Deutsche Firma im finnischen Espoo in 6400 Meter Tiefe angekommen

Tiefste kommerzielle Geothermiebohrung abgeschlossen

Bei Geothermiebohrungen kommen mächtige Gerätschaften zum Einsatz. © H. Angers Söhne

Mit einer Bohrtiefe von 6400 Metern beendet das deutsche Bohrunternehmen H. Angers Söhne die erste Bohrung eines finnischen Geothermie-Projektes und stellt dabei einen Rekord auf: Die weltweit tiefste Bohrung zur Energieversorgung. Beim Bohren im Festgestein bewältigte das Bohrunternehmen gleich mehrere technische Herausforderungen.

Die Endteufe der ersten geothermischen Bohrung in Otaniemi, einem Stadtteil von Espoo, Finnland ist erreicht und der Auftraggeber, das finnische Energieunternehmen St1, ist zufrieden. Der CEO des Unternehmens, Mika Wiljanen, gab den Erfolg über sein Profil des Netzwerks Linkedin bekannt und gratulierte dem Bohrteam. Erstmals wurden für ein kommerzielles Projekt 6400 Meter tief gebohrt. Weltweit gibt es nur drei tiefere Bohrungen. Alle wurden zu Forschungszwecken ausgeführt, eine davon im bayerischen Windischeschenbach.

Der Bundesverband Geothermie sieht die Leistung des hessischen Unternehmens als einen Beweis für die hohe Kompetenz der deutschen Bohrbranche. "H. Angers Söhne hat in dem Projekt in Espoo in vielerlei Hinsicht Neuland beschritten. Es freut mich, dass sie es geschafft haben mit innovativer Technologie diese Bohrtiefe zu erreichen", sagt Erwin Knapek, Präsident des Bundesverbandes Geothermie. "Von den Erkenntnissen können wir auch in Deutschland sehr profitieren, wenn es darum geht mit Tiefen von mehr als 5000 Metern noch höhere Temperaturen nutzen zu können."

Bisher wurde kein ähnliches Projekt auf so hartem Boden, wie dem finnischen Granit und auf diese Tiefe umgesetzt. Mit einer speziellen Bohrausrüstung konnte das deutsche Bohrunternehmen H. Angers Söhne in das Festgestein vordringen und somit diesen Weltrekord erzielen. Neben vielen weiteren Ländern kann das Unternehmen nun auch eine erfolgreiche Tiefbohrung in Finnland vorweisen und trägt zum geothermischen Ausbau des Landes bei.

Ziel des Pilotprojektes ist es mit 40 Megawatt Leistung etwa 10 Prozent der nachgefragten Fernwärme in Espoo mit seinen rund 275.000 Einwohnern zu erzeugen. Ein wichtiger Meilenstein, um wie geplant bis 2030 auf CO2-neutrale Fernwärme umzustellen. "Projekte wie diese sind der richtige Weg die Klimaschutzziele zu erreichen und Städte mit CO2-neutraler Wärme zu versorgen. Nur mit Geothermie ist die Wärmewende in Deutschland und auch international zu erreichen", betonte Knapek. Quelle: Bundesverband Geothermie / sue

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