Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes kommt noch 2019

KWK-Branche spürt lange vermissten Rückenwind

KWK-Anlagen sollen künftig mehr erneuerbare Rohstoffe nutzen. © 2G Energy

Noch in diesem Jahr wird es eine Novelle des Novelle Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes (KWKG) geben. Das kündigte Thomas Bareiß, Parlamentarischer Staatssekretär am Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), in seinem Grußwort auf dem Jahreskongress des Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) an. Er ließ durchblicken, dass im Zuge der Novellierung in den nächsten Wochen beispielsweise die Einbindung erneuerbarer Energie und die möglichst vollständige Rückgewinnung der erzeugten Wärme in das Gesetz eingebracht würden. Erneuerbare und KWK seien kein Widerspruch – im Gegenteil.

Auch Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE) betonte auf dem Kongress, dass die Energiewende nur in Partnerschaft von Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und erneuerbaren Energien aus Sonne, Wind oder Umweltwärme gelingen kann. Insgesamt spüre der B.KWK "einen Rückenwind, den die Branche seit vielen Jahren vermisst hat". Die politischen Vertreter in der Podiumsdiskussion zeigten trotz einzelner bundespolitischer Differenzen eine erstaunliche Einigkeit in Energiefragen. Teilnehmer waren Carsten Müller, MdB (CDU/CSU), Professor Martin Neumann, MdB (FDP), Timon Gremmels, MdB (SPD) und Ralph Lenkert, MdB (DIE LINKE) sowie Heinz Ullrich Brosziewski vom B.KWK.

Deutlich wurde auf dem Kongress auch, dass sich nach den umfangreichen technologischen Grabenkämpfen der gesamten 2000er Jahre nun der Wunsch nach Technologieoffenheit durchsetzt. Alle Vertreter von Politik und Wirtschaft haben diese Technologieoffenheit gepredigt. Nur mit der Nutzung der jeweils lokal am besten geeigneten Technologie oder Mix von Technologien werde eine maximale Menge an CO2 eingespart und so ein Erreichen der Klimaschutzziele ermöglicht, hieß es.

Das "Wie" konnte auch auf dem B.KWK-Kongress 2019 nicht im letzten Detail geklärt werden. Carsten Müller, MdB, brachte die Situation aber mit dem Satz "KWK ist die Technik der unbegrenzten Möglichkeiten" auf den Punkt. Ulrich Brosziewski ergänzte, dass man jetzt und heute die richtigen Schritte gehen müsse, um 2050 erfolgreich zu sein. Denn, einmal installiert "…halten die Biester (gemeint sind hier ausnahmsweise Frischdampfkessel) 50 bis 60 Jahre." Es wurde aber klar, dass die heute installierte Technik in der Lage sein müsse, zukünftige Beimischungen von zunächst 20 Prozent Wasserstoff problemlos zu verkraften.

Denn, so machte B.KWK-Präsident Claus-Heinrich Stahl schon in seiner Eröffnungsrede deutlich, ein großes Potenzial der KWK liegt in dem späteren Umschalten auf erneuerbare Rohstoffe, ohne dass Eingriffe an der installierten Technik nötig sind. Eine Beimischung von erneuerbaren Gasen wie Power-to-Gas-Wasserstoff und Biomethan in Höhe von 25 Prozent müsse Stahl dringend kommen, um das Gasnetz grüner zu machen.

In diesem Zusammenhang kündigte Frank Gröschl vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) ein neues Leuchtturmprojekt an: Ab 2020 sollen im Raum Magdeburg rund 400 Abnehmer vom Einfamilienhaus bis zum Gewerbebetrieb mit Erdgas mit bis zu 20 Prozent Wasserstoffanteil versorgt werden. Damit werde binnen zweier Jahre die Grundlage für die zukünftigen Grenzwerte in den einschlägigen DVGW-Arbeitsblättern geschaffen.

Bei einem "Blick in den Maschinenraum der Energiewende", so Jürgen Kukuk von der ASUE, der als Moderator durch den zweiten Tag des Kongresses führte, werde in Zukunft an immer mehr Orten eine KWK-Anlage gefunden werden. Ein schönes Beispiel dazu zeigte Hagen Fuhl, Vizepräsident des B.KWK, mit dem BHKW des Jahres 2018, das in einer "wahren Effizienzmaschinerie" unter Einsatz von BHKW, Absorptionskältemaschine und Strahlungswärmenutzung die Versorgung eines Krankenhauses mit Strom, Wärme und Kälte übernommen hat. Rund 7.000 Tonnen CO2 würden mit dieser Technik jährlich eingespart. Quelle: B.KWK / sth

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