Preisträger der "Grünen Hausnummer" 2017 ausgezeichnet

Fachwerkhaus erhält Sanierungspreis

Bei der Sanierung ihres Fachwerkhauses legte Familie Berger besonderen Wert auf ökologische Baustoffe. © KEAN

Der erste Preis des landesweiten Wettbewerbs "Grüne Hausnummer" in Niedersachsen geht in diesem Jahr an Familie Berger aus Essel in der Südheide. Sie hat ein Fachwerkhaus aus dem Jahr 1896 mit ökologischen Baumaterialien zu einem KfW-Effizienzhaus 70 saniert. Insgesamt hat die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen im vergangenen Jahr 173 Grüne Hausnummern für besonders energiesparendes Sanieren und Bauen verliehen.

Sechs der Hauseigentümer, die 2017 die Grüne Hausnummer erhalten haben, sind jetzt für ihre herausragenden Sanierungsprojekte oder Neubauten mit einem Preis geehrt worden. Die Preise wurden von einem Vertreter des niedersächsischen Umweltministeriums im Rahmen der neunten "Effizienztagung Bauen und Modernisieren" in Hannover feierlich übergeben.

Familie Berger erhielt den ersten Preis in der Kategorie Sanierung. Dieser ist mit 1500 Euro Preisgeld dotiert. "Das klar erkennbare, schlüssige Gesamtkonzept aus umweltfreundlicher Anlagentechnik und zum Gebäude passender Dämmweise mit ökologischen Baustoffen sowie die gute Übertragbarkeit auf ähnliche regionaltypische Gebäude haben die Jury überzeugt", heißt es in der Begründung.

Mitglieder der sechsköpfigen Fachjury, die die Auswahl der Preisträger traf, waren Dörte Dörner von der KfW Bankengruppe, Heiner Lippe von der Architektenkammer Niedersachsen, Christian Kuthe als Vertreter des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Florian Lörincz, Energieberater der Verbraucherzentrale Niedersachsen, EnBauSa-Redakteurin Silke Thole und Lothar Nolte, Leiter der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen.

Dank Innendämmung bleibt Fachwerkcharakter erhalten

Familie Berger hat die Außenwände ihres Hauses von innen mit Holzfasern gedämmt, im Dach kam Zelluloseeinblasdämmung zur Anwendung. Außerdem erhielt das Haus Fenster mit Dreifachverglasung, eine Sole-Wasser-Wärmepumpe sowie eine Solarthermie- und eine Photovoltaikanlage mit Stromspeicher. Die Ursprungskonstruktion des Fachwerkhauses blieb erhalten und Originalteile wurden wiederverwendet.

Den zweiten Platz teilen sich Regine Leo und Hartmut Runge aus Hannover mit der Familie Krauss und Wesemeyer aus Peine. Sie erhalten jeweils 1000 Euro Preisgeld. Die Hannoveraner werden für die anspruchsvolle Sanierung eines ehemaligen Brauereigebäudes aus dem Jahr 1900 zu einem KfW-85-Wohngebäude ausgezeichnet, Familie Krauss und Wesemeyer für die Sanierung eines 60er Jahre Siedlungshauses. Beim Siedlungshaus war die hohe Übertragbarkeit ein besonders ins Gewicht fallendes Bewertungskriterium, da dieser Gebäudetyp in Niedersachsen besonders häufig vertreten ist.

Den dritten Preis und 500 Euro Preisgeld erhielt das Ehepaar Gliesche und Unnasch aus Ottersberg-Fischerhude für die Sanierung einer denkmalgeschützten Wassermühle zu einem energieeffizienten Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung.

Sonderpreis Zukunftshaus geht an zwei Projekte

Mit dem erstmals ausgelobten Preis "Zukunftshaus" für besonders nachhaltige Neubauten wurden Wolff-Martin Mundschenk aus Soltau und die Familie Duensing und Elbers aus Ottersberg ausgezeichnet. Wolff-Martin Mundschenk hat sein sehr effizientes Einfamilienhaus mit ökologischen Baustoffen und mit Blick auf altersgerechtes Wohnen errichtetet. Familie Duensing und Elbers hat ihr Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung in Passivhausweise als Strohballenhaus gebaut. Bei diesem Gebäude hob die Jury die Reduktion des Technologieaufwandes und die geringe Komplexität der Baustoffkombinationen hervor. Das Gebäude verkörpere dadurch "low tech" im besten Sinne und erreiche Passivhausqualität. Durch seine solide Gestaltung ermögliche es zudem eine hohe Übertragbarkeit. Beide Familien erhielten jeweils 750 Euro Preisgeld.

Lothar Nolte, Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen und Mitglied der Jury, sagte: "Es ist uns nicht leicht gefallen aus den vielen guten Beispielen für energieeffizientes Sanieren und Bauen in Niedersachsen die Preisträger auszuwählen. Die Jurysitzung hat mir aber trotzdem besonderen Spaß gemacht, weil sie gezeigt hat, wie viele Möglichkeiten es gibt, das eigene Haus energieeffizient zu gestalten. Verschiedene Techniken, Dämmstoffe und Vorgehensweisen ermöglichen Lösungen für viele verschiedene Arten von Gebäuden und verschiedene Anforderungen der Besitzer."

Gerhard Krenz, Experte der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen ergänzte: "Mich hat das Engagement der ausgezeichneten Eigentümer, die alle mehr für Energieeinsparung im Gebäude getan haben als der Gesetzgeber fordert, besonders beeindruckt. Und die Zufriedenheit der Bewohner zeigt, dass sich der Einsatz lohnt - nicht nur für das Klima, sondern auch für die Wohnqualität. Darum hoffen wir, dass die von uns ausgezeichneten Beispiele viele Nachahmer finden."

Die Grüne Hausnummer ist eine Auszeichnung der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen und ihrer regionalen Partner. Sie zeichnet Hauseigentümer aus, deren Neubau mindestens den Anforderungen "KfW-Effizienzhaus 55" entspricht oder die ihren Altbau besonders energieeffizient saniert haben. Erfolgreiche Bewerber erhalten eine hochwertige Grüne Hausnummer für die Hausfassade sowie eine Urkunde. Inzwischen gibt es die Auszeichnung in 13 Regionen Niedersachsens. von Silke Thole

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