Branche positioniert sich nach der Wahl

Politik soll Holzenergie fördern

Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern kann zur Wärmewende beitragen. © Deutsches Pelletinstitut

Mit der Wahl des 19. Deutschen Bundestages werden die Karten für die Holzenergie neu gemischt, hofft der Fachverband Holzenergie im Bundesverband Bioenergie. Beim Kongress des Verbandes verabschiedeten mehr als 200 Teilnehmer eine Erklärung mit ihren Forderungen: Die Politik soll sich für die nachhaltige Entwicklung des Holzenergiesektors in Deutschland einsetzen.

Mit mehr als 36 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten wurden 2014 mehr als zehn Prozent der Einsparungen von Treibhausgasen in Deutschlands mit der energetischen Nutzung von Holz erzielt, teilt der Fachverband Holzenergie (FVH) mit. Wenn die Ziele des Paris-Abkommens erreicht werden sollten, müsse auch im Wärmemarkt eine echte Energiewende stattfinden – ohne den Energieträger Holz werde das nicht gelingen, heißt es in der Würzburger Erklärung. Kein anderer erneuerbarer Energieträger könne, gerade in den Sektoren Gewerbe und Industrie, die enormen Mengen an Prozessenergie dauerhaft, kostengünstig und klimaneutral bereitstellen.

Um dieses Potenzial für Wirtschaftswachstum, Klimaschutz und ländliche Entwicklung zu heben, müsse aber an zahlreichen Stellschrauben gedreht werden, fordert der Verband. Das habe nicht zuletzt die erste Ausschreibung für Biomasse gezeigt.

Die Ausschreibung war im September mit geringer Beteiligung und relativ niedrigen Zuschlägen zu Ende gegangen, berichtet die Agentur für Erneuerbare Energie. Die Bundesnetzagentur hatte 27,6 Megawatt Leistung zugeschlagen, die sich auf 24 Bieter verteilen. Ausgeschrieben waren 122 Megawatt. Damit blieb ein Großteil des Ausschreibungsvolumens ungenutzt. "Gerade hier ist der Bedarf nach grundsätzlichen Verbesserungen des Marktumfeldes für Holzenergieanlagen offenkundig geworden", stellte Artur Auernhammer (CSU), frisch wiedergewähltes Mitglied des Bundestages und Vorstandsvorsitzender des BBE, während des Kongresses fest.

Mit der Umsetzung der EU-Richtlinie für mittelgroße Feuerungsanlagen werden auch die Emissionsvorschriften in Deutschland überarbeitet, teilt der Verband weiter mit. Hier müsse die Branche voranschreiten und ihre Emissionen nach dem Stand der Technik reduzieren. Gleichzeitig appellierte der FVH aber erneut an den Gesetzgeber, die neuen Grenzwerte mit Augenmaß an das technisch und wirtschaftlich Machbare auszurichten.

Grundsätzlich begrüßten die Teilnehmer die bevorstehende Einführung verbindlicher Nachhaltigkeitskriterien für die Strom- und Wärmeerzeugung in der EU. Nach Meinung des FVH besteht kein Zweifel an dem niedrigen Nachhaltigkeitsrisiko des deutschen Holzenergiemarktes. Mit objektiven und EU-einheitlichen Standards müssten sich dann jedoch auch andere Mitgliedsstaaten, die auf Importe von Holzbrennstoffen zum Beispiel aus Übersee setzten, an klaren Leitplanken messen lassen. Wichtig sei ein zügiger und rationaler Konsens in den Verhandlungen der EU, um Planungssicherheit für künftige Investitionen zu schaffen.

Leider werde aber versucht, Waldholz über die Erneuerbare-Energien-Richtlinie pauschal von der energetischen Nutzung auszuschließen. Dadurch werde aber der Wald kein bisschen nachhaltiger bewirtschaftet, sondern über Verdrängungseffekte der Druck auf Umwelt und Natur in anderen Regionen – oder auf andere Holzqualitäten – nur verstärkt. Ob das im Sinne des Umwelt- und Naturschutzes sei, bezweifelt Auernhammer. Eingriffe in die gut funktionierende nachhaltige Waldbewirtschaftung in Europa lehnt der FVH daher strikt ab. Quelle: FVH / sue

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