Heizung und Warmwasser
Quelle: Pia Grund-Ludwig

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CO2-Reduktion

CO2-Reduktion im Gebäudesektor noch zu langsam

Mit Gasheizungen die Wärmewende beschleunigen. Foto: Zukunft Gas

Vertreter der Branche, der Verbraucher und der Wohnungswirtschaft diskutierten auf einer von Zukunft Gas ausgerichteten Veranstaltung im Rahmen der Branchenleitmesse ISH, wie eine bezahlbare und wirksame Dekarbonisierung im Gebäudesektor funktionieren kann. Das diesjährige Motto der ISH ist „Green Deal ready“, die aufgrund der Pandemie digital stattfindet.

Die Mitte März veröffentlichten Zahlen des Umweltbundesamtes zeigen, dass der Gebäudesektor als einziger die Ziele aus dem Klimaschutzgesetz verfehlt. Etwa ein Drittel des deutschen Endenergieverbrauchs entfällt auf die Heizung- und Warmwasserbereitung. Während im Neubau bereits moderne und effiziente Heizungen verbaut werden, liegt die große Stellschraube im Gebäudebestand: Würde man veralteten Wärmeerzeuger in Deutschland gegen effiziente Gasheizungen austauschen, ließen sich jährlich mindestens 30 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Im Vergleich zum letzten Jahr wurden die CO2-Emissionen des Sektors nur um 3 Millionen Tonnen reduziert. „Um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen, dürfen wir uns keiner Technologie gegenüber verschließen“, sagte Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft Gas. „Mit der Gasheizung haben wir eine bezahlbare und versorgungssichere Möglichkeit, die Dekarbonisierung deutlich zu beschleunigen. Wichtig dafür sind auch das Gasnetz und seine Weiterentwicklung. Die Pipeline bringt schon heute umweltschonendes Erdgas und morgen klimaneutrale Energie zu den Verbrauchern“, ergänzt Kehler.

Möglich wird das zum Beispiel durch Biogas, welches bereits heute in die Gasinfrastruktur eingespeist werden kann und dadurch klimaneutrales Heizen ermöglicht. Auch Wasserstoff spielt eine immer wichtigere Rolle im Heizungsmarkt. Dr. Andree Groos, Geschäftsführer der Vaillant Group erläuterte: „Die Heizgeräte sind schon heute darauf eingestellt, dass Wasserstoff und synthetische Gase beigemischt werden können. Insbesondere im Bestand, sehen wir großes Potenzial bei grünen Gasen.“

Dr. Thomas Engelke vom Verbraucherzentrale Bundesverband sah den Einsatz von Wasserstoff im Wärmemarkt eher kritisch, kontrovers diskutiert wurde aber vor allem die Frage nach der Finanzierung der energetischen Sanierung. Engelke forderte, die durch die CO2-Bepreisung entstehenden Kosten, zwischen Mietern und Vermietern aufzuteilen: „Mieterinnen und Mieter können nicht entscheiden, wann und wie die Heizung im Haus modernisiert wird.“ Für die Vermieter und Hauseigentümer entgegnete Gerold Happ, Geschäftsführer von Haus & Grund: „Insbesondere in Gegenden, in denen der Wohnungsmarkt nicht so angespannt ist, finden Vermieter künftig nur Mieter, wenn sie in klimaneutrale Heiztechnologien investieren. Die Kosten des CO2-Preises im Fall vermieteter Wohnungen müssen aber beim Verursacher – also dem Mieter – bleiben. Sie sind es, die über den Verbrauch entscheiden.“

Deutlich wurde aber auch, dass auf allen Seiten – bei Mietern, Vermietern, aber auch den Herstellern – der Wille da ist, die Dekarbonisierung des Gebäudesektors zu beschleunigen. Um die Wärmewende bezahlbar und sozial verträglich zu machen, setzt sich die Branche für den Einsatz einer Mischung verschiedener Energieträger ein. „Alle Karten auf einen rein elektrischen Einsatz zu setzen, führt in eine Sackgasse. Vielmehr müssen Technologieoffenheit und Marktkräfte gegeben sein“, ergänzt Kehler.

Quelle: Zukunft Gas / Delia Roscher

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