Geändertes Antragsverfahren macht Vergleiche unmöglich

Bafa meldet steigende MAP-Antragszahlen

38.000 Förderanträge für Biomasse-Heizungen sind 2018 beim Bafa eingegangen. © Ökofen

Die Zahl der Anträge auf Zuschüsse aus dem Marktanreizprogramm (MAP) ist 2018 um 32 Prozent gestiegen, berichtet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle Bafa. Besonders erfreulich habe sich die Antragszahl im Bereich der Biomasse entwickelt. Über 38.000 Förderanträge gingen hier ein. Aufgrund des veränderten Antragsverfahrens sind die aktuellen Zahlen aber nur begrenzt mit denen aus dem Vorjahr vergleichbar.

Seit dem 1.Januar 2018 müssen Anträge für eine MAP-Förderung vor dem Erwerb der Heizungsanlage und vor der Beauftragung des Einbaus gestellt werden. Die Auszahlung der Zuschüsse erfolgt nach Inbetriebnahme. Bis September 2018 galt noch eine Übergangsregelung für Antragsteller, die ihre Heizungsanlage noch im Jahr 2017 in Betrieb genommen haben: Diese konnten die MAP-Förderung für ihre Anlage auch im Jahr 2018 noch nachträglich online beantragen.

Insgesamt, so das Bafa in seinem Jahresbericht, wurden im vergangenen Jahr 48.000 Anlagen mit einem Gesamtvolumen von knapp 183 Millionen Euro gefördert und damit Investitionen in Höhe von etwa 885 Millionen Euro ausgelöst. Damit sei das Auszahlungsergebnis von 2017 nicht ganz erreicht worden. Auch das führt das Bafa auf das geänderte Antragsverfahren zurück, da sich dadurch viele Auszahlungen in das Jahr 2019 verschieben. Außerdem wurden 80.000 neue Förderzusagen mit einem Volumen von 252 Millionen Euro erteilt. Das Gros der geförderten Anlagen lag mit 12.453 in Bayern, gefolgt von Baden-Württemberg (8.439) und Nordrhein-Westfalen (7.862). Auf Platz vier liegt dann mit großem Abstand Niedersachsen (3.481).

Was die geförderten Technologien anbelangt, so lagen die Wärmepumpen 2018 zahlenmäßig an der Spitze. Hier wurden etwa 18.300 Maßnahmen gefördert, davon rund 11.700 im Neubau. Das stärkste Teilsegment bildeten mit 13.197 Anlagen Sole-Wasser-Wärmepumpen, gefolgt von Luft-Wasser-Wärmepumpen (4.124) und Wasser-Wasser-Wärmepumpen (1.032). Das Fördervolumen lag bei knapp 82 Millionen Euro.

Im Segment Biomasseanlagen wurden etwa 17.500 Anlagen gefördert, die stärkste Untergruppe bildeten dabei Pelletkessel (9.722 Installationen), gefolgt von Scheitholzvergasern (5.382) , Hackschnitzelanlagen (1.646) und Pelletöfen (895). Das Fördervolumen lag bei etwa 69 Millionen Euro.

"Wir gehen davon aus, dass die deutlichen Zuwächse bei den MAP-Anträgen 2018 größtenteils ein Effekt der geänderten Antragstellung sind", sagt Anna Kathrin Sievers, Pressesprecherin des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbands (DEPV). Ihr zufolge sagen die Antragszahlen ohnehin nur wenig über die tatsächlich installierten Anlagen aus. Die DEPV-Zahlen weisen für 2018 einen moderaten Absatzanstieg bei Pelletfeuerungen um knapp drei Prozent auf rund 33.200 aus. Der Verband weist darauf hin, dass die Anträge zwar vor den Heizungskauf gestellt werden müssen, mit der Umsetzung aber nicht gewartet werden muss, bis der Förderbescheid vorliegt. Es reiche die Eingangsbestätigung durch das Bafa.

Auf dem dritten Platz der Fördersegmente lag 2018 einmal mehr die Solarthermie. Gefördert wurden knapp 12.000 Anlagen, 9.300 davon waren Anlagen zur Unterstützung der Raumheizung. Das Fördervolumen belief sich auf knapp 32 Millionen Euro.

Ergänzend zur MAP-Förderung erhöht das Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) seit Anfang 2016 die Zuschüsse noch einmal um 20 Prozent, wenn eine besonders ineffiziente Altanlage ersetzt wird, und bietet einen Optimierungsbonus von 600 Euro. Letzterer wird ausgezahlt, wenn die neue Heizungsanlange auf maximale Energieeffizienz hin untersucht und schließlich auch optimiert wird. 2018 wurde diese APEE-Zusatzförderung laut Bafa an rund 8.100 Antragsteller mit einem durchschnittlichen Fördervolumen von jeweils 1.200 Euro ausgezahlt. Der Optimierungsbonus wurde etwa 7.000 Mal ausgezahlt. sth

 

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