Zehnstöckiges Gebäude ist Teil der Stadtausstellung zur Bundesgartenschau

Holzhochhaus entsteht in Heilbronn

Der Holzbau wird mit Aluminiumplatten verkleidet. © Kaden+Lager

Es wird mit 34 Metern Höhe das bisher höchste Holzhaus Deutschlands: Die Wohnungsbaugesellschaft Stadtsiedlung Heilbronn und das Bauunternehmen Züblin Timber errichten ein zehngeschossige Hochhaus nach den Plänen des Berliner Architekturbüros Kaden+Lager. Baubeginn ist noch im Januar.

Das Gebäude entsteht im Rahmen der Stadtausstellung zur Bundesgartenschau (Buga) 2019 in Heilbronn. Mit einer oberirdischen Bruttogeschossfläche von 5700 Quadratmetern bietet es Platz für 60 Mietwohnungen auf 3300 Quadratmetern Wohnfläche. Im Sockelgeschoss wird eine Bäckerei einziehen.

Für die Planung des Projekts mit Namen Skaio wurde das Architekturbüro Kaden+Lager gewählt, das seit Jahren auf den urbanen Holzbau spezialisiert ist und schon verschiedene Wohnungsbauten in Holz- oder Holz-Hybrid-Konstruktionen realisiert hat. Ein 2015 als höchstes Holzhaus Deutschlands angekündigtes Projekt in Flensburg wurde allerdings nicht umgesetzt.

Das Heilbronner Hochhaus wird in Holz-Hybrid-Bauweise von Züblin Timber errichtet: Wände und Decken sind aus Holz und machen den überwiegenden Teil der Konstruktion aus. Ganz ohne Beton kommt die neuartige Hybridkonstruktion aber nicht aus. Sockelgeschoss und Treppenhaus bestehen jeweils aus Stahlbeton und werden zuerst ausgeführt. Die Fassade wird außen mit Aluminiumplatten verkleidet.

Bauteile aus Fichtenholz mit Zertifikat

Ein großer Vorteil der Holzbauweise ist die vergleichsweise kurze Bauzeit; die Holzbauteile werden weitgehend vorgefertigt und vor Ort lediglich montiert. "Wir bauen ein Stockwerk pro Woche", sagt Markus Brandl, Projektleiter bei Züblin Timber. Die Stützen der beiden Neubauten bestehen aus Brettschichtholz. Für die Holzwände und -decken verwendet Züblin Timber ausschließlich Fichtenholz – überwiegend aus deutschen Wäldern und durchweg versehen mit PEFC-Zertifikat, dem Siegel für nachhaltige Forstwirtschaft. Eine wichtige Voraussetzung für eine weitere angestrebte Auszeichnung: Die Stadtsiedlung Heilbronn bewirbt sich mit Skaio bei der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen um ein DGNB-Zertifikat in Gold.

Zum Auftrag der Stadtsiedlung Heilbronn GmbH gehört noch ein zweiter Holzhybridbau mit fünf Stockwerken. Dieses, ebenfalls von Züblin zu errichtende Gebäude, hat eine Bruttogeschossfläche von 1572 Quadratmetern und bietet auf seinen fünf Etagen Raum für 13 Wohnungen. Beide Neubauten sind Teil der Stadtausstellung zur Buga 2019 und des neuen Stadtquartiers Neckarbogen.

Hochhäuser in Holzbauweise werden weltweit immer öfter realisiert. Das zurzeit höchste im Bau befindliche Gebäude ist das Projekt Mjøstårnet nördlich von Oslo. Es soll 81 Meter hoch werden und ist ganz aus Holz. In Wien ist das Holzhybridgebäude HoHo Wien mit einer Höhe von 84 Metern geplant.

2014 hat die Stadtsiedlung Heilbronn die Entsprechenserklärung des deutschen Nachhaltigkeitskodex unterzeichnet und sich damit zu einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung verpflichtet. Neben den Erfahrungen im Wohnungsbau verfügt die Gesellschaft auch über Erfahrungen im Gewerbebereich. So wurde das von der EU und dem Land Baden-Württemberg geförderte Wissenschafts- und Technologiezentrum WTZ III mit dem DGNB- Zertifikat in Gold ausgezeichnet.

Züblin Timber ist ein Tocherunternehmen der Ed. Züblin AG mit Sitz in Stuttgart (Ed. steht für den Gründer Eduard Züblin). Züblin Timber bietet die Entwicklung, Produktion, Lieferung und Ausführung von Holzbausystemen – von Tragwerken über den Ingenieurholzbau bis zur schlüsselfertigen Bauausführung. Quelle: Stadtsiedlung Heilbronn/sue

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