Heizung und Warmwasser
Quelle: Pia Grund-Ludwig

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Studie: Fernwärmetechnik kann CO2-Emissionen und Energiekosten reduzieren

Klimaschutzpotenzial der Fernwärme ausschöpfen

Werden Fernwärmenetze optimiert und in intelligente integrierte Energiesysteme eingebunde, können CO2-Emissionen und Energiekosten deutlich reduziert werden. © Danfoss

CO2-Emissionen und Energiekosten können deutlicher reduziert werden, wenn Fernwärmenetze optimiert und in intelligente integrierte Energiesysteme eingebunden werden. Zu dem Schluss kommt eine Studie der dänischen Universität Aalborg. Danfoss hat die Studie unterstützt und fordert, das Klimaschutzpotenzial der Fernwärme mit innovativen Technologien auszuschöpfen.

Die Studie basiert auf den Ergebnissen der EU-geförderten Forschungsprojektreihe Heat Roadmap Europe (HRE). Deren zweiter Zwischenbericht (HRE2) im Jahr 2013 zeigte, dass die EU-Klimaziele im Wärmesektor erreicht werden können, wenn der Fernwärmeanteil an der Wärmeversorgung innerhalb der EU bis 2050 von derzeit zwölf auf 50 Prozent gesteigert wird. Die Aalborger Studie untersucht, wie dieses Ziel auf technische und wirtschaftliche Weise erreicht werden kann. Zu den wichtigsten Ergebnissen zählt für Danfoss eine Quantifizierung der erforderlichen Maßnahmen: Soll der angestrebte Fernwärmeanteil bis 2050 erreicht werden, müssen der Studie zufolge EU-weit 21.500 neue Fernwärmesysteme errichtet werden, 16.500 davon bereits bis zum Jahr 2035.

Der Umstieg auf Fernwärme ist mit hohen Kosten verbunden. Mit der Nutzung bestehender Möglichkeiten der Fernwärmesystemoptimierung und verbraucherseitigen Heizungssanierung könnten sie kompensiert werden. Mit dem Einsatz neuer Systemlösungen und Komponenten, begleitet von gezielten Anreizen zur privaten Sanierung, bleibe der Umstieg für Energieversorger und Verbraucher wirtschaftlich tragfähig, sagt das Unternehmen.

Laut Studie würde die bestmögliche Ausschöpfung aller vorhandenen Energiequellen durch Einbindung der Fernwärme in intelligente integrierte Energiesysteme erreicht. Die benötigte Primärenergie würde im Vergleich zu herkömmlichen Szenarien um 13 Prozent sinken. Die jährlichen Energiekosten ließen sich deutschlandweit um 18 Milliarden Euro und EU-weit um 70 Milliarden Euro reduzieren. Für die Kommunen böte sich die Chance, ganze Städte konsequent zu dekarbonisieren und gleichzeitig den kommunalen Versorgungsunternehmen neue Absatzchancen zu erschließen. Fünf Aspekte seien laut der Studie entscheidend.

Durch Niedrigtemperaturnetze mit Vorlauftemperaturen von 50 Grad Celsius ließen sich jährlich etwa 120 Terawattstunden Primärenergie einsparen, was dem Primärenergieaufwand der heutigen Fernwärmeversorgung in Deutschland und Dänemark zusammen entspreche. Die Energiekosten würden jährlich um bis zu 6 Milliarden Euro sinken. Zudem wäre es möglich weitere Energiequellen wie Abwärme und Geothermie zu integrieren.

Fände sich eine Balance zwischen Energiesparanreizen und Investitionen in eine CO2-arme Energieversorgung, lasse sich der Raumwärmebedarf um 30 Prozent senken und eine kostenoptimierte Treibhausgasreduktion erreichen.

Ein Übergang zu streng bedarfsorientierten Fernwärmesystemen mit automatischer Steuerung würde weitere Einsparungen ermöglichen. Eine intelligente Steuerung von Druck, Temperatur und Durchfluss minimiere Wärmeverluste und optimiere insgesamt den Netzbetrieb.

Schließlich müsse die Politik die Rahmenbedingungen für den Umbau der Wärmeversorgung setzen. Es sollten etwa im Zusammenhang mit der Zahlung von Abwrackprämien für Ölheizungen keine Potentiale hinsichtlich des Fernwärmeausbau verschenkt werden. Zudem sollten weiterhin umfassende Forschungsdaten zur Wärmenutzung gesammelt und als Basis von Konzepten für eine systematische Treibhausgasreduktion genutzt werden. Quelle: Danfoss / al

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