Heizung und Warmwasser
Quelle: Pia Grund-Ludwig

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Fernwärmetechnologie

Die Zukunft der Fernwärmetechnologie

Die Zukunft der Fernwärmetechnologie liegt in der Digitalisierung. © Danfoss

Digitalisierte Niedrigtemperaturnetze ermöglichen eine bedarfsoptimierte Versorgung bei sinkendem Primärenergieverbrauch. Die notwendigen Sanierungen auf Verbraucherseite sollten über motivierende Abrechnungstarife erreicht werden.

Schon heute ist unumstritten, dass die Energieffizienz von Fernwärmenetzen umso mehr steigt, je weiter die Netztemperatur reduziert werden kann. Um den Primärverbrauch sowie transportbedingte Wärmeverlustig deutlich zu verringern, müsse die Vorlauftemperaturen auf durchschnittlich 55°C gesenkt werden. So sieht es zumindest Danfoss, einer der Weltmarktführer im Bereich der Wärmetechnik. „Wir sehen hier sehr großes Potenzial“, unterstreicht Anton Koller, Danfoss Divisional President District Energy. Bei reduzierten Vorlauftemperaturen könnten zusätzliche Wärmequellen wie Erd- oder Abwärme wirksam integriert werden. Verbraucher hätten von einer Temperaturabsenkung keine Nachteile zu befürchten: Die verbesserte Wärmedämmung zahlreicher Gebäude, erreicht durch moderne Isolierungen und mehrfachverglaste Fenster, mache es heute in aller Regel möglich, Wohn- und Zweckbauten auch mit niedrigen Temperaturen effektiv zu beheizen.

Eine Digitalisierung des Netzbetriebs ermögliche es, auch Bestandsnetze schnell und mit moderatem Investitionsaufwand in Niedrigtemperaturnetze zu verwandeln. Digitale Tools hülfen, den aktuellen Wärmebedarf von Gebäuden exakt festzustellen und die Vorlauftemperatur entsprechend anzupassen. Anhand von SCADA-Echtzeitdaten, Wetterprognosen und historischen Daten ließe sich eine Lastabschätzung errechnen. Dies kompensiere die Reaktionsträgheit von Fernwärmenetzen und stelle eine bedarfsgerechte Wärmeversorgung sicher, priorisiere Energieträger und maximiere die Nutzung erneuerbarer Energien. „Die Digitalisierung bedeutet für die Fernwärme einen Quantensprung“, erklärt Anton Koller. „Sie verwandelt Fernwärmenetze in Smart Networks, und das bringt enorme Kostenvorteile. Am Ende stehen Primärenergieeinsparungen von 25 bis 30 Prozent – und diese Zahl stammt nicht von Danfoss, sondern von den Netzbetreibern. Die Anfangsinvestitionen amortisieren sich so meist innerhalb von zwei bis drei Jahren“.

Ein voll funktionsfähiges Niedrigtemperaturnetz setze jedoch eine effizienzoptimierte Heizanlage auf Verbraucherseite voraus. Dies mache in vielen Fällen eine Sanierung notwendig, zu der ein Versorger den Verbraucher nicht verpflichten kann. Danfoss schlägt daher einen motivierenden Abrechnungstarif nach dänischem Vorbild vor: Wird eine vorgesehene Rücklauftemperatur unterschritten, wird bei diesem Abrechnungsmodell ein Bonus ausgeschüttet. Bei Überschreitung werden im Gegenzug Tarifzuschläge erhoben. „Solche Belohnungssysteme haben in der Praxis tatsächlich zu einem Erfolg geführt, weil sich das Verbraucherverhalten verändert hat“, betont Koller die Vorteile des Modells.

Ein Live-Interview mit Anton Koller zum Thema digitalisierte Niedrigtemperaturnetze finden Sie unter: https://www.youtube.com/watch?v=sLQOrcO9Lpg

Quelle: Danfoss / Delia Roscher

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