Heizung und Warmwasser
Quelle: Pia Grund-Ludwig

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Effizientere Wärme dank Fördermöglichkeiten

Heizungsbranche bleibt trotz Corona optimistisch

Dank Förderungen sehen Wärmeerzeuger mehr ökologisch gemachte Wärme.

Wachstumsraten von bis zu 10 Prozent hält der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) für möglich bei Systemen, die Effizienz mit erneuerbaren Energien kombinieren. Man könne noch gut aus der durch Corona ausgelösten Krise kommen, so der Verband.

Anfang des Jahres wurde die Förderung für neue und optimierte Heizungen ausgebaut. Das hätte für einen Nachfrfageschub sorgen können. Im Moment sind die Unternehmen optimistisch, dass das klappen kann: „Das zweite Quartal ist in unserem Segment eher ein schwaches Quartal. Derzeit läuft es ordentlich, es besteht noch die Chance, dass wir ein gutes Jahr hinbekommen. Investitionen in unserem Bereich werden in der Regel nicht ausgesetzt, sondern verschoben", betont Frederic Leers, Pressesprecher des BDH gegenüber EnBauSa.de. Es komme zu keinen Problemen in der Produktion: „Stand heute funktionieren die Lieferketten, auch aus China. Das müssen wir aber tagesaktuell betrachten. So lange das der Fall ist, können wir gut aus der Krise kommen.“ Auch in Richtung der Handwerker funktionierten die Lieferketten. Wichtig sind hier auch zur Vermeidung von wirtschaftlichen Problemen für die Betriebe die Hilfspakete von Bund und Ländern, sagt Leers.

Man habe an die Politik adressiert, dass die Unternehmen arbeitsfähig bleiben müssen. „Wir haben es bei der Gebäudetechnik mit kritischer Infrastruktur zu tun, in öffentlichen Gebäuden wie Krankenhäusern, aber auch in Wohnhäusern. Das muss die Politik bei ihren Entscheidungen beachten.“ Das gelte auch für die Zeit nach den derzeitgen Einschränkungen bei Leben und Arbeit: „Heizungsoptimierung kann ein Konjunkturpaket sein", sagt Leers.

 „Vor allem für Wärmepumpen, Holzpelletheizungen und Gasbrennwerttechnik in Kombination mit Solarthermie erwarten wir für dieses Jahr ein deutliches Plus“, sagt  Uwe Glock, Präsident des BDH. „Das Potenzial des Wärmemarktes ist enorm. Die neue Förderung ist ein positives Signal für mehr Klimaschutz“, ergänzt BDH-Hauptgeschäftsführer Andreas Lücke. Rund 32 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr könnten eingespart werden, würden die rund 12 Millionen veralteten Anlagen modernisiert. Das entspricht zwei Dritteln der Klimaschutzziele für den Wärmemarkt bis 2030. Das übrige Drittel könnte über die Gebäudehülle realisiert werden. „Um die Ziele zu erreichen, bedarf es einer Verdopplung der Modernisierungsquote von derzeit rund 580.000 auf rund eine Million Anlagen pro Jahr“, rechnet Uwe Glock vor.

Im vergangenen Jahr jedoch legte der Heizungsmarkt mit plus 2 Prozent nur schwach zu. Fast 80 Prozent der 2019 verkauften Heizungen sind erdgasbasiert. Mit großem Abstand am stärksten nachgefragte Technologie war mit 518.000 abgesetzten Geräten und einem Plus von 5 Prozent moderne Gas-Brennwerttechnik. Platz 2 der Absatzstatistik belegte, wie schon in 2018, mit 86.000 verkauften Geräten die Wärmepumpe – allerdings bei gedrosseltem Wachstum von 2 Prozent (2018: plus 8 Prozent). Der Absatz von Ölheizungen ging um 17 Prozent zurück. Die Nachfrage nach Biomassekesseln schwächte sich ebenfalls leicht ab (minus 1 Prozent).

Technologisch sieht sich die deutsche Heizungsindustrie bestens aufgestellt: „Wir können die Klimaziele der Bundesregierung mit unseren hocheffizienten Technologien umsetzen“, erklärt Glock. 695 Millionen Euro investierten die Hersteller in Forschung und Entwicklung. Glock sieht dies als Beleg für die hohe Innovationskraft der Heizungsindustrie, die ihre internationale Spitzenstellung weiter ausbaute. Der weltweite Umsatz wuchs auf 15,7 Milliarden Euro. Die 105 im BDH organisierten Unternehmen beschäftigten 2019 rund 76.800 Mitarbeiter – 36.800 davon im Inland. Pia Grund-Ludwig

 

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