Powerpakete erzeugen Strom und Wärme effizient

Brennstoffzellen heizen Einfamilienhaus

Mit einer Grafik erklärt Zukunft Altbau die Funktionsweise einer Brennstoffzellenheizung. © Zukunft Altbau

Mit Blockheizkraftwerken (BHKW) können Gebäudeeigentümer vor Ort sowohl ihren Strom- als auch ihren Wärmebedarf decken – und das besonders effizient. Sind die Anlagen mit Brennstoffzellen anstatt Verbrennungsmotoren ausgestattet, arbeiten sie sogar noch klimafreundlicher. Das teilt das Informationsprogramm Zukunft Altbau mit.

Die Brennstoffzellentechnologie wird derzeit für Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern interessant. Darauf weist das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau hin. Die Anlagen eignen sich besonders für Haushalte ab vier Personen. "Mit der staatlichen Förderung sind die Effizienzpakete unter dem Strich nur noch geringfügig teurer als normale Heizungen", sagt Frank Hettler von Zukunft Altbau.

Als Ansprechpartner für Hauseigentümer eignen sich qualifizierte Gebäudeenergieberater und Heizungsbauer. Mehr Informationen zu den neuen Brennstoffzellen-BHKW bietet eine kostenlose Broschüre von Zukunft Altbau.

Brennstoffzellen-BHKW nutzen das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK): Sie erzeugen Strom und heizen mit der dabei entstehenden Wärme. Für Privatleute mit einem Ein- oder Zweifamilienhaus waren sie bislang kaum geeignet, denn die Leistung der Anlagen war in der Regel zu hoch.

Mittlerweile haben die Hersteller das Angebotsspektrum mit der Brennstoffzelle jedoch nach unten erweitert. "Die kleineren BHKW-Varianten, auch Nano-BHKW genannt, haben eine elektrische Leistung von rund einem Kilowatt und mit dem eingebauten Zusatzbrenner eine Heizleistung von bis zu 20 Kilowatt", erklärt Gerhard Freier von der Ingenieurkammer Baden-Württemberg. "Damit sind die Anlagen ideal für Vier- bis Sechspersonenhaushalte oder für Gewerbebetriebe." Für den Strom- und Wärmebedarf eines Zwei- bis Dreipersonenhaushalts sind sie dagegen meist zu groß.

Da Brennstoffzellen Wasserstoff in Strom und Wärme umwandeln und den Wasserstoff aus Erdgas gewinnen, muss ein Gasanschluss im Haus vorhanden sein. Für eine effiziente Nutzung der Wärme empfiehlt Gerhard Freier, einen hydraulischen Abgleich des Rohrverteilsystems durchzuführen.

Die Powerpakete im Heizungskeller eignen sich für Neu- und Altbauten und erfüllen alle gesetzlichen Anforderungen, was die Nutzung erneuerbarer Energien angeht. Wer in einem Neubau ein Brennstoffzellen-BHKW installiert, setzt damit die Anforderungen des bundesweiten Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG) um. Und wer bei einem Altbau eine derartige Anlage einbaut, erfüllt das in Baden-Württemberg gültige Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG). Dabei sind Brennstoffzellen ja nur eine besonders effiziente Form der Energieumwandlung, werden aber vom Gesetzgeber erneuerbaren Energien gleichgestellt.

Auf dem Markt gibt es zwei verschiedene Arten von Brennstoffzellen-Heizungen für die Hausenergieversorgung. Die Polymerelektrolyt-Brennstoffzelle (PEMFC) und die Festoxid-Brennstoffzelle (SOFC). Die SOFC-Brennstoffzelle hat mit bis zu 60 Prozent einen exzellenten elektrischen Wirkungsgrad. Als langlebiger haben sich die mit bis zu 40 Prozent elektrischem Wirkungsgrad weniger effizienten PEMFC-Brennstoffzellen erwiesen, da sie öfter an- und ausgeschaltet werden können. Sie besitzen eine Lebenserwartung von mindestens zehn Jahren, Tendenz steigend. Hauseigentümer sollten daher auf die Garantie achten: Zehn Jahre sollten es auf jeden Fall sein.

Ein Knackpunkt für die Kaufzurückhaltung waren bislang vor allem die Kosten: bis zu 50.000 Euro musste man für eine Brennstoffzellenheizung hinlegen. Entsprechend gering war der Absatz. Diese kleinen Stückzahlen wiederum ermöglichten es den deutschen Herstellern nicht, die Preise zu senken.

Inzwischen hat sich das geändert: Die Massenproduktion in Japan senkt die Kosten gewaltig. Mittlerweile gibt es bereits Brennstoffzellen-Heizungen für Einfamilienhäuser mit einer elektrischen Leistung von 0,75 Kilowatt elektrischer Leistung für 20.000 bis 25.000 Euro, wobei noch Ausgaben für Montage und Wartung sowie für die Regelung hinzukommen.

Dank der neuen Förderung gehen die Kosten für den deutschen Verbraucher runter: Seit August 2016 fördert die KfW die Effizienzwunder mit einem Zuschuss über das Programm 433. Die Förderung beträgt 40 Prozent der Kosten. Die von der elektrischen Leistung abhängige Zuschusshöhe liegt zwischen 7.050 und 28.200 Euro.

Die Stromkosten sinken mit einer Brennstoffzellen-Heizung drastisch um rund die Hälfte. Der Strom aus der Heizung ist, wenn er selbst verbraucht wird, aktuell mit fünf bis sieben Cent pro Kilowattstunde deutlich günstiger als der Strom vom Energieversorger, der bei netto 25 Cent pro Kilowattstunde liegt. In der Regel werden rund 60 Prozent des Strombedarfs durch das BHKW selbst gedeckt. Hinzu kommen KWK-Zuschläge von vier Cent pro Kilowattstunde für den selbst verbrauchten Strom. Und für die Einspeisung von Überschüssen gibt es acht Cent pro Kilowattstunde. Bei einem Jahresverbrauch des Haushalts von rund 3.500 Kilowattstunden sind das insgesamt rund 300 bis 400 Euro pro Jahr, die sich durch die Einsparungen und Vergütungen ergeben.

Zwei Pferdefüße gibt es freilich noch: Die Anmeldung beim Netzbetreiber erledigt zwar meist der Installateur. Die Meldung an die Bundesnetzagentur und vor allem die Versteuerung der Einnahmen aus dem Stromverkauf gegenüber dem Finanzamt muss jedoch der Hauseigentümer übernehmen. Hier ist es sinnvoll, einen Steuerberater um Hilfe zu bitten. Für die Zukunft räumt Frank Hettler von Zukunft Altbau der Technologie sehr gute Chancen ein. "Bei weiter steigenden Strompreisen, sinkenden Kosten und technischen Fortschritten wird sich die Technik schnell durchsetzen." Quelle: Zukunft Altbau / sue

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