Dena-Kongress Energiewende eröffnet

Baake: Ohne Elektrifizierung ist Wärmewende nicht zu machen

Oliver Krischer: "Energiewende muss Erfolg haben." © P. Grund-Ludwig

Efficiency First und Wärmewende im Gebäudebereich auf Basis von Strom waren die Kernthemen von Rainer Baake auf dem Dena-Kongress zur Zukunft der Energiewende.

Mit einem klaren Votum für Effiency First eröffnete der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Rainer Baake den Dena-Effizienzkongress. Diese erste Priorität sei sachlich, nicht zeitlich zu verstehen, präzisierte er. Dann kämen Erneuerbare, entscheidend sei für das Gelingen der Energiewende aber, ob man zu einer Elektrifizierung komme. Ohne eine Elektrifizierung der Wärmeerzeugung werde man die Energiewende im Gebäudebereich nicht schaffen, so Baake. Das klang wie ein eindeutiges Plädoyer für die Wärmepumpe, aber nicht wirklich nach der oft beschworenen Technologieoffenheit. Baake sprach noch von Solarthermie in Kombination mit Wärmepumpen, Heizungen auf Holzbasis oder KWK kamen in seiner Aufzählung nicht vor.

In der anschließenden Podiumsdiskussion mussten dann Lenin, Marx, Mao und Merkel herhalten, um die bereits vom Wahlkampf geprägten Statements zu untermauern. Deutliche Kritik kam von den Vertretern der Oppositionsparteien Eva Bulling-Schröter für Die Linken und Oliver Krischer für Bündnis 90/Die Grünen am Klimaplan 2050.

Es gebe dort kein Ausstiegsszenario für Kohle, so Bulling-Schröter, und man werde die CO2-Ziele verfehlen. Dabei berief sich Bulling-Schröter auf unlängst vom IZES vorgelegte Zahlen. Sie forderte einen "sozial abgefederten Strukturwandel" und als schnelle Maßnahme, die helfen könnte, die Klimaziele bis Ende des Jahrzehnts zu schaffen, die Steuerförderung für die Gebäudesanierung.

Hubertus Heil: Es darf keinen Strukturbruch geben

Hubertus Heil, SPD, mahnte dass einer Energiewende, die mit einem Verlust an Wohlstand verbunden sei, niemand folgen werde. Ein Strukturbruch dürfe nicht stattfinden, man brauche auch eine Perspektive für die Regionen, in denen gegenwärtig Braunkohle gefördert werde. Michael Fuchs für die CDU mahnte, dass es durch die Energiewende nicht zu einem Verlust an Arbeitsplätzen kommen dürfe. Er sehe vor allem noch Potentiale im Gebäudebereich, aber die zu heben sei teuer. Über eine verkürzte Abschreibung werde geredet.

Gefragt nach kurzfristig möglichen Maßnahmen mahnte Oliver Krischer an, doch zunächst einmal das umzusetzen, was im Klimaplan bereits festgeschrieben sei. Und außerdem müsse die Förderung klarer und transparenter werden, derzeit rieten viele Handwerker ihren Kunden dazu, Förderung nicht in Anspruch zu nehmen da sie zu kompliziert sei.

Ohne konkret zu werden sprach Krischer sich auch für ordnungsrechtliche Maßnahmen aus, stellte aber klar, dass die EnEV aus seiner Sicht ausgereizt sei. Notwendig sei eine Debatte über die Belastung mit Abgaben und Steuern für Strom im Wärmebereich, da sei möglicherweise ein Switch zu einer stärkeren Belastung fossiler Energieträger notwendig.

Die Bezahlbarkeit von Energie für Industrie, aber auch private Hausbesitzer stellte Michael Fuchs in den Mittelpunkt seines Schlussplädoyers. Deutschland werde nur als Industrieland erfolgreich bleiben, wenn die Energiewende erfolgreich bleibe, setzte Oliver Krischer einen Kontrapunkt. Bulling-Schröter mahnte, eine Energiewende werde es nur geben wenn sie sozial und ökologisch sei. Heil griff zum "Wir schaffen das" und forderte mehr Mut zur Energiewende. von Pia Grund-Ludwig

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Kommentare (1)

  1. spiegel wohnbauforschung am 29.11.2016
    Efficeny first!
    Um die Jahrtausendwende blitzte mit dem Passivhaus in Kranichstein die Vision vom Solarhaus ohne Schornstein auf, der effizientesten Nutzung von Wärme besonders im Mehrfamilien-Hausbau (15kWh/m²a).
    Aber noch immer zeigt sich die Grosse Koalition der Fossilen von Kohle und Atom, Öl und Gas wie vernagelt. Heute geht die wahre Debatte doch um Graue Energie, um Holzbau (höchste Klima- und Arbeitsplatz-Effizienz) und Lifecycel.
    All, we need, is Power @ Heat!

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