Heizung und Warmwasser
Quelle: Pia Grund-Ludwig

Newsletteranmeldung:

Beheizbare Trockenwand könnte wirtschaftliche Stromheizung im Neubau sein

Infrarotheizung lohnend ab KfW-Effizienzhaus 40

Die „Carbo e-Wall“ ist eine mit Kohlenstoffmaterialien beschichtete Gipskartonplatte, die mit Strom Infrarotwärme erzeugt. © Future Carbon

Heizen mit Strom wird durch den niedrigen Heizwärmebedarf in Neubauten interessant. Dies ist beispielsweise mit einer elektrisch beheizbaren Trockenbauwand möglich und kann sich in Kombination mit Solaranlage und -speicher rechnen.

Das macht eine Infrarotheizung möglich, die von dem Unternehmen Future Carbon hergestellt wird. Die „Carbo e-Wall“ ist eine mit Kohlenstoffmaterialien beschichtete Gipskartonplatte. Ans Stromnetz angeschlossen, erzeugt sie Infrarotwärme. Montiert wird sie wie eine herkömmliche Trockenbauwand. „Die 300 Watt starken e-Walls lassen sich nahezu exakt auf die Heizlast des Gebäudes zuschneiden“, erklärt Michael Schütz, Energieberater bei FutureCarbon. So lasse sich der ohnehin niedrige Energiebedarf in Neubauten kostengünstig decken.

Für ein Einfamilienhaus mit 160 Quadratmetern Wohnfläche und einem jährlichen Heizwärmebedarf von 40 Kilowattstunden pro Quadratmetern zahlen Hausbesitzer circa 10.500 Euro brutto an Materialkosten für das gesamte Heizsystem, rechnet das Unternehmen vor. Im Vergleich zu anderen Systemen würden kaum weitere Kosten anfallen, das es keine Verrohrung noch eine Fußbodenheizung benötige. Die Platten werden vom Trockenbauer an Stelle von normalen Trockenbauplatten eingesetzt. Da die Anlagentechnik laut Hersteller nahezu wartungsfrei ist, entfallen die Kosten für regelmäßige Inspektionen. „In puncto Wirtschaftlichkeit ist die beheizbare Trockenbauwand vor allem ab KfW-Effizienzhausstandard 40 hoch interessant“, sagt Schütz.

Die elektrisch beheizbare Trockenbauwand lässt sich per Smart Home-System oder Thermostat minutengenau steuern. „Diese Spontanität, die träge wassergeführte Heizsysteme per se nicht bieten, minimiert die Energiekosten und flexibilisiert die Nutzung“, sagt Schütz. In einem KfW-Effizienzhaus 40 plus schreibt die EnEV eine zentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung und einen Stromspeicher vor. „Das System rechnet sich unter diesen Voraussetzungen noch schneller“, erklärt Schütz. Mit Speicher und Solaranlage wäre der Hausbesitzer hinsichtlich Haushaltsstrom, Heizstrom und elektrische Brauchwassererwärmung bis zu einem gewissen Grad vom Stromversorger unabhängig. Um den Rest abzudecken, biete sich die Einspeisung des Überschussstroms in eine Cloud an. Quelle: Future Carbon / al

Eine Verwendung dieses Textes ist kostenpflichtig. Eine Lizenzierung ist möglich.
Bitte nehmen Sie bei Fragen Kontakt auf.

Kommentare (1)

  1. spiegel experimentelle wohnbauforschung aachen
    at 28.05.2020
    Wirksamer, besser und billiger ist die elektrische Nachspeisung der Restheizlast eines Passivhauses durch einen gesteuerten Handtuchtrockner im Bad, wie in dem Mehrfamilien Passivhaus Aachen (MF PH AC) seit 2000 nachweisbar. spiegel - 28.5.2020

Neuen Kommentar schreiben

(wird nicht veröffentlicht)

Bitte tragen Sie hier die im Bild dargestellte Zeichenfolge ("Captcha") ein.
Dies dient der Vermeidung von Spam.

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.