Machbarkeitsstudie für Rosenheim

Forscher untersuchen Wärmenetze 4.0

Großwärmepumpen wie im Ordnungsamt Frankfurt können wertvolle Lastverschiebungen für die Sektorkopplung leisten. © BWP

Eine Machbarkeitsstudie für die Transformation eines bestehenden Wärmenetzes in ein Wärmenetz 4.0 erarbeitet die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) mit den Stadtwerken Rosenheim. In einem weiteren Schritt soll ein neuer Großverbraucher an das Netz angeschlossen werden.

Im Rahmen der Studie werden verschiedene innovative Konzepte zur netzbasierten Bereitstellung von Wärme technisch und ökonomisch miteinander verglichen. Ziel ist ein Konzept zu entwickeln, mit welchem mindestens 50 Prozent des Wärmebedarfs über erneuerbare Energien bereitgestellt werden kann, bei maximal 25 Prozent Biomasse. Außerdem soll die Energieversorgung effizient sein und zukunftsweisende Komponenten, wie eine intelligente Nutzung der Chancen durch Sektorkopplung sowie ein Monitoring-Konzept, enthalten.

Ein Wärmenetz 4.0 ist ein Wärmenetz, das die Wärme auf Temperaturen von 20 bis 95 Grad hocheffizient verteilt. Es wird primär aus erneuerbaren Energien und Abwärme gespeist. Zudem erfolgt für diese Netze ein Monitoring, das die Identifizierung von sogenannten Schlechtpunkten sowie eine intelligente Sektorkopplung ermöglicht.

Die Bezeichnung "Wärmenetz der vierten Generation" soll zum Ausdruck bringen, dass sich von der ersten Generation her die Temperaturniveaus der Wärmebereitstellung sowie deren Effizienz und der Anteil erneuerbarer Wärmequellen in Entwicklungsschritten verändert haben.

Im Gegensatz zur einfachen Kopplung der Energieversorgungssektoren, versteht man unter der intelligenten Sektorkopplung eine Kopplung, die es ermöglicht, Flexibilitäten eines Versorgungssektors unterstützend für den anderen einzusetzen. Bei der Strom-Wärme-Kopplung ist  die wärmegeführte Fahrweise einer Wärmepumpe ein Beispiel. Im Falle einer netzgeführten Fahrweise werden Wärmepumpen bei einer hohen Stromeinspeisung ins Stromnetz etwa durch Photovoltaik angeschaltet und die angebundenen Wärmespeicher gefüllt. Bei kritisch hohem Verbrauch im Stromnetz hingegen wird zunächst der im Wärmespeicher vorhandene Puffer aufgebraucht, bevor die Wärmepumpen zuschalten. Ziel dieser Regelung ist es, verfügbaren erneuerbaren Strom zu nutzen.

Solche Machbarkeitsstudien werden im Rahmen der Förderbekanntmachung "Wärmenetzsysteme 4.0" des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gefördert. Quelle: FfE / sue

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