Niedersachsen wertet Beratungskampagne aus

Beratung zeigt hohen Bestand überalteter Heizungen

Untersuchte Heizungen waren noch älter als im Bundesschnitt. © DBU

Niedersachsen wertet das Ergebnis einer Beratungskampagne aus. Die untersuchten Heizungen waren noch älter als der Durchschnitt.

Die Klima- und Energieagentur Niedersachsen hat eine Auswertung ihrer Beratungskampagne Clever Heizen vorgelegt. Sie zeigt, dass der Heizungsbestand der untersuchten Wohnungen noch älter ist als im Bundesdurchschnitt.

Seit 2015 läuft die Kampagne, insgesamt 3.500 Beratungen wurden bislang durchgeführt. Nun liegt erstmals eine Auswertung über die Haushalte vor, in denen beraten wurde. Insgesamt wurden eher größere Objekte erreicht, bei den untersuchten Ein- und Zweifamilienhäusern steht relativ wenigen Bewohnern relativ viel (beheizte) Wohnfläche zur Verfügung. Über 80 Prozent aller Objekte waren größer als 120 qm², fast alle wurden von einer bis vier Personen bewohnt, die Hälfte von zwei Personen.

Die untersuchten Heizungsanlagen waren mit rund 18 Jahren im Durchschnitt noch älter als im Bundesvergleich. Dort beträgt der Schnitt 15 Jahre. Die Diskrepanz kann daran liegen, dass vor allem Besitzer älterer Heizungen Beratung suchen. Brennwertkessel waren nur in rund einem Drittel der Gebäude installiert, und auch die waren zwischen 10 und 20 Jahren alt ist.

Die optimale Einstellung der untersuchten Anlagen ließ zu wünschen übrig. Weniger als 5 Prozent hatten einen hydraulischen Abgleich, 14 Prozent der Ein- und Zweifamilienhäuser hatten Heizkörper mit voreinstellbaren Thermostatventilen.

Die Bandbreite der errechneten Energieverbräuche in den begutachteten Einfamilienhäusern bewegt sich zwischen unter 100 kwh /m² bis über 250 kwh/m². Bei Häusern, die Heizanlagen mit Brennwerttechnik einsetzen liegt der Durchschnitt bei 141 kwh/m², bei denen ohne Brennwerttechnik bei durchschnittlich 166 kwh/m².

Bei den über 60 Prozent der Haushalte, die noch keine Brennwerttechnik einsetzen, haben die Berater empfohlen, die Heizanlage zu erneuern inklusive voreinstellbarer Thermostatventile, Dämmung sämtlicher dazugehörender Leitungen und Durchführen eines hydraulischen Abgleichs. Bei Heizungsanlagen, die bereits mit Brennwerttechnik arbeiten, konzentrieren sich die Empfehlungen auf den Austausch der Heizpumpe, eine bessere Dämmung der Leitungen sowie den hydraulischen Abgleich. Der Anteil der Ein- und Zweifamilienhäuser, die erneuerbare Energien nutzen, war sehr gering. Lediglich 8 Prozent nutzen Solarthermie.

Nach der Beratung sollten viele Hauseigentümer aktiv werden: Knapp 30 Prozent der Besitzer von Brennwertheizungen gaben an, ihre Heizungsanlage durch einen Fachmann optimieren zu lassen, rund 20 Prozent wollen sich über Fördermöglichkeiten informieren, 15 Prozent wollen weitergehende Beratungsleistungen in Anspruch nehmen. pgl

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