Pilotphase wird vom Umweltministerium gefördert

Weiterbildung macht Immobilienverwalter Klima-Fit

Eine neue Akademie für Immobilienverwalter soll diese fitter machen in Fragen des Klimaschutzes.

Der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) und das Europäische Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (EBZ) richten gemeinsam eine bundesweite Akademie für Immobilienverwalter mit Schwerpunkt Klimaschutz ein. Ziel ist die Entwicklung und Durchführung von Weiterbildungsangeboten speziell für Haus- und Immobilienverwalter zur energetischen und altersgerechten Sanierung.

Die Hausverwalterbranche dient als Schnittstelle zu den privaten Wohnungseigentümern. Durch eine bessere Qualifizierung der Verwalter kann die Energiewende im Gebäudebereich weiter vorangebracht und eine dringend notwendige Erhöhung der Sanierungsrate erreicht werden. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit ausgezeichnet und wird im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative gefördert.

Die Klimaschutzziele in der Wohnungswirtschaft werden nur langsam umgesetzt. Das liegt vor allem an Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG), die ihre Gebäude nur selten und in geringem Umfang energetisch sanieren. "Für eine erfolgreiche Energiewende müssen wir die Sanierungsrate in Eigentümergemeinschaft von derzeit 0,6 Prozent nachhaltig erhöhen. Erforderlich sind 2 Prozent jährlich. Das schaffen wir allerdings nur, wenn wir die Immobilienverwalter qualifizieren, die die Gebäude verwalten und Sanierungen anstoßen, koordinieren und begleiten", sagt Martin Kaßler, Geschäftsführer des Dachverbandes Deutscher Immobilienverwalter.

Gemeinsam mit dem EBZ gründet der DDIV nun eine Akademie speziell für Immobilienverwalter, die Bildungsangebote mit dem Schwerpunkt energetische und altersgerechte Sanierung entwickelt und anbietet.

Energetische Sanierungen und Modernisierungen sind langwierige und komplexe Projekte, bei denen zahlreiche politische Zielvorgaben, Gesetzeswerke und Verordnungen ineinander greifen. Diese müssen von Immobilienverwaltern, die die Umbaumaßnahmen in WEG begleiten und koordinieren, integriert berücksichtigt werden. Hinzu kommen häufig gesetzliche Änderungen unter anderem im Wohneigentums-, Miet- und Baurecht sowie energetische Vorschriften, die sie zusätzlich zu rund 50 Gesetzen und Verordnungen in der täglichen Praxis beachten und umsetzen müssen. Bei Eigentümergemeinschaften fallen zudem viele der energetischen und barrierereduzierenden Modernisierungsmaßnahmen, wie zum Beispiel die Dämmung der Fassade, der Austausch der Heizungsanlage oder der Einbau eines Aufzugs, in den Bereich des Gemeinschaftseigentums und bedürfen somit der Zustimmung sämtlicher Miteigentümer.

Eine erfolgreiche Umsetzung von baulichen Maßnahmen setzt nicht nur eine umfassende Koordination und Beratung durch den Immobilienverwalter als zentrale Schnittstelle zu den Wohnungseigentümern voraus. Es erfordert auch Fachwissen auf verschiedensten technischen, kaufmännischen und rechtlichen Sachgebieten. Die neue Akademie bündelt bundesweite Weiterbildungsangebote für Immobilienverwalter zum Schwerpunkt Sanierung. In Onlineseminaren, Präsenzveranstaltungen und Workshops werden interessierte Immobilienverwalter zu unterschiedlichen Aspekten der Instandhaltung, Sanierung und Modernisierung geschult. Auch ist die Entwicklung bisher nicht vorhandener Bildungsangebote vorgesehen. Quelle: DDIV / pgl

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