Bauherren sollen bei der Sanierung mitwirken können

Komfortabel Wohnen mit Klimadecken

Im historischen Wasserturm Konstanz entsteht dank Klimadecken eine angenehme Temperatur. © Klimatop

Die meisten Unternehmer und Experten wollen die Klimawende vorantreiben. Doch genau weiß keiner wie die Ziele erreicht werden sollen. Eine Möglichkeit wäre Bauherren stärker mitwirken zu lassen. Möglich werden könnte das dank Projekten wie Klimadecken, welche selbst eingebaut werden können.

Klimatop hat dabei den Anspruch, mehr zu sein als ein reiner Hersteller von Deckenheizungen. Die Geschäftsidee: Handwerker und Heimwerker sind die Zielgruppe, die das von Geschäftsführer Armin Bühler ins Leben gerufene Raum-K Netzwerk Raumklimasysteme adressiert. Das soll die Sanierungsquote erhöhen.

Den Verdacht, dass das dem Handwerk schaden könnte, möchte Bühler entkräften. „Im Gegenteil“, meint er,  „Aktuell ist es sehr schwer, einen Handwerker überhaupt zu bekommen. Auch für 2020 scheint die Situation im Wohnbau unverändert zu sein.“ Laut Bühler seien rund 7,5 Millionen Einfamilienhäuser oder Doppelhaushälften zu sanieren, will man die Energiewende schaffen, dazu kämen rund 15 Millionen Etagenwohnungen. Bühler hat auch das berechnet. Wenn man das schaffen wollte, bräuchte man rund 300.000 gut qualifizierte Mitarbeiter im Jahr mehr. „Vorsichtig geschätzt kommen nochmals gut 100.000 Mann dazu um die Etagenwohnungen zu sanieren. Ich fürchte nicht um eine geringere Auftragslage für das Handwerk, sondern erheblichen Schlafentzug für unsere Handwerker, wenn die das alles ohne Eigenleistung der Eigentümer bis 2050 schaffen wollen“, so Bühler.

Klimadecken selbst einsetzen  

Wie der Einbau vom Bauherren unterstützt werden kann, erklärt Hüseyin Arslan, Technischer Berater im Aussendienst bei Klimatop: „Eine Unterkonstruktion für die Klimadecke, die Montage der Wärmeleitfläche kann der Bauherr übernehmen. Ebenso das Eindrücken der Rohre sowie die anschließende Beplankung, beispielsweise mit Gipskarton“. Ein Heizungsbauer kann dann den Einbau des Wärmeerzeugers, einer Wärmepumpe, Öl-, Gas- oder Pelletheizung übernehmen und den Wasseranschluss an einen Heizkreisverteiler.

Überzeugt vom System ist Jürgen Leppig, Vorsitzender des GIH (Bundesverband Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker). Als begeisterter Heimwerker baute er bei sich eine Klimadecke ein. Zunächst gegen den Widerstand seiner Frau – bis diese merkte, dass der Staub deutlich reduziert wurde. „Gerade deshalb sind Klimadecken auch für Allergiker bestens geeignet“, sagt Leppig. Klimadecken sind zudem aus einem weiteren Grund sehr nützlich. „Während bei Boden- oder Wandheizungen Sachen darauf oder davor stehen können, was zu einer geringeren Heizkraft führen kann, entfällt selbiges aber bei der Klimadecke“, sagt Leppig. Um auch Kritiker zu überzeugen, wurde auch im Büro eine Klimadecke eingebaut. Seitdem ist die Luft gleichmäßig erwärmt oder abgekühlt bei sauberer Luft und geringerem Verbrauch.

Ein Hindernis war anfangs die Gewerketrennung, denn Trockenbauer wollten keine Rohre verlegen und Installateure durften keine Platten anbringen. Also mussten Kooperationen geschaffen werden, was der Verbreitung von Klimadecken helfen konnte. Leppig ist deshalb überzeugt, dass Klimadecken ein zukunftsfähiges Element zum Heizen und Kühlen sind. Dank der gleichmäßigen Temperatur würden sich Menschen in Räumen wohl fühlen.  

Klimadecken als effiziente Energieeinsparung

Eine Decke bietet gerade aufgrund ihrer Ausdehnung eine gute Möglichkeit, das Klima eines Raumes zu steuern. Ein Grundgedanke ist dabei ein Strahlungsaustausch zwischen warmen und kalten Flächen. Die Infrarotwärme bewegt sich zwischen warmen und kalten Körpern, der kalte Körper wird dank der Energie warm. Dadurch entsteht eine gleichmäßige Verteilung der Temperatur. Ist das Ziel einen Raum abzukühlen, dreht sich das Prinzip um. Eine von kühlem Wasser durchflutete Decke nimmt die Wärme aus dem Raum auf, selbiger kühlt ab. So entsteht eine behagliche Temperatur.

Große Wirkung bei kleinem Volumen

Eine zentrale Idee ist es, mit einer möglichst dünnen Konstruktion maximale Effizienz zu erzielen. Das Profilsystem ist eine leichte Konstruktion mit einem sauerstoffdichten Metall-Verbundrohr, welches in eine Stahlschiene verlegt wird. Die minimale Aufbauhöhe beträgt ungefähr 30 mm und kann an jeder Decke angebracht werden. Anschließend werden die unter dem Oberbegriff Klimasan verkauften Systeme mit einer Lehmbau-, Gipsfaser- oder Gipskartonplatte verkleidet.

Ein solches Projekt war der Wasserturm in Konstanz. Als historisches Gebäude besonders geschützt, sollten nur kleine Veränderungen erfolgen, aber große Energieeffizienz erreicht werden. Ganz wichtig war der Plan für ein Heizsystem, welches das Gemäuer nachhaltig vor Feuchtigkeit und Schimmel bewahren kann. Sommers dient das System in Kombination mit einer reversiblen Wärmepumpe als Klimaanlage. Der Wasserturm wird heute als Konferenz- und Tagungsräumlichkeit benutzt. „Klimadecken, insbesondere Klima-Speicher-Decken, stellen die Basis für den Einsatz von Niedertemperaturheizungen dar“, so Bühler. Denn sie können im Sinne von „Power to Heat“ Überschussstrom speichern und damit die Versorgung entlasten. „Klima(Speicher-)Decken werden neben Wärmepumpen zurecht als Schlüsseltechnologie im Bereich der thermischen Energiewende betrachtet. Besonders wichtig ist dabei, dass nicht nur der heutige Heiz-Wärmebedarf im Blickfeld ist, sondern auch der Kühlbedarf von Morgen betrachtet wird“, sagt Bühler.

Vom Kleinen zum Großen

Bühler ist nicht immer der alleinige Gründer der einzelnen Firmen und Geschäftsbereiche des Netzwerks Raum-K, aber ein Multiplikator und Ideengeber. Auch wenn er nicht der Einzige ist, welcher eine zu geringe gewerkeübergreifende Zusammenarbeit sah, gelang es ihm doch Firmen zur Zusammenarbeit zu finden. Die für Aufgaben im Gebäudebestand entwickelte „Klima(Speicher-)Decke“ von Klimatop kann in 90 Prozent der Fälle durch ein Händlernetz innerhalb von 72 Stunden in Deutschland, Österreich, der Schweiz oder nach Südtirol geliefert werden. Eine Erleichterung für Bauherren und Monteure. Aber Raum-K soll nicht nur ein Vertriebsnetz zur Maximierung von Profit sein, sondern will zur Wende beitragen. „Meine Enkelin ist noch keine drei Jahre alt. Sie wird eine Welt wie wir sie erleben durften, nur aus Bildern und Filmen kennen lernen“, meint er.

Wirtschaftlich handeln, nachhaltig denken

Auch aus ökonomischen Gründen ist die Energiewende wichtig – der Einsatz fossiler Energie welche eingeführt wird belastet die Handelsbilanz, eine eigenständige Versorgung würde zu mehr Autarkie führen. Kein Zweifel besteht darin, dass preiswerte Energie auch für unsere Wirtschaft noch wichtiger werden wird. „Preiswerte Energie ist ein Standortvorteil, ein Wettbewerbsvorteil den wir gerade dabei sind für unser Land zu verspielen“, meint Bühler. Raum-K als Idee könnte zu einer zügigen Energiewende beitragen. Bühler spricht auch von seiner Idee der „Demokratisierung der Energieversorgung“. Für eine schnelle Energiewende müssen Systeme vom Ende gedacht werden, dazu muss das Konzept ganzheitlich werden. Verschiedene Möglichkeiten der Erzeugung von Energie zusammen planen. Eine zügige Energiewende mit ökonomischem Vorteil ist eine echte Vision. Klimadecken könnten ein Beitrag dazu sein. von Wolfram Hülscher

Eine Verwendung dieses Textes ist kostenpflichtig. Eine Lizenzierung ist möglich.
Bitte nehmen Sie bei Fragen Kontakt auf.

Kommentare (0)

Bisher keine Kommentare!

Neuen Kommentar schreiben

(wird nicht veröffentlicht)

Bitte tragen Sie hier die im Bild dargestellte Zeichenfolge ("Captcha") ein.
Dies dient der Vermeidung von Spam.

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.