ITG-Studie im Auftrag der Intitiative Pro Schornstein

Kombi aus Wärmepumpe und Holzofen spart Heizkosten

Kaminofen und Schornstein fallen bei der Planung eines Neubaus häufig Sparmaßnahmen zum Opfer. © Kalle Kolodziej / Fotolia

Wärmepumpen gelten als nachhaltig und kosteneffizient. Besonders im Neubau sind sie daher gern genutzt. Bei sehr kalten Temperaturen, stoßen diese Systeme jedoch an die Grenzen ihrer Effizienz. In dieser Situation kann die Kombination mit einer Holzfeuerstätte vorteilhaft sein, zeigt die Kurzstudie "Einsatz von Wärmepumpen in Verbindung mit Holzfeuerstätten im Neubau von Wohngebäuden". Diese wurden vom Institut für Technische Gebäudeausrüstung Dresden (ITG) im Auftrag der Initiative Pro Schornstein (IPS) erstellt.

Laut Studie führt die Kombination von Wärmepumpe und Holzfeuerstätte unter bestimmten Bedingungen zu einem niedrigeren Gesamtwärmepreis als eine reine Wärmepumpenheizung. So zum Beispiel bei einer geringen Arbeitszahl der Wärmepumpe. An sehr kalten Wintertagen kann es passieren, dass eine Wärmepumpe an die Grenzen ihrer Effizienz stößt. Je geringer die Arbeitszahl einer Wärmepumpe wird, desto mehr Antriebsenergie –und damit Energiekosten –müssen für die Wärmeerzeugung aufgewendet werden. Somit kann sich die Wärme aus der Holzfeuerstätte besonders an kalten bis sehr kalten Wintertagen begünstigend auf den Gesamtwärmepreis auswirken, heißt es in der Studie. Als weitere Faktoren für einen günstigeren Gesamtwärmepreis bei anteiliger Holznutzung werden ein niedriger Holzpreis und ein hoher Strompreis genannt.

Der Initiative pro Schornstein zufolge zeigen die energetische Berechnungen des ITG, dass die Kosten zur Wärmeerzeugung bei zunehmendem Deckungsanteil der Holzfeuerstätte – in Abhängigkeit vom Holz- und Strompreis – deutlich sinken. Dennoch werde gerade bei der Planung von Neubauten die Holzfeuerstätte oft nicht berücksichtigt oder fällt Sparmaßnahmen zum Opfer, klagt der Branchenverband. Und das, obwohl Ofen und Schornstein in der Regel nur einen geringen Anteil an der Bausumme ausmachten. Der positive Effekt auf die Heizkosten werde dabei häufig nicht beachtet oder unterschätzt.

Die Studie des ITG beschreibt verschiedene Varianten für die Kombination von Elektrowärmepumpe und Holzfeuerstätte. Demnach besteht beispielsweise die Möglichkeit – neben der Wärmepumpe zur Versorgung der Zentralheizung – zusätzlich Holzöfen in häufig genutzten Räumen zu installieren. Da diese nicht an das Heizungsnetz angebunden sind, kann darüber lediglich der Aufstellraum mit Wärme versorgt werden. So dient der Kamin oder Ofen dem persönlichen Komfort und kann an besonders kalten Tagen für den entsprechenden Raum als Hauptwärmeerzeuger fungieren.

Neben einem Zugewinn an Gemütlichkeit bietet diese Kombination handfeste Vorteile, so die IPS: Aufgrund der parallelen Wärmeerzeugung ergebe sich eine Ausweichmöglichkeit, falls die Zentralheizung einmal ausfallen sollte. Übliche Holzöfen weisen der Intitiative zufolge Leistungen auf, die es problemlos ermöglichen, ein modernes Einfamilienhaus solange zu beheizen, bis ein möglicher Defekt an der Zentralheizung behoben ist. Ähnliches gilt bei Versorgungsengpässen eines der beiden Energieträger: Durch die parallele Nutzung von Holz auf der einen und Strom auf der anderen Seite bestehe die Möglichkeit, situativ verstärkt auf einen der beiden Energieträger zu setzen. Denkbar wäre das Heizen mittels Holz beispielsweise bei einem generellen Ausfall der Stromversorgung aufgrund zu hoher Spitzenlasten oder auch während der sogenannten Sperrzeiten. Denn bereits jetzt können Energieversorgungsunternehmen – bis zu dreimal täglich für maximal zwei Stunden – Wärmepumpen von der Energieversorgung trennen. In der Regel erfolgen diese Sperrzeiten morgens, mittags und abends, wenn die Stromversorgung am stärksten gefordert ist.

Gerade mit zunehmender Elektrifizierung könne potenziell mit stärker schwankenden Strompreisen gerechnet werden. Bei einer Kombination der Wärmeerzeuger bestehe in Hochpreisphasen die Möglichkeit, auf den alternativen Energieträger Holz auszuweichen, so die IPS weiter.

Eine weitere Variante ist die Kombination von Wärmepumpe und hydraulisch an die Zentralheizung angebundenem Ofen mit Wassertasche. In dieser Kombination kann die Feuerstätte nicht nur als Spitzenlastwärmeerzeuger für den Aufstellraum, sondern auch anteilig für die Zentralheizung dienen. In der Energiebedarfsrechnung wird in diesem Fall sowohl die direkte als auch die indirekte Wärmeabgabe der hydraulisch angebundenen Feuerstätte berücksichtigt. Dem direkten System, sprich Kamin oder Ofen, ist dabei ein Deckungsanteil von zehn Prozent an der Raumheizung zugewiesen. Zu beachten bleibt hierbei jedoch, dass im Zuge eines Stromausfalles der wasserführende Ofen ebenfalls ausfällt. Aufgrund einer eingebauten Absperrvorrichtung kann der Schornstein dann nicht mehr betrieben werden. In diesem Fall sind lediglich luftgeführte Öfen noch funktionstüchtig.

Bei Strombezug zum Normaltarif und Einsatz von Stückholz oder Pellets ergibt im Berechnungsbeispiel des ITG (Neubau, 150 Quadratmeter, Wärmebedarf 13.000 Kilowattstunden im Jahr) bei einem Strompreis von 28 Cent je Kilowattstunde eine Verringerung der Energiekosten um etwa 7 Prozent. Dabei geht das ITG davon aus, dass der Holzofen im Jahresverlauf 20 Prozent des gesamten Wärmeverbrauchs bereitstellt wird, vorwiegend in der kalten Zeit betrieben wird und Wärme in dieser Zeit andernfalls mit einer Arbeitszahl von 2,5 durch eine Wärmepumpe bereitgestellt würde. Werden kostengünstigere Hackschnitzel verfeuert, könnten sogar über 13 Prozent Energiekosten eingespart werden. Bei einem Strompreis von 20 Cent je Kilowattstunde reduzieren sich die Einsparungen auf knapp 10 (Hackschnitzel) beziehungsweise 0,9 Prozent. Quelle: IPS / sth

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Kommentare (1)

  1. Johann Christl
    at 29.08.2019
    Auftraggeber „pro Schornstein“, mehr ist zu diesem Blödsinn nicht zu sagen.

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