Zugriff von außen ist durch Ein-Faktor-Identifikation zu einfach

Versicherer sehen Sicherheitsmängel bei Smart Homes

Sicherheit ist ein wichtiges Motiv für Smart Homes. © EQ3

Der Verband der europäischen Versicherungsindustrie hält Smart-Home-Systeme für ein Sicherheitsriisiko. Vor allem dann, wenn diese von den Herstellern mit der Möglichkeit beworben würden, die Systeme selbst zu installieren. Das sei riskant.

Unter einer Smart-Home-Anwendung versteht der Verband alles, was intelligente Geräte vernetzt und durch eine zentrale Steuereinheit verbunden wird. Das Ziel der Systeme ist es, auf Ereignisse so reagieren zu können, wie dies bei einzelnen Geräten nicht möglich ist und beispielsweise Temperatur, Licht, Zugangssysteme oder Brandschutz zu kombinieren. Häufig gehe es darum, sich das Leben einfacher zu machen, aber auch Energiesparen spiele eine Rolle, so der Verband.

Für die Versicherer ist es ein Problem, dass die Akteure nicht aus dem klassischen Feld der Anbieter von Sicherheitssystemen kommen, sondern aus dem Umfeld des Internet of Things. "Diese Unternehmen sind gut darin, Produkte zu entwickeln, die trendy sind, aber ihre Stärken liegen nicht im Bereich der Sicherheit", bemängelt der Verband. In Deutschland hat der Elektrotechnikverband VDE bereits auf dieses Manko reagiert und ein Zertifikat für sicherheitsgeprüfte Smart Homes entwickelt. Es wurde Ende 2017 auf der IFA vorgestellt.

Insgesamt sehen die Versicherer aber noch Handlungsbedarf beim Schutz von Privatheit im Smart-Home-Umfeld. Ein Problem sehen sie auch bei fehlenden Standards bis hin zur Einbeziehung von Netzwerkstandards für kurze Reichweiten wie Bluetooth. Für sicherheitskritisch halten sie insbesondere die Ein-Faktor-Identifikation, den einfachen Zugriff auf Bewegtbilder durch das Hacken eines Wifi-Netzes, die fehlenden Limits bei Fehlversuchen bei der Passworteingabe, fehlende Verschlüsselung und unsichere Mobilschnittstellen.

Vor allem das Versprechen, aus der Ferne die Sicherheit des Hauses zu überwachen sei eine Illusion, wenn dies nicht nur für den Besitzer, sondern auch für Kriminelle möglich sei. Doch nicht nur die Sicherheitssysteme selbst böten potentiellen Einbrechern Hinweise. Auch der Zugriff auf Thermostate, die eine Absenkung der Temperaturen anzeigen, könne ein Hinweis darauf sein, dass die Bewohner eines Hauses in Urlaub sind. Dazu komme, dass vielen Benutzern die Konfiguration der Anlagen mit neuen Passwörtern zu aufwändig sein. Das erleichtere Angriffe. Der Versicherungsverband empfiehlt deshalb, die Systeme von Fachfirmen installieren zu lassen. pgl

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