Plattform erleichtert den Erfahrungsaustausch

Vier Landesenergieagenturen bündeln Energiemanagement

Kommunale Liegenschaften haben hohes Energiesparpotenzial. © EnBauSa.de

Rathäuser, Schulen und Kindergärten in deutschen Städten und Gemeinden verbrauchen deutlich mehr Energie als nötig. Rund 10 bis 20 Prozent der Energiekosten jeder Kommune ließen sich ohne große Investitionen durch ein effizientes Energiemanagement einsparen - deutschlandweit wäre das ein Betrag von rund 370 Millionen Euro. 

Wie Einsparpotenziale in den kommunalen Liegenschaften künftig erschlossen werden können, haben Landesenergieagenturen aus vier Bundesländern vorgestellt. Die bundesweit bislang einmalige Kooperation ist ein erster Schritt hin zu einem bundeseinheitlichen Qualitätsstandard für kommunales Energiemanagement.

Beteiligt an dem Projekt sind das Kompetenzzentrum Energiemanagement der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg, die Sächsische Energieagentur, die Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt und die Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur. Kern ist ein kostenfreies Online-Werkzeug mit dem Namen "Kom.EMS" (Kommunales Energiemanagement-System). Das Tool bietet Kommunen die Möglichkeit, ihr Energiemanagement anhand transparenter Kriterien zu bewerten und zu optimieren. Es steht Kommunen aus den beteiligten Bundesländern kostenfrei zur Verfügung.

Ziel des Projektes ist es, von den Erfahrungen anderer Länder zu lernen und die Struktur für ein effizientes Energiemanagement zu erarbeiten. In die Entwicklung sind die langjährigen Praxiserfahrungen der vier Landesenergieagenturen eingeflossen. Sie haben zahlreiche Kommunen bei der Einführung eines Energiemanagements begleitet.

"Das gemeinsame Vorhaben ist die erste Kooperation dieser Art zwischen Landesenergieagenturen und ein zentrales Element für einen einheitlichen Qualitätsstandard im kommunalen Energiemanagement in Deutschland", sagt Claus Greiser, Leiter des Kompetenzzentrums Energiemanagement der KEA. Die bundesländerübergreifende Zusammenarbeit der Landesenergieagenturen könnte Vorbild für andere Bundesländer werden und auch eine Blaupause für weitere Gemeinschaftsprojekte sein.

"Mit dem Online-Werkzeug Kom.EMS erhalten kommunale Verwaltungen eine professionelle, praktisch anwendbare und kostenfreie Hilfestellung bei der Einführung oder Optimierung eines Energiemanagements", erklärt Frank Kuhlmey, Projektleiter Kommunales Energiemanagement der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur. "Das Werkzeug begleitet Kommunen von Beginn an und bezieht alle für das Energiemanagement relevanten Verwaltungsebenen und Instrumente mit ein, um dauerhaft Energie zu sparen."

Mit Checklisten und einem digitalen Leitfaden bietet es ein kompaktes Informationspaket für den Aufbau des Energiemanagements. So schafft die Online-Plattform Strukturen, wenn Zuständigkeiten, etwa für einen energiesparenden Heizungsbetrieb, nicht klar geregelt sind. Ein Wissensportal mit konkreten Arbeitshilfen wie Muster-Beschlussvorlagen oder einem Rechentool helfen zudem bei der weiteren Umsetzung. Für die Politik interessant: Mit dem Tool lässt sich auch die Wirksamkeit von Förderprogrammen des Bundes oder der Länder prüfen. Dazu reichen ein Blick auf die Einsparerfolge der teilnehmenden Verwaltungen und der Vergleich mit den geflossenen Fördergeldern.

Un Baden-Württemberg können sich Kommunen außerdem in einer Pilotphase bewerben. Ziel ist die Basiszertifizierung bis Ende 2019 und die Auszeichnung im Rahmen des Kommunalen Klimaschutzkongresses im Mai 2019. Außerdem gibt es eine kostenfreie Einführungsschulung für Kom.EMS, ein kostenfreies Prozess-Coaching (5-10 AT) durch das Kompetenzzentrum Energiemanagement und ein Zertifikat. Quelle: Kom.ems / pgl

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