bitte nehmen Sie bei Fragen Kontakt auf.

Kommentare (0)

Bisher keine Kommentare!

Neuen Kommentar schreiben

(wird nicht veröffentlicht)

Bitte tragen Sie hier die im Bild dargestellte Zeichenfolge ("Captcha") ein.
Dies dient der Vermeidung von Spam.

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.