Solarwärme-Check macht Optimierungsbedarf deutlich

Solarthermie oft nicht richtig gewartet

Titelbild der Auswertung des Solarwärme-Checks. © Verbraucherzentrale

Die Energieberater der Verbraucherzentrale haben mehr als 1800 Solarwärme-Anlagen überprüft. Das Ergebnis: Manche Anlagen funktionieren nicht überhaupt nicht, andere sind schlecht gedämmt oder falsch eingestellt.

Besonders auffällig ist, dass die Effizienz von zwei Dritteln der thermischen Solaranlagen nicht überprüft werden kann, weil kein Wärmemengenzähler eingebaut wurde. Das sollte Pflicht für eine öffentliche Förderung der Anlagen werden, schlägt deshalb Stefan Materne, Referent Versorgungstechnik bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale, vor.

Außerdem ergab die Untersuchung, dass sieben Prozent der Anlagen gar nicht funktionierten. Für 58 Prozent der Anlagen lagen keine Dokumentationsunterlagen vor, wodurch die nachträgliche Optimierung selbst für einen Fachmann schwierig wird. Fast zwei Drittel der Besitzer hatten keinen Wartungsvertrag abgeschlossen, was dazu beitrug, dass Störungen oder Totalausfälle lange unbemerkt blieben.

Auffällig war außerdem, dass die Schwerkraftbremsen oft nicht funktionierten und die dadurch entstehenden Fehlzirkulationen den Solarertrag zu großen Teilen vernichteten. Schwerkraftbremsen sind Rückschlagklappen, die sich schließen, wenn eine unerwünschte Zirkulation von Wasser verhindert werden soll. Schließlich genügte die Mehrzahl der Anlagen nicht den gesetzlichen Anforderungen an die Dämmung von Leitungen und Armaturen.

Die Mängel konnten in so vielen Fällen unbemerkt bleiben, weil solarthermische Anlagen ergänzend zur Heizung laufen, die im Zweifelsfall die Heizleistung übernimmt. "Den Besitzern von thermischen Solaranlagen ist dringend zu raten, die Solaranlage als Gesamtsystem optimieren zu lassen und das regelungstechnische Zusammenspiel mit der Heizung zu überprüfen", rät die Verbraucherzentrale.

Die Energieberater der Verbraucherzentrale empfehlen, die Dokumentationsunterlagen vom Hersteller anzufordern und einen Wartungsvertrag abzuschließen. Bei Neuanlagen sollte eine Überprüfung der Effizienz unbedingt während der Gewährleistungsfrist erfolgen.

Auch die Geräteindustrie erhält Empfehlungen: Die Regelungen der Anlagen sollten für den Verbraucher und den Handwerker leichter bedienbar gestaltet werden. Dadurch würde es einfacher, Anpassungen vorzunehmen, um das System nicht mit Werkseinstellungen betreiben zu müssen. "Insbesondere die teilweise mangelnde Abstimmung der Regelungen der Solaranlage und des Heizkessels ist sehr problematisch beim Ziel, die vorhandenen Sparpotenziale auch zu realisieren", schreiben die Energieberater der Verbraucherzentrale.

Das Handwerk spiele mit die wichtigste Rolle bei der Anlagenoptimierung. "Ein höherer Schulungsbedarf scheint notwendig zu sein, der auch zu einer höheren Sensibilisierung gegenüber dieser Technik führt, die bei komplizierten Anlagenkonzepten hydraulisch und regelungstechnisch sehr anspruchsvoll ist", meinen die Energieberater. Grundsätzlich seien hydraulisch einfache Systeme zu bevorzugen. Standardmäßig sollte die Installationsfirma ein Angebot zur regelmäßigen Wartung abgeben und Bedienungs- und Dokumentationsunterlagen übergeben. Die Einweisung des Kunden in die Funktion und Bedienung der Solaranlage sollte ebenso Pflicht wie die genaue Abstimmung des regelungstechnischen Zusammenspiels mit der Heizungsanlage sein.

Wer jetzt hellhörig geworden ist, kann seine solarthermische Anlage mit dem Beratungsangebot "Solarwärme-Check" für 40 Euro überprüfen lassen. Kunden übernehmen damit nur einen kleinen Teil des Gesamtbetrages. Den verbleibenden Anteil des Originalpreises von 422,45 Euro pro Fall zahlt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Die Beratung erfolgt anbieterneutral und individuell abgestimmt auf den Verbraucher und seine Anlage, verspricht die Verbraucherzentrale. Quelle: Verbraucherzentrale Energieberatung / sue

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