Wärmepumpen erzeugen raumweise Wärme und Warmwasser

Hotel nutzt dezentrale Wärmeerzeugung

In einem Hotel machen die Energiekosten zwischen fünf und zehn Prozent des Umsatzes aus. © DP Vermögensverwaltung

Um hohen Komfort mit niedrigen Betriebskosten zu verbinden, setzten die Bauherren bei der Sanierung eines Münchener Hotels auf ein ungewöhnliches Konzept für die Gebäudetechnik. Es nutzt dezentrale Mikro-Wärmepumpen, die raumweise Wärme und Warmwasser für die Gäste bereitstellen.

Das neue BINE-Projektinfo "Neues Haustechnikkonzept für Hotel erprobt" stellt das Technikkonzept sowie Ergebnisse des Monitorings und einer Gästebefragung vor. Der Auslöser, ein neues Gebäudetechnikkonzept zu entwickeln, war das Thema Legionellenschutz. Der Warmwasserbedarf in Hotelzimmern unterliegt großen Schwankungen. In der Nebensaison ist er manchmal sehr sporadisch und begünstigt dadurch Legionellen-wachstum. Dem wird in der Regel durch hohe Vorlauftemperaturen oder dezentrale Boiler begegnet.

Das neuartige Konzept will dieses Problem energieeffizienter lösen: Herzstück sind Klein-Wärmepumpe in jedem Zimmer, die die Wärme zur Raumheizung und Trinkwassererwärmung erzeugen, kombiniert mit einem 160-Liter-Pufferspeicher. Die Warmwasserbereitung erfolgt jeweils über eine Frischwasserstation. Die Wärme- und Kälteübergabe an die Räume übernehmen in erster Linie Klimadecken sowie das zentrale Lüftungssystem.

Bei einer Befragung bewerteten die Gäste den Komfort insgesamt als gut. Das neue Konzept hat sich bewährt, wie die hohen thermischen Arbeitszahlen zwischen Systemebene und Nutzenergie belegen. Um die Konkurrenzfähigkeit des Konzepts für künftige Anwendungen zu verbessern, müssen jedoch die Stromverbräuche für die Zirkulationspumpen und Lüftungsanlagen weiter reduziert werden.

Der Endenergiebedarf des Gebäudes ist aufgrund der gut gedämmten Gebäudehülle, die nahezu den Passivhausstandard erreicht, gering. Das Hotel befindet sich in einem 2011 sanierten Wohngebäude in der Münchner Innenstadt. Es bietet 43 Zimmer auf sechs Etagen verteilt. Die Projektleitung für das Monitoring und die Unterstützung der Betriebsoptimierung lag bei der Fachhochschule Rosenheim. Quelle: BINE / sue

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