Hochschule Regensburg entwickelt Energiespeicherkonzept für die Stadt Heide

"Quarree 100" nutzt Windstrom nachhaltig

Luftbild des Stadtteils Rüsdorfer Kamp in Heide. © Jacobs/Stadt Heide

Privathaushalte verbrauchen rund ein Viertel der Energie in Deutschland. Nachhaltige Stadtquartiere können deshalb maßgeblich zu mehr Energieeffizienz beitragen. Damit solche Entwicklungen angestoßen werden können, investiert der Bund in den nächsten fünf Jahren 100 Millionen Euro in das Förderprogramm "Solares Bauen / Energieeffiziente Stadt". 24 Millionen davon gehen an das Projekt "Quarree 100" in der Region Heide in Schleswig-Holstein.

Das als Leuchtturmprojekt eingestufte Forschungsvorhaben wird als eines von sechs Reallaboren in Deutschland gefördert. Dabei soll der 20 Hektar große Stadtteil Rüsdorfer Kamp mit vorrangig Geschosswohnungsbau aus den 1950er bis 1960er Jahren nachhaltige Attraktivität gewinnen. "Resiliente, integrierte und systemdienliche Energieversorgungssysteme im städtischen Bestandsquartier unter vollständiger Integration erneuerbarer Energien" lautet der vollständige Projekttitel.

Konkret geht es darum, überschüssige Windenergie lokal sinnvoll zu nutzen. Heide liegt in der Region Dithmarschen nur wenige Kilometer von der Nordseeküste entfernt und vor Ort gibt es sehr viele Windkraftanlagen. Ein Teil des Stroms, den sie erzeugen, kann nicht genutzt werden, weil die Trassen in den Süden noch fehlen.

"Wir wollen diese Energie über die Sektorenkopplung in allen Bereichen eines Quartiers – Wohnen, Mobilität, Versorgung – nutzen. Die konkrete Anwendung dieser neuen Technologien im realen Umfeld ist für uns besonders spannend", sagt Professor Michael Sterner von der OTH Regensburg, der als Experte für Energiespeicher ein Standardwerk verfasst hat.

Das neu entwickelte Speicherkonzept mit hoher Energiedichte funktioniert auf Basis von Power-to-X. Über einen Elektrolyseur wird Wasserstoff hergestellt, der dann gespeichert wird. Eine auf die Verbrennung von Wasserstoff/Wasser/Sauerstoff-Mischungen angepasste Verbrennnungskraftmaschine macht das Ausspeichern möglich. Die Abwärme der Elektrolyseure soll für die Wärmeversorgung der Gebäude genutzt werden.

Erprobt werden außerdem hybride Lösungen für den individuellen und öffentlichen Verkehr. Hierfür entwickelt das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg eine "Tankstelle der Zukunft". Sie soll regenerativ erzeugten Wasserstoff, Methan und Strom als alternative Antriebsquellen für Fahrzeuge anbieten.

Koordiniert wird "Quarree100" von der Entwicklungsagentur Region Heide und dem Institute for Advanced Energy Systems der Universität Bremen. Unter den 22 Partnern sind unter anderem Energie- und Planungsspezialisten von der Universität Bremen und dem Steinbeis-Innovationszentrum Energie+ aus Braunschweig. Eng eingebunden sind zudem Technologie-Unternehmen und Fachleute aus Stadtplanung und Verwaltung. Quelle: OTH Regensburg / sue

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