Grundstückskäufer müssen sich auf die Technologie festlegen

Neue Siedlung setzt komplett auf Brennstoffzellen

Brennstoffzellen sind in neuem Baugebiet in Bedburg Pflicht. © Viessmann

Im nordrheinwestfälischen Bedburg entsteht derzeit die erste Einfamilienhaussiedlung Deutschlands, in der ausschließlich neueste Brennstoffzellengeräte für die Strom- und Wärmeversorgung genutzt werden. Das soll im Vergleich zu herkömmlichen Technologien jährlich mindestens fünf Tonnen CO2 einsparen.

Der RWE gehören die Grundstücke. Käufer müssen sich verpflichten eine Brennstoffzelle zu installieren. Zuschüsse gibt es vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Zusätzlich unterstützt der Essener Energiekonzern die künftigen Eigentümer mit Energieberatern, die gemeinsam mit den Bauherren energieeffiziente Wohn- und Baukonzepte entwickeln. Insgesamt erhalten die Käufer maximal 14.250 Euro.

„Die Aufnahme der Brennstoffzellensiedlung Bedburg in die Landesschau der KlimaExpo.NRW zeigt, dass das Rheinische Revier sich zu einem Zentrum für innovative und alternative Energieformen entwickelt hat", resümiert Sascha Solbach, Bürgermeister der Stadt Bedburg. Bedburg liegt in der Nähe des Braunkohlereviers Garzweiler.

Eine Brennstoffzelle wandelt die chemische Energie eines Brennstoffs in Elektrizität um. Brennstoffzellen werden an das Erdgasnetz angeschlossen. Ein integriertes Gasbrennwertgerät schaltet sich automatisch zu, falls in Spitzenzeiten mehr Wärme benötigt wird. Neben Wärme erzeugt die Brennstoffzelle auch Strom, der entweder selbst genutzt oder bei Überschüssen in das öffentliche Netz eingespeist wird. So bieten die Brennstoffzellen eine Ergänzung zur überwiegend zentralen Stromversorgung.

Im Vergleich zu konventionellen Modellen hat die vor Ort eingesetzte Technologie einen besonders hohen Wirkungsgrad. Bei optimaler Ausnutzung des Systems soll die CO2-Belastung um rund 50 Prozent reduziert werden. Die Brennstoffzellen sind einfach zu installieren und beanspruchen mit nur 0,65 Quadratmeter wenig Platz in einem Einfamilienhaus. Die Apparate lassen sich einfach per Smartphone oder Tablet bedienen.

Eingesetzt werden in Bedburg Anlagen von Viessmann, der Hersteller ist an dem Projekt beteiligt. Das Unternehmen hatte im April zwei Geräte der neuesten Brennstoffzellen-Generation vorgestellt. Der Lobbyverband Zukunft Erdgas sieht eine goldene Zukunft für gasbetriebene Brennstoffzellen-Heizungen. Ab dem Jahr 2023 sollen jährlich rund 75.000 Geräte verbaut werden. Das entspräche einem Marktanteil von rund zehn Prozent. pgl

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