Heizung und Warmwasser
Quelle: Pia Grund-Ludwig

Newsletteranmeldung:

Hersteller setzen auf unterschiedliche Konzepte

Kombiheizungen können sich Förderung sichern

Neben effizienten sind auch platzsparende Lösungen gefragt. © Viessmann

Hybride Heizungen stehen bei den Herstellern von Heizsystemen im Fokus. Wir haben uns umgehört, welche Innovationen auf den ausgefallenen Frühjahrsmessen zu sehen gewesen wären.

Zusätzlich zu der bisher vorherrschenden Kombination mit einer Wärmepumpe oder einem Biomassekessel setzen die Anbieter derzeit auch wieder auf das Duo Erdgas/Solarthermie. Viessmann zum Beispiel schickt sein neues Kompaktgerät Vitodens 242-F ins Rennen. Obwohl ein 170 Liter großer emaillierter Solarspeicher integriert sei, finde das Gerät auf nur 0,4 Quadratmeter Grundfläche Platz, sagt Fachpresseleiter Wolfgang Rogatty. Und wenngleich Solarthermie auf Wunsch erst später ergänzt werden könne, sei auch das Regelungsmodul zur Ansteuerung der Solaranlage bereits eingebaut. „Mehr als 50 Prozent der für die Trinkwassererwärmung notwendigen Energie können mit diesem Gerät durch kostenlose Solarthermie eingespart werden.“ Heizungsunterstützung leistet das Produkt zusätzlich. Auf den Wärmetauscher aus Edelstahl gibt das Unternehmen zehn Jahre Garantie, auf das Gesamtsystem fünf Jahre. Wer nicht gern in den Heizungskeller geht, kann alles über ein beliebig platzierbares Wandkästchen oder eine Smartphone-App fernsteuern und auch direkt durch den Installateur fernwarten lassen.

Viessmann bietet daneben auch Kombinationen mit Wärmepumpe oder einem Biomassekessel an. Die Wärmepumpe muss dabei nicht zwangsläufig zum Heizen dienen: Das Modell Vitocal 262-A stellt ausschließlich Warmwasser zur Verfügung. Gerade damit könne „eine bestehende Heizungsanlage schnell, einfach und preisattraktiv zu einem Hybridsystem modernisiert werden“, sagt Rogatty. Er weist außerdem auf das klimaschonende Kältemittel R1234ze hin, das bei diesem Gerät eingesetzt werde. Die Klimawirkung sei „mit dem eines natürlichen Kältemittels annähernd vergleichbar“ – ein wichtiges Argument in der sich derzeit entwickelnden Diskussion.

EE-Hybride werden mit bis zu 45 Prozent gefördert

Sogar Wärmepumpe, Biomasse und Solaranlage sei machbar, sagt Wolfgang Rogatty, und solche sogenannten EE-Hybride „werden sogar mit bis zu 35 Prozent, beziehungsweise bis zu 45 Prozent bei Austausch des alten Ölkessels, finanziell gefördert.“ Das ist noch einmal eine Steigerung gegenüber den BAFA-Fördersätzen von 30 beziehungsweise 40 Prozent für die Kombination Gas/Solar, die seit Jahresbeginn gelten. Rogatty: „Es ist zu erwarten, dass solche Kombinationen sich aufgrund der hohen Förderung am Markt durchsetzen werden.“ Der Fachpresseleiter empfiehlt dafür die neue Generation von Gas-Wand- und Kompaktgeräten der Vitodens-200er-Reihe.

Bosch Thermotechnik hatte für ihren Messeauftritt eine kleine Variante des Gas-Brennwertmoduls Condens fürs Einfamilienhaus vorgesehen: Condens 5300i WM Solar. Die Nennwärmeleistung von 24 Kilowatt wird von der Steuerung je nach Bedarf stufenlos auf bis zu 2,4 Kilowatt heruntergeregelt. Der Solarspeicher ist mit 210 Liter etwas größer als bei Viessmann, und ebenso das ganze Gerät: Hier muss man 67 mal 60 cm Grundfläche einplanen. Für Fernbedienungs- und andere Funktionen muss ein WLAN-Regler dazugekauft werden; dann aber ist das Gerät mit Hilfe von Bewegungsmeldern sogar zur Anwesenheitserkennung fähig, was bekanntlich in Verbindung mit einer Einzelraum-Temperaturregelung bis zu 25 Prozent Heizenergie einsparen kann.

Sieben Jahre Garantie auf das Gesamtsystem

Bosch bietet auf das Gesamtsystem sieben Jahre Garantie an. Typisch für Bosch, dessen Marke Buderus seit langem fossile Heizkessel anbietet, ist eine Kombination von Erdgaskessel und Luftwärmepumpe. Neu ist das Gas-Brennwert-Hybridsystem Logano plus KBH192i. Es kommt im Juli 2020 in zwei Versionen auf den Markt: Der Gas-Brennwertkessel leistet wahlweise 15 kW oder 22 kW, die Luft-Wasser-Wärmepumpe erreicht 6,5 kW (A2/W35) beziehungsweise 5,4 kW (A-10/W35).

Eine Hybridheizung im weiteren Sinn bietet Bosch als Komplettlieferant zusammen mit einem österreichischen Unternehmen an: Strom von einer Photovoltaikanlage – der Wechselrichter kommt von Fronius – wird von einem Energiemanager „MyEnergyMaster“ bevorzugt zu einer Wärmepumpe der Baureihe Logatherm WLW196i dirigiert. Das geschieht nicht mit „an/aus“, sondern je nach momentaner Solarstromlieferung wird die Wärmepumpenleistung stufenlos angepasst. Das Ganze kann so eingestellt werden, dass Solarstrom thermisch gepuffert wird, um den Eigenstromanteil zu erhöhen. Zum einen kann dazu der Energiemanager das Wasser im Puffer- und Warmwasserspeicher über den Sollwert hinaus erhitzen lassen; zum anderen kann er das auch mit bestimmten Räumen machen. Die Wärme wird so zum Beispiel in Estrich und Raumluft des Wohnzimmers gespeichert, das tagsüber vorgeheizt wird. Abends, wenn kein eigener Strom vom Dach mehr zur Verfügung stehen würde, kann dann im besten Fall die Wärmepumpe ausgeschaltet bleiben.

Kombinieren mit Solarthermie oder Brennwertkessel

Flexible Kombinationen hat auch Weishaupt vorgesehen. Die neue Luftwärmepumpe Biblock WWP LB liefert modulierend 5,6 bis 16,6 Kilowatt Wärme auf einem Niveau bis zu 65 Grad. Dass das Splitgerät das auch bei einer Außentemperatur von minus 22 Grad noch hinbekommt, liegt laut Hersteller an einer Dampfeinspritzung und einem Zusatz-Wärmetauscher mit elektronischem Expansionsventil. Das Gerät ist serienmäßig komplett für den Kühlbetrieb ausgestattet und kann, so Peter Bolkart von Weishaupt, sowohl mit dem Solarthermie-Flachkollektorsystem Thermo Solar WTS-F als auch mit den fossilen Brennwertkesseln Thermo Condens WTC kombiniert werden. Nicht nur das Außengerät sei mit 35 dB(A) sehr leise, sondern dank einer „hochwirksamen Komposit-Schallisolierung“ auch das Innengerät.

Vaillant geht mit seiner neuen Luftwärmepumpe Arotherm plus sozusagen in die entgegengesetzte Richtung: Das Monoblockgerät ist das erste, das das Unternehmen als alleinige Wärmequelle für Heizungsmodernisierungen im Altbau empfiehlt. Eine Vorlauftemperatur bis zu 75 Grad erlaubt es, bei den vorhandenen normalen Heizkörpern zu bleiben – ohne den fossilen Kessel weiterzubetreiben oder einen nachzukaufen. Und mit 29 dB(A) Betriebsgeräusch unterbietet das Gerät die meisten Konkurrenzmodelle. Von Alexander Morhart

Anzeige
Can HECK Take the Heat? Der 1000 Grad Steinwolle-Brandtest!

Eine Schachtel Pralinen, ein 100 € Schein und ein Haus aus Steinwolle. Was ist nach 15 Minuten Feuer und fast 1000 Grad Celsius noch übrig? Wir haben es getestet! https://www.wall-systems.com

Eine Verwendung dieses Textes ist kostenpflichtig. Eine Lizenzierung ist möglich.
Bitte nehmen Sie bei Fragen Kontakt auf.

Kommentare (0)

Bisher keine Kommentare!

Neuen Kommentar schreiben

(wird nicht veröffentlicht)

Bitte tragen Sie hier die im Bild dargestellte Zeichenfolge ("Captcha") ein.
Dies dient der Vermeidung von Spam.

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.