Ausstoß von Treibhausgasen sinkt auf 800 Kilogramm

Kombi aus Bio-Heizöl und Wärmepumpe senkt CO2-Fußabdruck

Sonne und Öl sorgen in diesem Haus für Wärme. © IWO

In einem Haus in Wolfhagen wird getestet, wie sich ein Haus mit einer Ölheizung, die zum großen Teil mit Altfetten arbeitet, und einer Wärmepumpe CO2-minimal beheizen lässt.

Gemeinsam mit den Stadtwerken Wolfhagen und einem Energiesystemehersteller hat das Institut für wirtschaftliche Ölheizung (IWO) das Innovationshaus Wolfhagen eröffnet. Die Wärmeversorgung des Einfamilienhauses aus dem Jahr 1992 wurde vorher komplett modernisiert – mit einer neuen Heizungsanlage mit Öl-Brennwerttechnik, einer Strom-Wärmepumpe, Strom- und Wärmespeichern im Keller und einer Solarstromanlage auf dem Dach. Zusätzlich verfügt der Ort über einen Solarpark und Windenergieanlagen, beides sorgt für grünen Strom direkt vor Ort. Da aber die wetterbedingte Stromproduktion und die Abnahme durch die Haushalte nicht immer übereinstimmten, werden in Wolfhagen nun dynamische Stromtarife und neue Technologien getestet.

Wird etwa gerade sehr viel Öko-Strom produziert, kann das Innovationshaus diesen sowohl zur Strom- als auch Wärmeversorgung aufnehmen und speichern. Steht nicht ausreichend Öko-Strom zur Verfügung, wird die Wärmeversorgung durch ein Öl-Brennwertgerät sichergestellt. Das Haus verfügt über ein Hybridheizgerät, das Strom-Wärmepumpe und Öl-Brennwertmodul kombiniert. Hinzu kommen die Photovoltaikanlage auf dem Dach, eine Batterie zur Stromspeicherung, zwei Wärmespeicher mit 400 Litern Volumen sowie ein 1.500-Liter-Heizöltank, der mit einer treibhausgasreduzierten Mischung befüllt wurde. Die besteht nur noch zu rund einem Viertel aus klassischem Heizöl und zu drei Vierteln aus einem neuen Brennstoff, der überwiegend aus Altfetten hergestellt wird und dadurch eine CO2-Minderung von rund 80 Prozent aufweist. Eine eigens entwickelte Regelung sorgt im Innovationshaus für eine intelligente Steuerung, die sich dem jeweiligen Angebot von Wind- und Solarstrom optimal anpasst.

Seit der umfangreichen Modernisierung sind nun rund eineinhalb Jahre vergangen. Aus dieser Zeit liegen nun auch Messergebnisse vor, die das IWO ausgewertet hat. „Das Innovationshaus Wolfhagen kommt bei der ganzheitlichen Betrachtung von Strom- und Wärmeversorgung auf eine CO2-Minderung von insgesamt 88 Prozent“, berichtet Christian Halper, IWO-Projektleiter für Modellvorhaben. Auch weitere Ergebnisse aus dem Messzeitraum vom 1. September 2018 bis 1. September 2019 sind aufschlussreich: So produzierte die PV-Anlage während dieser zwölf Monate 5.170 Kilowattstunden (kWh) Strom, davon wurden auch dank des Stromspeichers 1.983 kWh als Haushaltsstrom sowie 689 kWh zur Wärmeversorgung genutzt. Der Rest wurde ins öffentliche Stromnetz eingespeist.

Der Treibhausgasausstoß für die Strom- und Wärmeversorgung wurde absolut um insgesamt rund sechs Tonnen auf nur noch 800 Kilogramm gesenkt. Anstelle von 1.600 Litern klassischem Heizöl wurden noch 245 Liter klassisches schwefelarmes Heizöl sowie 821 Liter treibhausgasreduzierter Brennstoff verbraucht. Quelle: IWO / pgl

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