Heizung und Warmwasser
Quelle: Pia Grund-Ludwig

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Europäischer Verband sieht viel Potential

Deutschland hat Nachholbedarf bei Wärmepumpen

In der Sanierung haben Wärmepumpen nur einen Anteil von 6 Prozent. © Stiebel Eltron

Europa hinkt beim Absatz von Wärmepumpen hinter anderen Regionen wie den USA oder hinter Japan hinterher. Der europäische Branchenverband EHPA sieht großes Potential.

China, Japan und die USA sind die Länder, die den Wärmepumpen-Absatz maßgeblich vorantreiben. Mehr als 80 Prozent der neuen Wärmepumpen wurden 2017 in diesen Ländern installiert. Gefördert wurde dies mit Steuernachlässen und staatlichen Kaufanreizen. Demgegenüber ist die Verbreitung in Europa gering: Lediglich 1,1 Millionen Geräte wurden 2017 installiert, die meisten davon in den skandinavischen Ländern.

Der europäische Wärmepumpenverband (EHPA) schätzt das potenzielle Absatzvolumen in Europa auf jährlich etwa 6,8 Millionen Geräte. Ausgehend vom Bestand im Vorreiterland Norwegen errechnet der Verband einen möglichen Bestand von 89,9 Millionen Geräten. Volker Breisig, Partner im Bereich Utilities & Regulation bei PwC Deutschland, sagt: „Selbst für die vergleichsweise schwachen europäischen Verhältnisse ist die Entwicklung in Deutschland sehr dürftig. Auf 1.000 Haushalte kamen 2017 erst 2,3 installierte Geräte.“ In Norwegen lag der Anteil bei 34,3, in Schweden bei 22,7 Geräten.

Wärmebedingte Emissionen könnten reduziert werden

Zwar finden die Wärmepumpen auch hierzulande immer stärkere Verbreitung, vor allem in Wohnungsneubauten: Dort liegt der Anteil der Wärmepumpen aktuell bei 45 Prozent. Der Großteil neuer Heizungen wird allerdings beim Austausch alter Geräte in Bestandsgebäuden installiert. Dort beträgt der Anteil von Wärmepumpen derzeit nur sechs Prozent. Ein verstärkter Austausch von Öl- und Gaskesseln gegen Wärmepumpen könnte folglich einen deutlich größeren Beitrag zum Klimaschutz leisten. 

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des BWP, Kai Schiefelbein kommentiert: „Die Studie zeigt außerdem einen industriepolitischen Aspekt auf, der häufig übersehen wird:  Die deutsche Heizungsindustrie besteht aus mittelständischen Unternehmen mit Standorten in ländlichen und zum Teil strukturschwachen Regionen. Eine klare Ausrichtung des Heimatmarkts auf die Klimaschutztechnologie Wärmepumpe ist essenziell, damit unsere Unternehmen auch zukünftig im globalen Wettbewerb bestehen können.“

Der Studie zufolge wäre eine Verbreitung der Wärmepumpen-Technologie auf dem Niveau von Schweden zielführend, um den Klimaschutz bei Gebäuden zu erhöhen und zugleich die Technologieführerschaft der deutschen Heizungsbranche zu erhalten.

Konsequente Wärmepumpen-Strategie gegen den Sanierungsstau

Die Studienautoren erläutern darüber hinaus weitere Vorteile einer konsequenten Strategie hin zur Wärmepumpe: Die Technologie habe das Potenzial, den schon lange bestehenden Sanierungsstau bei Gebäuden zu beheben, den Anteil erneuerbarer Energien im Wärmemarkt zu erhöhen und Unternehmen und Gewerke rund um die Gebäudesanierung (ca. 540.000 Beschäftigte in Deutschland) zu unterstützen. Angesichts auslaufender EEG-Förderung könnten Besitzer dezentraler Photovoltaikanlagen den selbsterzeugten Strom nutzen, um eine Wärmepumpe zu betreiben.

„Wichtig ist auch, dass sich mit der klimafreundlichen Wärmepumpen-Technologie die angestrebte Sektorenkopplung und damit auch die Digitalisierung der Energiewende leichter verwirklichen lässt“, erläutert PwC-Experte Volker Breisig. Die Studie richtet sich zudem mit neun Handlungsempfehlungen an Entscheider. Vor allem sollte, so die Autoren, das Missverhältnis der Energiepreise korrigiert werden: „Der Strompreis für Wärmepumpen ist im Verhältnis zu Heizöl und Erdgas viel zu hoch und könnte etwa über eine deutliche Absenkung der EEG-Umlage spürbar gesenkt werden“, sagt Kai Schiefelbein vom BWP. Weitere Vorschläge der Autoren zielen  unter anderem auf regulatorische, steuerliche und finanzielle Rahmenbedingungen für die Wärmepumpenindustrie in Deutschland. Quelle:BWP / pgl

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Kommentare (1)

  1. Kai
    at 11.06.2020
    Einfach viel zu teuer UND viel zu großer Platzbedarf.

    Habe 2 Angebote eingeholt: Erd WP incl. Bohrung all incl. : 18.000€ brutto, Modernste Gasheizung: 7500€ brutto. Dabei benötigt die ErdWP (wie auch eine Luft WP) im schmalen Hauswirtschaftsraum 2 weitere Stellplätze und komplexe Verrohrung. Gastherme kann in place getauscht werden und nimmt nur 60x60x138cm an Platz weg. In so eine Nische passt keine WP mit WW-Tank und Pufferspeicher.
    Die WW_Leistung von Gas ist dank PlattenWT unendlich, und benötigt keine großen Tanks.

    Das im Umkreis von 100km es nur EINEN !! Betrieb gab, der ein Angebot bei Sanierung abgeben konnte, darf auch erwähnt werden. Ich wollte ja, aber es KANN kaum einer.

    Jetzt wird es eine Gastherme und ein e-Auto. Auch gut.

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