Austausch würde die Emissionen häufig halbieren

In NRW sind 1,33 Millionen Heizkessel zu alt

Brennwertheizungen reduzieren die Emissionen deutlich. ©  Rotex

Handlungsbedarf sieht die Verbraucherzentrale NRW in vielen Heizkellern Nordrhein-Westfalens. Allein in den Ein- und Zweifamilienhäusern sind nach Einschätzung der Experten rund 1,33 Millionen von insgesamt zwei Millionen Öl- und Gasheizkesseln aufgrund ihrer schlechten Energiebilanz reif für den Austausch. 

Chancen zur Vermeidung von 6,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr verorten die Verbraucherschützer in den Untergeschossen der Eigenheime, wenn flächendeckend Brennwerttechnik eingeführt und Öl- auf Holzpelletkessel umgerüstet würden. Das würde die Emissionen der betroffenen Gebäude beinahe halbieren und in vielen Fällen finanzielle Vorteile bringen.

In ihrer aktuellen Aktion "Besser heizen" ruft die Verbraucherzentrale deshalb alle Eigenheimbesitzer auf, die eigene Heizung unter die Lupe zu nehmen. NRW-Umwelt- und Verbraucherschutzministerin Ursula Heinen-Esser besuchte zum Start der Herbstaktion einen Verbraucherhaushalt in Siegburg, um dort dem Energieberater bei seiner täglichen Arbeit über die Schulter zu blicken. "Dieser Weckruf kommt genau zur richtigen Jahreszeit. Angesichts der steigenden Heizkosten dieses Jahr ist es umso wichtiger, das Heizsystem im eigenen Keller auf den Prüfstand zu stellen und Einsparpotenziale gezielt aufzudecken und zu nutzen. Allein durch den konsequenten Austausch veralteter Heizkessel können Eigenheimbesitzerinnen und Eigenheimbesitzer in NRW rund 27 Prozent der CO2-Emissionen der Wohngebäudeheizung sparen – in der Mehrzahl der Fälle sogar ohne Systemwechsel", sagte Heinen-Esser.

"Wichtig ist, dass sich Verbraucherinnen und Verbraucher rechtzeitig mit ihrer Heizung beschäftigen. Das bedeutet: nicht erst dann, wenn die Wohnung kalt bleibt, weil die Anlage defekt ist", betonte Udo Sieverding, Bereichsleiter Energie der Verbraucherzentrale NRW. Zum einen werde für die neue Heizung sonst in Zeiten voller Auftragsbücher oft ein Expresszuschlag fällig. Zum anderen bleibe unter Zeitdruck zu wenig Ruhe für die Auswahl des richtigen Systems. Öl und Gas seien schließlich nicht alternativlos.

"Für manche Verbraucherinnen und Verbraucher ist der Umstieg auf erneuerbare Energien – auf Wärmepumpen etwa oder Holzpellets und Solarwärme – genau das Richtige. Das spart natürlich am meisten CO2." Doch nicht für alle Haushalte sei dieser Schritt machbar oder die optimale Lösung. Entscheidend sei deshalb die rechtzeitige Information über technische Möglichkeiten und Fördermittel von Land und Bund.

Auch mit dem einfachsten Schritt von alten Öl- und Gasheizwertkesseln auf Brennwerttechnik sinkt der Energieverbrauch laut den Berechnungen der Verbraucherzentrale NRW aber schon um etwa ein Viertel. "Bereits dieser finanziell lohnende Minimalschritt allein könnte, konsequent umgesetzt, 2,7 Millionen Tonnen CO2 einsparen - rund elf Prozent aller CO2-Emissionen in der Wohngebäudebeheizung in NRW", betonte Sieverding. Quelle: VZ NRW / pgl

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